Vor rund einer Woche hat die Berliner Morgenpost begonnen, die liebsten Gaststätten der Leserinnen und Leser zu sammeln. Die Auswahl an guten Cafés, Restaurants und Bars in Berlin ist riesig. Eine Tatsache, die die Hauptstadt so lebenswert macht. Trotzdem haben sich einige an die Spitze des Rankings gekämpft. Geschafft haben sie es fast alle durch Aufrufe in den Sozialen Medien, in denen sie bitten, für ihre Lokale zu stimmen. War es nur gutes Marketing, oder ist was dran an den Bewertungen? Die Berliner Morgenpost testet sich durch die fünf beliebtesten Orte und orientiert sich bei der Auswahl der Getränke und Köstlichkeiten an den zahlreichen Kommentaren der Leserinnen und Lesern.
Platz 1: Das Amida Restaurant in Tempelhof-Schöneberg
Von außen unscheinbar, trotz des roten Teppichs: Das Amida Restaurant am Friedrich-Wilhelm-Platz in Tempelhof-Schöneberg. Unter den Lieblingsorten der Leserinnen und Lesern der Morgenpost ist es jedoch der absolute Favorit. Über 400 positive Rückmeldungen verzeichnet das Amida aktuell, Tendenz steigend. Beim Hereinkommen ist es unaufgeregt, das Mobiliar schlicht gehalten, der Kellner steht in Schlappen hinter dem Tresen, an der Wand stehen zwei Eimer Frittierfett. Doch der Service ist exzellent – aufmerksam und sehr zuvorkommend. Die Karte gibt viel her: über Tomatencremesuppen und Rindergulasch bis hin zu Käsespätzle und Kaiserschmarrn.
In den Kommentaren wird von dem veganen Flammkuchen geschwärmt, also wird er bestellt. Es dauert kaum zehn Minuten, dann steht er heiß dampfend auf einem Holzbrett auf dem Tisch. Ein wahrer Gaumenschmaus, der auch nachhaltig satt macht. Die Toiletten werden ebenfalls gelobt, die seien „pikkobellosauber“, was stimmt. Alles in allem hat das Restaurant eine ruhige und familiäre Atmosphäre. Während des Essens springt der Sohn des Chefs im Restaurant herum. Fazit: Das Amida ist wohlverdient auf seinem ersten Platz.

Platz 2: Das Hoven in Neukölln
Das Hoven in der Pflügerstraße in Neukölln ist ein Ort eigens für die queere Gemeinschaft. An der Tür steht „queer & friends“, über der Tür hisst die Regenbogen-Flagge. Aktuell liegt das Restaurant auf Platz zwei der Lieblingsorte der Leserinnen und Leser. Beim Hereinkommen empfängt ein moderner Holztresen mit Barhockern und ein warmes Lächeln des Kellners. Die Atmosphäre ist gemütlich, leise wird Indiemusik gespielt. Viele sitzen an ihren Laptops und arbeiten, einige andere unterhalten sich angeregt.

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Eine Person erwähnt in den Kommentaren, dass sie gerne am Fenster sitzt und auf die Nansenstraße herausblickt. Von diesem Platz aus wird also das Hoven gründlich inspiziert. Es ist Mittagszeit und viele schwärmen in den Kommentaren von dem leckeren Essen. Also wird ein Pulled Mushroom Sandwich bestellt. Nach nur wenigen Minuten kommt der Kellner mit einem Teller voller Köstlichkeiten zurück an den Tisch. Sie sind frisch, grün und lecker. Das Highlight sind die knackigen Süßkartoffelhappen. Die Preise sind fair, die Karte wechselt häufig und ist saisonal. Fazit: Das Hoven ist ein Wohlfühlort, an dem es wirklich leckeres Essen gibt.

Platz 3: Kira‘s Café in Charlottenburg-Wilmersdorf
Kira‘s Café gibt es erst seit zehn Monaten in der Kaiser-Friedrich-Straße in Charlottenburg-Wilmersdorf. Es liegt aktuell auf Platz 3 der Lieblingsorte, ist sehr modern und hat doch das gewisse Etwas. An den Wänden hängt Deko für Halloween, es ist sehr gepflegt und sauber. Reges Treiben herrscht, kaum jemand ist alleine hier. Es ist ein Ort, an dem sich Menschen treffen, gemeinsam Kiras hausgemachte Törtchen essen und verweilen. Jung und Alt. Von den Törtchen wird sehr in den Kommentaren geschwärmt, also wird ein veganes Blaubeer-Küchlein bestellt. Es schmeckt himmlisch – leicht, saftig und frisch.
„Törtchen wie bei Oma, nur besser“, heißt es in einem Kommentar. Die Auswahl variiert wöchentlich und ist saisonal, es gibt sowohl glutenfreie als auch vegane Optionen. Eröffnet hat das Café die Konditorin Kira Steurer. Sie ist festes Inventar, verbringt hier all ihre Zeit und steckt viel Herzblut hinein. Die Törtchen macht sie allesamt selbst. Es gibt viele Stammgäste, die fast jeden Tag kommen. Mehrfach wird in den Kommentaren von der menschlichen Wärme im Café geschwärmt. Die ist definitiv zu spüren. Fazit: Ein Ort zum Verweilen mit exzellenten Küchlein.


Platz 4: The Gin Room in Charlottenburg-Wilmersdorf
Von außen fällt die Bar nur durch eine große, leuchtende Anzeige auf. Dort steht „The Gin Room“ – in der Pariser Straße in Charlottenburg-Wilmersdorf gelegen, landet die Bar unter den Lieblingsorten der Leserinnen und Leser. Viele sprechen großes Lob aus, dafür gibt es auf Platz vier. Beim Übertreten der Türschwelle empfängt ein rustikal-modernes Etablissement mit viel Liebe zum Detail. Dann fängt den Blick jedoch sofort die gigantische Sammlung von Flaschen hinter der Bar. 600 Gin-Flaschen stehen hier, aus aller Herren Länder, jedoch auch viele aus Deutschland. „Gin zu brauen ist gar nicht so schwierig“, verrät der Barkeeper, „es braucht wenig Equipment, deshalb haben wir auch viele von kleinen Destillerien hier.“
Das Personal wird besonders hoch in den Kommentaren gelobt. Enttäuscht wird man nicht. Die Mitarbeiter haben ein umfangreiches Fachwissen, können alles zusammenmixen und sind sehr aufmerksam und freundlich. Auf Anfrage gibt es auch Cocktails oder Gin-Mischungen, die nicht auf der Karte stehen. Die Grenze ist nur die eigene Vorstellungskraft. Es ist eine entspannte Atmosphäre, ob man allein oder in einer Gruppe kommt. The Gin Room ist eine Bar, die auf Klasse und Geschmack setzt. Die Preise sind fair und eine Karaffe Wasser samt Erdnüssen gibt es obendrein. Fazit: Ein Ort für tiefgründige Gespräche mit Wohnzimmeratmosphäre.

Platz 5: Olio Sabato in Lichtenberg
Das Olio Sabato ist ein Foodtruck, der donnerstags und freitags in der Dönhoffstraße in einem Hof in Lichtenberg steht. Im Ranking liegt er aktuell auf Platz fünf. Darin schwärmen viele von Desiree, der Verkäuferin und Köchin. Vor Ort geht es munter zu, die Schlange reißt kaum ab. Vor dem Truck sind auf der Wiese rundherum Bierzeltgarnituren aufgestellt, es gibt einen Korb mit Büchern und der Truck verbreitet einen köstlichen Duft nach Kaffee und frischem Essen. Tiere sind hier auch willkommen.
Auf der Karte stehen italienische Spezialitäten, angefangen mit Espresso bis hin zu Vincotto, Leccino, Caponata und vielem mehr. Einige Kunden nehmen sich etwas auf die Hand mit, andere setzen sich hin. Man kennt sich hier, verabredet sich zum gemeinsamen um die Häuser ziehen – für Halloween mit den Kindern. Die Preise sind fair, es gibt auch vegane Optionen. Die Kommentare für das Olio Sabato sind stets Mehrzeiler. Einer schreibt: „Die authentische italienische Gastfreundschaft und das Gefühl, in eine kleine italienische Welt einzutauchen, machen diesen Ort besonders.“ Das einzige Manko: Die Gäste wünschen sich den Truck häufiger als nur zwei Tage die Woche. Fazit: Ein Ort für die ganze Familie, um nach der Schule oder in der Mittagspause zu schmausen.




