Der Female Future Force Day 2024 begann mit einer kraftvollen und klaren Botschaft: „Demokratie stärken – Gleichberechtigung fördern“. Die FUNKE Mediengruppe und EDITION F fordern in einem Manifest eine entschlossene politische Umsetzung von Maßnahmen zur Beseitigung der allgegenwärtigen Ungleichheiten in nahezu allen Lebensbereichen und appellieren darin an die Politik, diese Ungerechtigkeiten systematisch zu bekämpfen.

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Direkt vor Ort im bcc Berlin konnten die Teilnehmenden via QR-Codes den ganzen Tag über die begleitende Petition zur Unterstützung des Manifests unterschreiben, das an diesem Wochenende öffentlich gemacht wurde.
Mit „Lasst uns gemeinsam Brücken bauen, wo uns Gräben trennen“, eröffnete Barbara Brehm, Geschäftsführerin der FUNKE Lifestyle GmbH, das Event, das dieses Jahr unter dem Motto „Bridge the Gap“ stand und gab damit den Ton für einen Tag an, der sich mit den Lücken in unserer Gesellschaft befasste: vom Gender Pay Gap über den Gender Care Gap bis hin zum Gender Data Gap.

Netzwerken gegen gesellschaftliche Ungleichheiten
„Ich war vor Jahren schon hier und fand die Themen dieses Jahr einfach super inspirierend. Außerdem freue ich mich total auf das Netzwerken“, erzählte Marija Amadeus (46), die gemeinsam mit einer Freundin den FFF Day besuchte. In Panels und Masterclasses wurde die Gelegenheit geboten, sich mit führenden Expertinnen und Experten auszutauschen.
Im Panel „Bridge the Care Gap – Sorgearbeit fair-teilen“ sprachen unter anderem Jutta Allmendinger, Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin, und Sebastian Tigges, Podcaster und Content-Creator, darüber, wie flexible Arbeitszeitmodelle zu einer gerechteren Verteilung der Care-Arbeit beitragen könnten. „Wenn Frauen mehr verdienen und die Karriereleiter höher erklimmen als ihre Männer in einer heterosexuellen Beziehung, werden sie zu Hause nicht entlastet, sondern müssen noch mehr leisten“, so Alexandra Zykunov, Autorin, Co-Erfinderin und Co-Redaktionsleiterin des Magazins Brigitte BE GREEN.
Brücken bauen und Chancen nutzen
Beim Panel „Bridge the Gap: Wie wir Brücken schlagen“ sprachen Katarina Barley, Julia Emmrich, Ocean Hale Meißner, Laura Nickel und Gilda Sahebi über das Auseinanderdriften der Gesellschaft. Sie thematisierten politische Gräben, soziale Unterschiede und die Rolle von Ost und West. „Unser stärkstes Gefühl, das wir Menschen haben, ist die Angst. Und daran wird [von rechten Parteien] appelliert, weil es eben viel, viel leichter ist, an Angst zu appellieren, als an das Zugehörigkeitsgefühl“, so Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments.
Neben den Diskussionen und Vorträgen gab es zahlreiche Aktivitäten für die Besucherinnen und Besucher. Sie konnten sich kreative Sticker-Tattoos aufkleben lassen, Armbänder basteln oder an verschiedenen Workshops teilnehmen. Auch Start-up-Stände und interaktive Karrierestände gaben den Teilnehmenden die Gelegenheit, direkt in Austausch zu treten und sich über berufliche Chancen zu informieren.

Gegen Hass und für innere Balance
Im Panel „Bridge the Hate Gap – Frauen gegen Hass und Hetze“ schilderten Tara-Louise Wittwer und Anna-Lena von Hodenberg ihre Erfahrungen mit Online-Hass und forderten stärkere Maßnahmen gegen Plattformen, die Hasskommentare zulassen. Besonders hervorgehoben wurde, dass vor allem Frauen und marginalisierte Gruppen online von Hass betroffen sind.
Ein Highlight des Tages war die Masterclass „SoulRave“ mit Leni Bolt, bekannt aus Queer Eye Germany, die bereits im Voraus ausgebucht war. Die Kombination aus Tanz und Meditation bot den Teilnehmenden eine besondere Möglichkeit, Ängste und Stress abzubauen. „Für mich hat das die Beziehung zu mir selbst total gestärkt. Dieses Tanzen, Bewegen und so ganz frei, auch vom Club“, sagte Bolt.
Baerbock über feministische Außenpolitik: Frauen gestalten die Welt von morgen
Am Nachmittag ging es im Panel „Bridge the Sport Gap: Mehr als nur Spiel“ um die Rolle des Sports im Kampf gegen Diskriminierung. Steffi Jones, Janina Nagel und Kristina Vogel diskutierten, wie Sport Barrieren überwinden und für Gleichberechtigung sorgen kann. „Zusammen können wir auch etwas verändern. Es ist immer ein Prozess, das wird auch nie weggehen, weil es einfach menschlich ist“, sagte Jones.
Am Nachmittag sprachen Außenministerin Annalena Baerbock und Verlegerin Julia Becker über feministische Außenpolitik und Frauen in Führungspositionen. „Wir [Frauen] können eine andere Art von Politik machen“, sagte Baerbock. Die Politik sei weltweit durch rechte Kräfte herausgefordert, die nicht wollen, dass Frauen Macht haben, so Baerbock über Gemeinsamkeiten von Frauen in der Politik und im Journalismus. „Es gibt unendlich viel mehr Dinge, die man noch verändern muss. Aber immerhin ist diese Bewegung nicht mehr aufzuhalten“, so Becker zum Schluss. „Starke Frauen werden diese Welt auch in Zukunft verändern.“ Das Gespräch endete mit Standing Ovations.

Der FFF Day als Plattform für Veränderung
Den krönenden Abschluss bildete eine Networking-Party mit DJane, bei der die Teilnehmenden ihre Eindrücke des Tages austauschen konnten. „Der FFF Day war inspirierend und hat mir viele Denkanstöße gegeben“, sagte Tjorven Bub (22), die den FFF Day zum ersten Mal besuchte.
Der Female Future Force Day 2024 zeigte, dass es noch viele Lücken gibt, die geschlossen werden müssen. Doch die Bereitschaft, Brücken zu bauen, war an diesem Tag überall spürbar – sei es im Kampf gegen den Gender Pay Gap, gegen digitale Gewalt oder für eine gerechtere Verteilung von Care-Arbeit.





