Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat am Donnerstagabend die IFA 2024 eröffnet. In seiner Rede zur Eröffnungsgala betonte der Kanzler vor mehr als 300 geladenen Gäste die Bedeutung der Messe für den Fortschritt in Deutschland. Die IFA stehe für „Innovationen, die unser Leben schöner, leichter und besser“ machten, sagte Scholz. Er forderte dazu auf, die Offenheit und Begeisterung für Technologie in Deutschland zu bewahren. Nur so bleibe Deutschland auch weiterhin ein Industrieland, betonte Scholz.

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Darüber hinaus sprach sich der Bundeskanzler für Freihandel und länderübergreifende Lieferketten aus. „Wir dürfen uns nicht abschotten“, betonte er und bekam dafür Applaus. Die IFA setzt in diesem Jahr verstärkt auf Aussteller aus Asien. Rund 40 Prozent der ausländischen IFA-Aussteller kommen aus China.

Zu Messeeröffnung gekommen war auch Berlins Regierender Bürgermeister, Kai Wegner (CDU). Er betonte in seiner Rede die Verbundenheit der Hauptstadt mit der Messe. „Die IFA gehört zu Berlin“, sagte Wegner. Sie sei sogar zwei Jahre älter als der Funkturm, betonte er. Die IFA feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen.

IFA erwartet rund 1800 Aussteller

Zur IFA werden in diesem Jahr vom 6. bis zum 10. September rund 1800 Aussteller erwartet. Ziel der Veranstalter ist es, die Besucherzahl des vergangenen Jahres zu übertreffen. 2023 kamen rund 182.000 Menschen zur Technikmesse. In den Jahren vor Corona waren teilweise bis zu 240.000 Besucherinnen und Besucher zur IFA gekommen.

Rund 1800 Aussteller haben sich in diesem Jahr angekündigt.
Rund 1800 Aussteller haben sich in diesem Jahr angekündigt.© dpa | Carsten Koall

Vieles ist in diesem Jahr neu bei der IFA. Der Markenauftritt hat sich deutlich verändert, das alte IFA-Logo mit dem einst von Grafiker Helmut Lortz entworfenen „Funk-Otto“ gibt es so nicht mehr. Die Technikschau setzt nun auf knallige Farben. Es sind die Farben des Testbildes einstiger Fernsehapparate. Auch der Name hat sich geändert. IFA steht seit diesem Jahr nicht mehr für „Internationale Funkausstellung“, sondern für „Innovation für alle“. Wegner hatte mit Verweis auf die Namensänderung in seiner Rede betont, dass die IFA für viele Berliner sicher trotzdem zukünftig ihre Funkausstellung bleiben werde.

Neu aufgestellt hat sich auch das Organisationsteam der Messe. Bereits im vergangenen Jahr wurde die IFA erstmals von der neu gegründeten IFA Management GmbH veranstaltet, die Messe Berlin ist nur noch Vermieter. Die Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik (GFU), ein Zusammenschluss führender Unternehmen der Branche und außerdem Markeninhaber der IFA, ist mit 49 Prozent an der IFA Management GmbH beteiligt. Die übrigen Anteile liegen beim Unternehmen Clarion Events, einem der weltweit größten Messeveranstalter.

IFA in Berlin: Einige Stars haben sich angekündigt

Geschäftsführer der IFA Management GmbH ist seit vergangenem Herbst der Berliner Leif-Erik Lindner. Er sagt: „Die IFA kann heute keine reine Technikshow sein.“ Vielmehr müsse sie auch als kulturelles Event verstanden werden und Unterhaltung bieten. Deswegen sei es ihm wichtig gewesen, wieder eine große Eröffnungsgala sowie Konzerte im Sommergarten der Messe auszurichten.

Vor der Sommergartenbühne können in diesem Jahr mehr als 10.000 Menschen Konzerte verfolgen. Für die meisten Veranstaltungen des umfangreichen Sommergarten-Programms müssen jedoch extra Tickets gekauft werden. Auftreten werden dort etwa Ski Aggu, Luciano, Reezy, Juju, Kelvyn Colt, die Stereo MCs und Faithless. Das Sommergarten-Konzert von Bryan Adams steht für Donnerstagabend im Anschluss an die Eröffnungsgala im Programm.

IFA bleibt vorerst in Berlin

Mit vielen jungen Künstlern und Influencern will die IFA für junge Menschen attraktiver werden. Denn sie sind für einige große Hersteller zunehmend wichtig. So setzen etwa die südkoreanischen Konzerne Samsung und LG verstärkt auf eine jüngere Zielgruppe. Südkorea ist in diesem Jahr das Partnerland der IFA.

Tagestickets für die Messe kosten dieses Jahr 17 Euro. Die Messe ist täglich von 10 bis 18 Uhr für alle Besucherinnen und Besucher geöffnet. Tage, an denen nur Fachpublikum zutritt hat, gibt es also nicht.

Ein Umzug der Berliner Traditionsmesse in eine andere Stadt droht in den kommenden Jahren übrigens nicht. „Wir haben uns für zehn Jahre verpflichtet, in Berlin zu bleiben“, sagte Lindner der Morgenpost. Allerdings gebe es eine Ausstiegsklausel, die schon nach fünf Jahren geltend gemacht werden könne, berichtet der IFA-Chef.

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