Samstag feierten hunderttausende Menschen beim Loveparade-Nachfolger Rave the Planet in Berlin. Am Sonntag veröffentlichten Polizei, Rettungsdienst und Berliner Stadtreinigung (BSR) erste Zahlen. Trotz eines „weitestgehend friedlichen Verlaufs“ gab es auch einige wenige, aber drastische Vorfälle.

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Die Polizei begleitete die Veranstaltung nach eigenen Angaben mit gut 1000 Beamten und Beamtinnen. Im Verhältnis zur Größe der Veranstaltung sei es nur vereinzelt zu Straftaten gekommen. Allerdings mussten 122 Personen kurzzeitig zur Feststellung ihrer Personalien festgenommen und 56 Anzeigen geschrieben werden. Darunter viermal der Vorwurf der Vergewaltigung, 18 Fälle von Körperverletzung und acht tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte. Dazu seien 29 Ordnungswidrigkeiten festgestellt worden. 21 davon Gewerbeverstöße wegen des illegalen Verkaufs von Speisen und Getränken. 21 Polizeibeamte seien verletzt worden, hätten den Dienst aber fortsetzen können. 

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Konkrete Angaben zur Anzahl der Feiernden nannten weder die Veranstalter noch die Polizei. Die Organisatoren hatten 300.000 Menschen erwartet und sprachen von „Hunderttausenden“, die feierten. Laut Polizei war die Veranstaltungsfläche zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor nicht komplett ausgelastet. Über den Tag verteilt seien dort aber mehrere Hunderttausend Menschen gewesen, sagte eine Sprecherin. 

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Mehr Einsätze meldet auch der vom Veranstalter eingesetzte Rettungsdienst Mol-Medical. 600 Mal hätten die Sanitäter ausrücken müssen, darunter fallen allerdings auch Bagatelleinsätze wie das Kleben von Blasenpflastern. Das sind 100 Einsätze mehr als im vergangenen Jahr. „Die meisten Fälle standen mit überhöhtem Alkohol- und Drogenkonsum und daraus resultierenden Kreislaufproblemen in Zusammenhang“, so ein Sprecher. Die warmen und schwülen Temperaturen hätten keine herausragende Rolle gespielt. Die Berliner Feuerwehr fuhr insgesamt 97 Einsätze mit Rettungswagen, elf davon unter Beteiligung eines Notarztes sowie 52 Notfalltransporte. 

Clean-up im Tiergarten: Sebastian und Geraldine haben bei Rave the Planet gefeiert, Sonntag räumen sie auf.
Clean-up im Tiergarten: Sebastian und Geraldine haben bei Rave the Planet gefeiert, Sonntag räumen sie auf. © FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) meldete hingegen weniger Müll. Demnach sammelten die Mitarbeitenden 107 Kubikmeter Abfälle. Im Vorjahr waren es noch knapp 145. Zusätzlich kümmerten sich Dutzende Freiwillige beim vom Veranstalter von Rave the Planet organisierten Clean-up Day um die Reinigung des Tiergartens. „So eine Veranstaltung hat immer eine große Flächenbelastung“, gibt Organisator Sebastian Wischmann unumwunden zu.

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Unter den Helfern waren auch Geraldine und Freund Sebastian. „Ich möchte den Tag sinnvoller verbringen, als Zuhause zu sein.“ Sebastian bestätigt: „Wir haben gestern kostenlos gefeiert. Wenn wir den Park nutzen, können wir heute auch aufstehen und Müll sammeln“, so der 31-Jährige. (mit dpa)