Es war einer der Aufreger kurz vor Ende der Fußball-EM 2024: Die FSE Fläminger Stahl- & Energieelementebau, ihres Zeichens Hersteller des riesigen EM-Tors aus der Fan Zone am Brandenburger Tor, bot die Stahlkonstruktion zum Kauf an. Und das ausgerechnet auf dem Internetportal Kleinanzeigen. Gegen Selbstabholung, versteht sich, Verhandlungsbasis: 180.000 Euro. War die Aktion nur ein medienwirksamer Marketing-Gag?

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„Für uns war es ein tolles Projekt, mit viel positiver Resonanz, von der wir auch als Firma profitiert haben“, sagt eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage. Die Firma hatte in einer ersten Anzeige noch über den Account eines Mitarbeiters extra betont, dass das Angebot „kein Fake“ sei. Wenig später verschwand das Angebot jedoch und wurde danach überarbeitet von einem neu eröffneten Firmenkonto eingestellt, mit der Bitte um „ernst gemeinte“ Offerten.

Berlin: Keine ernsthaften Interessenten für weltgrößtes Fußballtor?

Dabei hatte die Firma FSE das 40 Tonnen schwere, 23 Meter hohe und 64 Meter breite und damit nach Veranstalterangaben weltgrößte Fußballtor, offenbar bereits vorher zum wesentlich niedrigeren Schrottpreis für Stahl verkauft. Dieser liegt derzeit im niedrigen dreistelligen Bereich. „Wir haben das Material schon im Vorfeld gekauft“, sagt Geschäftsführer Philip Peglow von Peglow Schrott und Metall in Reinickendorf.

EM-Tor Fan Zone Berlin
Das EM-Tor aus der Fan Zone vor dem Brandenburger Tor beim Abbau. © BM | FSE Stahl- und Energielementebau

Da die enge Taktung zum Abbau der Fan Zone eingehalten werden musste, blieb nur wenig Zeit. Nach Angaben des Herstellers aus Sachsen-Anhalt wurde das Tor am Wochenende nach dem EM-Finale abgebaut und danach vor Ort zerlegt. Interessenten, die sich noch in diesen Tagen an die Firma wandten, seien schon an den Schrotthändler verwiesen worden.

Peglow sagt: „Es war schwer, seriöse Angebote zu erkennen. Darum haben wir uns nicht darauf eingelassen.“ Die vor Ort auf sechs Meter zerschnittenen und dann in Containern abtransportierten Metallteile seien deswegen weiter zerkleinert und inzwischen eingeschmolzen worden. Für den Geschäftsführer ein besonderer Auftrag. Großen Wehmut um das riesige EM-Tor verspürt er trotzdem nicht. „Vielleicht wäre das anders gewesen, wenn Deutschland die EM gewonnen hätte.“

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Die Kulturprojekte Berlin als Veranstalter der Fan Zone hatten unterdessen betont, in den Verkaufs-Coup vorher nicht eingeweiht gewesen zu sein. „Die Firma FSE hat de facto keine Urheberrechte am Tor“, hieß es von dem städtischen Unternehmen. Deswegen dürfe das Werk nicht als solches verkauft werden, sondern höchstens das Material.  Während das EM-Tor nun lediglich recycelt wiederverwendet werden kann, wird die weitere Nutzung des Kunstrasens aus der Fan Zone langsam konkret: Noch nicht vergebene Teile sollen in der kommenden Woche etwa an Kindergärten verlost werden.

 

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