Gerade viele Eigenheim-Besitzer in Berlin stellen immer noch den Gelben Sack mit ihrem Plastikmüll vor die Tür, statt eine Gelbe Tonne aufzustellen. Doch wer das ab August weiterhin tun will, muss seinen Müll selbst auf den Recyclinghof bringen. Ende Juli endet eine Übergangsregelung.

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Alba-Sprecher Matthias Hochstätter zur Morgenpost: „Da Senat und Duale Systeme die Umstellung von Sack auf Tonne vereinbart haben, wird Alba nun nach einer einjährigen Übergangsphase ab Ende Juli auch keine neben den Tonnen bereitgelegten Säcke mehr mitnehmen. Unsere Kollegen leeren dann nur noch gelbe Tonnen.“ Hintergrund ist, dass der Berliner Senat 2021 bei der Wertstoffentsorgung nach 30 Jahren eine Umstellung von Sack auf Tonne beschlossen hatte. Das geschah damals vor allem auf Wunsch von Anwohnern, die sich immer wieder über von Tieren aufgerissene Säcke beklagt hatten.
Solche Änderungen müssen die Kommunen dann mit den zuständigen Dualen Systemen absprechen. Die Dualen Systeme nehmen diese Vorgaben der Kommunen im Anschluss in ihre Ausschreibungsbedingungen mit auf. Dienstleister wie Alba müssen somit zu den gegebenen Bedingungen und dem festgelegten Budget den Auftrag erfüllen.
Laut Alba böten die neuen Tonnen den Anwohnenden ausreichend Platz, um neben Verpackungsabfällen auch kleinere Haushaltsgegenstände aus Kunststoff und Metall (Achtung: nur ohne Akkus oder Batterien!) zu entsorgen. Auch saisonal oder feiertagsbedingt höhere Abfallmengen passen problemlos in das 240-Liter-Standardgefäß. Ausnahmen gibt es demnach nur für einzelne schwer zugängliche Straßenzüge, in denen eine Tonne nicht aufgestellt werden kann.

Und in eben einer solchen Straße wohnen Thorsten und Regine Strelow aus der Tegeler Siedlung Waldidyll am Flughafensee. Sie hatten eine Gelbe Tonne und waren damit sehr zufrieden, bis der Entsorger Alba sie gegen ihren Wunsch in Gelbe Säcke getauscht hat. Seitdem sollen die Strelows ihre Wertstoffe in der Plastikfolie sammeln und zur nächsten großen Straßenecke bringen, damit sie die Alba-Mitarbeiter mit ihrem Müllauto dort einsammeln können. Der Grund: Die Straße, in der die Strelows wohnen, sei zu schmal. die Berufsgenossenschaft verbiete die Einfahrt, teilt Alba mit. Dabei gab es zuvor jahrelang keine Probleme. Und noch heute fahren die ähnlich dimensiornierten Müllautos der BSR bei Strelows problemlos vor und auch wieder weg. Zum Hintergrund: Für die BSR ist eine andere Berufsgenossenschaft zuständig.
Gelbe Säcke werden häufig von Tieren aufgerissen
Die Strelows wollen ihre Tonne zurück, weil die Wertstoffsäcke oft von Tieren wie Krähen oder Waschbären durchsucht werden und die Türe den Müll dabei verteilen. Der Reinickendorfer Abgeordnete Jörg Stroedter (SPD) hatte sich eingeschaltet und bei Alba auf eine Lösung gedrängt. Stroedter hatte nach den letzten Gesprächen mit Alba auch verkündet, dass eine Lösung verhandelt worden sei. Das allerdings bestreitet Alba. Alba teilte nun auf Morgenpost-Anfrage mit, dass es noch kein Verhandlungsergebnis in der Entscheidung Sack oder Tonnen fürs Waldidyll zwischen Politik und Dualen Systemen gebe, aber man erwarte es voraussichtlich im Laufe der Sommerpause.

Eigenheimbesitzer, die partout keine Tonne im Vorgarten haben wollen, dürfen ihren Verpackungsabfall künftig kostenlos selbst zum BSR-Recyclinghof bringen.





