Die Studierenden im Protestcamp an der Freien Universität Berlin (FU) brechen ihre Zelte ab. Die FU-Leitung habe auf die Proteste und Forderungen der Camp-Teilnehmer für „eine freie Universität und ein freies Palästina“ nicht reagiert, daher hätten diese beschlossen, die Zelte nach 19 Tagen abzubauen, teilten sie bei einer abschließenden Pressekonferenz mit.

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Im Anschluss zogen sie vom Henry-Ford-Bau demonstrierend in Richtung Präsidiumsgebäude. „Lasst Gaza frei, lasst Gaza leben. Die Uni ist dagegen und ruft die Bullerei“, skandierten die Teilnehmer. Rund 50 Personen schlossen sich dem Protest an. Ihre Forderungen warfen sie in den Briefkasten des Präsidiums. Dazu gehörten ein „Ende des Genozids, der Apartheid und Besatzung in Palästina“, ein Stopp von Waffenlieferungen und ein Waffenstillstand, die Überarbeitung der IHRA-Antisemitismus-Definition, die Rücknahme der Verschärfung des Hochschulgesetzes, keine Polizei auf dem Campus und die Umbenennung des Henry-Ford-Baus in Esther-Bejarano-Bau. Sie war eine Überlebende des Nazi-Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau.
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Nachdem sie ihre Forderungen abgegeben hatten, zogen die Protestierenden auf der Thielallee weiter. Auf Höhe der Rost- und Silberlaube betraten die Demo-Teilnehmer wieder Uni-Gelände. Vor der Mensa fand die Abschlusskundgebung statt. Andere Studierende beobachteten den Protest, es schloss sich aber offenbar kaum jemand an. Während mehrere Kufiya, das Palästinensertuch, trugen, waren auch Teilnehmer mit Kippa dabei. Auf dem Shirt einer Teilnehmerin stand: „Juden für den Waffenstillstand.“ Während der Demonstration gab es laut Informationen der Polizei keine Zwischenfälle. Allerdings gelangte einige Teilnehmer im Anschluss in die Mensa und verharrten dort zu einem Sitzprotest. In Absprache mit der Uni-Leitung beließ sie die Polizei dort und zog sich zurück.
FU: Polizei räumt von Aktivisten besetzen Hörsaal
Am Abend wurde dann von propalästinensischen Aktivisten ein Hörsaal der FU besetzt, der von der Polizei geräumt wurde. Die Zahl der nach draußen gebrachten Personen habe im unteren zweistelligen Bereich gelegen, sagte ein Sprecher. Die Räumung, die auf Wunsch der Hausleitung durchgeführt worden sei, sei gewaltfrei abgelaufen. Ob es sich bei den Personen um Teilnehmer des beendeten Protestcamps an der FU handelte, war nach Angaben des Sprechers zunächst unklar.
Die Universität teilte mit, im Hörsaal 1A in der „Rost- und Silberlaube“ habe sich am späten Nachmittag eine Gruppe von bis zu 30 Personen aufgehalten. Diese hätten für die Hochschule nicht vertretbare Forderungen gestellt - darunter die sofortige Rücknahme von Strafanzeigen und ein Abbruch der Zusammenarbeit der Hochschule mit Universitäten in Israel.
Die Hochschulleitung habe Gespräche in Aussicht gestellt, aber gleichzeitig darauf bestanden, dass die Personen den Hörsaal verlassen. Als die Protestierenden erklärten, nicht alle von ihnen seien dazu bereit, habe man die Polizei um Räumung ersucht. Diese sei gegen 21.45 Uhr abgeschlossen gewesen. Gegen 27 Personen sei Anzeige erstattet worden. Der Hörsaal sei durchgehend zugänglich gewesen, es habe eine Sachbeschädigung gegeben.

Camp auf FU-Gelände: Was die Demonstranten erreichen wollten
Nach Angaben der Behörde gab es seit der Errichtung des Camps keine Vorkommnisse. Dieses war am 20. Juni nach Angaben der Organisatoren auf Initiative studentischer Gruppen des Palästinakomitees als offenes Protestcamp errichtet worden. Ziel war es, einen Raum für kritische Auseinandersetzungen mit dem von den Protestierenden postulierten „Genozid in Gaza sowie Repressionen gegen studentischen Protest“ zu schaffen. Dies sei gelungen. Die Universität sei jedoch der Forderung nach einem öffentlichen Gespräch nicht nachgekommen. Die Möglichkeiten des Camps seien ausgeschöpft, nun solle den Positionen durch die Demo und die Übergabe der Forderungen an das Präsidium mehr Gehör verschafft werden, hieß es. (mit dpa)
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