- Es ist heiß in Berlin – sogar ein neuer Hitzerekord für 2024 könnte aufgestellt werden
- Doch nicht alle Gegenden in der Stadt sind gleichermaßen von dem extremen Wetter betroffen
- Diese Karte zeigt, wo es am heißesten ist
Berlin. Der Brunnen im Lustgarten ist eine Art Hitze-Indikator für die Hauptstadt. Je heißer es in Berlin wird, desto mehr Menschen tummeln sich dort an und vor allem auch im Wasser, um sich abzukühlen. War das feuchte Nass vor dem Alten Museum in den vergangenen Tagen bereits gut besucht, könnte es heute noch voller werden. Denn Berlin steht ein absoluter Hitze-Tag bevor – womöglich der heißeste Tag des Jahres. Abkühlung ist dann auch andernorts in der Stadt nötig. Während es überall heiß werden dürfte, gibt es einige Hitze-Hotspots, die besonders betroffen sind.

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Die Klima- und Temperaturunterschiede innerhalb Berlins zeigen zum einen die detaillierten Karten des Berliner Umweltatlas, der Klimadaten mit Stadtstrukturdaten verknüpft. Wer wissen will, wo es aktuell in Berlin besonders heiß oder auch kühl ist, kann auf der interaktiven Karten von Meteoblue nachsehen.
Auf der Basis von Messdaten und einer sogenannten Modellierung werden die aktuellen Temperaturen Berlins farblich dargestellt und stündlich aktualisiert. Straßengenau lässt sich in den Stadtplan zoomen, wo Berlins heißeste Zonen liegen. Nur eine Suche per Adressangabe gibt es leider nicht.
Heißeste Orte in Berlin: Besonders die ehemaligen Flughäfen heizen sich auf
Die Karte gibt auch einen eindeutigen Hinweis darauf, wie Hitze in der Stadt entsteht. Am Mittwochnachmittag waren die heißesten Zonen in Tiefrot auf den ersten Blick gut zu erkennen. Eine ist das Tempelhofer Feld, eine andere der ehemalige Flughafen Tegel. Auch andere versiegelte Gebiete mit großen Parkplätzen und großflächigen Gebäuden wie das Messegelände oder die Gewerbegebiete in Haselhorst und Siemensstadt erscheinen in Dunkelrot. Dort herrschen demnach mehr als 30 Grad. Besonders kühl ist es, wenig überraschend, unter schattigen Bäumen am Wasser. So etwa in den Uferzonen des Grunewalds und rund um Dahme und Müggelsee.
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Idee der Karte sei unter anderem, die Nutzer zu sensibilisieren für die Folgen des Klimawandels, sagt ein Sprecher von Meteoblue. Das Unternehmen, gegründet 2006 als Spin-off der Universität Basel, bietet seine Karten auch Experten wie etwa Stadtplanern an, die sich mit dem verändernden Klima befassen.
Berlin nicht ausreichend auf extreme Hitze vorbereitet
Ist die „Bärenhitze“ in Berlin, wie es die Senatsgesundheitsverwaltung nennt, einfach „nur Sommer“ oder drohen doch akut größere Gefahren? Mehr als 100 Menschen seien allein in Berlin 2023 an den Folgen von Hitze gestorben, 51 waren es in Brandenburg, warnte etwa die Ärztekammer Berlin Ende Mai. Zwar lagen diese Zahlen nur knapp über dem Durchschnitt. Doch 2023 war das wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. Und angesichts Klimawandels steigen auch die gesundheitlichen Risiken, die durch Hitze, warnten die Ärzte. Noch immer sei „vielen Menschen nicht bewusst, wie gefährlich Hitze sein kann“. Auch die Berliner Feuerwehr warnte, Berlin sei noch nicht ausreichend auf extreme Hitze vorbereitet.

Anlass der Warnungen war der landesweite „Hitzeschutzplan“, dessen Erarbeitung unter Federführung der Senatsgesundheitsverwaltung Anfang des Sommers beschlossen wurde. An dem Plan arbeitet ein „Aktionsbündnis“ aus Ärzten, Feuerwehr, Apothekern und weiteren Akteuren. Zwar gab es zum Auftakt erstmal einen Dämpfer – die geplanten „Cooling-Down-Räume“ für die Feuerwehr fielen aktuellen Einsparungen zum Opfer, wie Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) Ende Mai einräumen musste.
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„Wir brauchen mehr Verschattung in unserer Stadt“
Die senatseigene Webseite www.berlin.de/baerenhitze gibt Tipps, wie sich Berliner konkret vor der Hitze und ihren Folgen schützen können. Dazu gehören eher banale Ratschläge wie ausreichend zu trinken und nur leichte Kost zu sich zu nehmen. Sinnvoll ist der Hinweis, dass viele Medikamente bei Hitze ausreichend gekühlt werden müssen. Die Symptome eines hitzebedingten Notfalls können übrigens Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen sein. Im Zweifelfall sollte man sich Rat holen beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117.
„Wir brauchen mehr Verschattung in unserer Stadt, aber auch kühlende Räume“, teilte Senatorin Czyborra bei der Ankündigung des Hitzeschutzplans mit. Auch Bereiche wie Verkehr, Bauen und Arbeiten müssten mit in den Blick genommen werden. Keine schlechte Idee, denn schließlich gleicht vor allem die Berliner U-Bahn im Sommer einer Sauna. Klimaanlagen gibt es allerdings nicht – zu teuer.
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Der Hitzebus für Obdachlose ist wieder unterwegs
Für wohnungslose Menschen hat die Berliner Stadtmission gemeinsam mit dem Senat konkrete Hilfemöglichkeiten geschaffen. Jeden Sonntag wird neben der Unterkunft in der Traglufthalle Containerbahnhof (Friedrichshain) ein schattiges Zelt aufgebaut. Besonders sonntags fehlten Obdachlosen Aufenthaltsorte wie Einkaufszentren, Parkhäuser oder Bibliotheken, so Breuer. Auch viele Tagesstätten für Wohnungslose hätten sonntags zu. Im Zelt gibt es neben Bänken und Tischen auch einfache Feldbetten, ein Wassernebelsystem zur Abkühlung, Wasserautomaten sowie Speisen und Getränke. Das Angebot sei auch für mobilitätseingeschränkte Personen nutzbar.
Ähnlich wie im Winter ist auch der Kältebus wieder unterwegs – nun als „Hitzebus“ für Menschen, die aus eigener Kraft die Angebote der Hitzehilfe nicht wahrnehmen können. Er fährt mittwochs bis sonntags zwischen 13 und 18 Uhr. Wer diese Arbeit unterstützen möchte, kann Schlafsäcke und Isomatten spenden, die auch im Sommer gebraucht würden, so Breuer.









