Feta-Käse für 59 Cent, Brotaufstrich für 79 Cent und Alpro-Joghurt für 1,19 Cent – Preise, die man so nur im „günstigsten Supermarkt“ Berlins finden kann. Seit Dezember betreibt das Startup „SPRK.global Lebensmittel“ ein Lageroutlet in Tempelhof. Trockenlebensmitteln, Obst und Gemüse, Molkereiprodukten, aber auch Getränken wie Wein und Softdrinks sind dort bis zu 80 Prozent billiger als in einem normalen Supermarkt. Das Geheimnis: Überschussprodukte. In der Lagerhalle werden nur Lebensmittel verkauft, die sonst in der Tonne landen würden.
Günstig einkaufen und Lebensmittelverschwendung vermeiden
Am Donnerstagmorgen zieht es Schnäppchenjäger deshalb schon eine Stunde vor Lageröffnung ins Industriegebiet. Vor der Halle warten sie in ihren Autos und beobachten das Wuseln im Innern. Spärliche Metallregale werden dort mit Lebensmitteln beladen, Kühlschränke aufgefüllt und Verpackungen entsorgt.

Angeboten werden Konsumgüter, die das Startup nicht an seine Lieferpartner vermitteln kann. Der „kleinteilige Mischüberschuss“, wie es Gründer und CEO von SPRK, Alexander Piutti es nennt. SPRK ist eigentlich eine B2B-Handelsplattform für Überschuss und Nachfrage im Lebensmittelbereich: Unternehmen, Landwirte oder Händler, die einen Produktüberschuss haben, können mithilfe von SPRK einen Abnehmer für diesen finden. SPRK vermittelt die Produkte gezielt dorthin, wo sie benötigt werden. So soll Lebensmittelverschwendung vermieden werden, bei den Lieferpartnern entfallen Entsorgungskosten und sie werden an dem Gewinn beteiligt.
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Bisher 5,5 Millionen Kilogramm Lebensmittel gerettet
Damit wirkt das Startup dem großen Problem der Lebensmittelverschwendung entgegen. Allein in Deutschland landen laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft jährlich rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Die Verschwendung findet entlang der gesamten Wertschöpfungskette statt angefangen bei der Produktion über den Handel bis hin zum Verbraucher. SPRK greift am Anfang der Lieferkette, bei Produktion und Handel ein. Insgesamt 5,5 Millionen Kilogrammm Lebensmittel habe man damit bislang gerettet, sagt Piutti.

Mit dem Lagerverkauf in Tempelhof wolle man nun auch die Gesellschaft an den Lebensmitteln teilhaben lassen. Welche Produkte dort täglich angeboten werden, sei aber nicht planbar, so der CEO. „Es gibt ein paar Standardprodukte, die wir immer haben und der Rest variiert, je nach dem, was gerade im Überschuss ist“.
„Bestens genießbare“ Lebensmittel im Lageroutlet in Tempelhof
Am Donnerstag sind unter anderem Toilettenpapier für 2,20 Euro, Glühbirnen für 1 Euro, Marken-Erdnussbutter für 1,39 Euro und Bio-Kellerbier für 62 Cent im Angebot. Ein Wocheneinkauf für unter 20 Euro ist hier durchaus möglich – wenn man keinen allzu dekadenten Geschmack hat. Auf einzelne Markenprodukte wie beispielsweise „natura“ Bio-Quinoa und „Seeberger“-Haferriegel gibt es nur leicht Rabatt und die Auswahl von Produktsorten ist beschränkt.

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Abgelaufen oder verdorben ist im Bestand aber nichts, beteuert der CEO. Es würden lediglich Lebensmittel mit einem kurzen Haltbarkeitsdatum verkauft: Der Handel nehme in der Regel nur Produkte ab sechs Monaten Mindesthaltbarkeit, alles von null bis sechs MHD würde im Laden angeboten und sei „bestens genießbar“.

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Über die App „Too Good To Go“ kann man zudem eine Kiste mit Obst und Gemüse erwerben und in der SPRK-Lagerhalle abholen. Schlappe 9 Euro kostet eine Zusammenstellung aus gängigen Gemüse- und Obstsorten wie Tomaten, Gurke und Salat. „Das kommt bei den Berliner:innen sehr gut an“, sagt Piutti.

Berlin bald komplett „Foodwaste-free“?
So gut, dass sich schon fünfzehn Minuten vor der offiziellen Öffnungszeit eine kleine Schlange von Senioren und jungen Menschen vor dem Outlet bildet. Als zur vollen Stunde der Lagerverkauf öffnet, stöbern sich zahlreiche Schnäppchenjäger Minuten später eifrig durch die Regale. Einige tippen mit schnellen Fingern am Handy, – wahrscheinlich um eine „Too Good To Go“-Kiste zu ergattern.

Wenn es nach dem Unternehmer ginge, sollen nicht nur Leute in Tempelhof sondern bald die ganze Stadt von SPRKs Lagerverkäufen profitieren können. Man wolle „so vielen Leuten wie möglich, den Zugang zu günstigen Lebensmitteln ermöglichen“. Damit das schon in naher Zukunft passieren kann, sei man bei SPRK im Gespräch mit der Stadt und gemeinnützigen Organisationen. Piuttis Ziel: „Es wäre fantastisch, wenn wir Berlin als erste Stadt in Deutschland mit unserem Konzept komplett Foodwaste-free machen.“
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Der SPRK.global Lagerverkauf befindet sich in der Ordensmeisterstraße 36, in 12099 Berlin und ist Montag bis Freitag von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet.





