Das größte Kulturevent Deutschlands, der Tag des offenen Denkmals, steht an diesem Wochenende an: In Berlin findet das lange Denkmal-Wochenende heute (9. September) und morgen (10. September) unter dem Motto „Voller Energie“ statt. Besucher können historische Gebäude und Stätten besichtigen, die normalerweise nicht oder nur selten zugänglich sind. Alle zwölf Hauptstadtbezirke bieten Führungen an. Mehr als 300 Angebote gibt es.

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Das Landesdenkmalamt hat das Programm online unter denkmaltag.berlin.de aufgelistet. Alle Orte kann man dort auch auf einen Blick auf einer Berlin-Karte sehen. Teilweise ist eine Anmeldung direkt bei den einzelnen Veranstaltern erforderlich. Unter den Denkmälern in Berlin sind etwa Kraft- und Umspannwerke, Mühlen oder Turbinenfabriken. Lohnenswert ist daneben aber auch der Blick auf viele weitere Bauten.

Wann und wie man Berlins größten Lost Place besuchen kann

Früher wurde das ICC kritisch beäugt, heute zieht es Berlinerinnen und Berliner in Scharen an, wenn es seine Tore zum Tag des offenen Denkmals  öffnet.
Früher wurde das ICC kritisch beäugt, heute zieht es Berlinerinnen und Berliner in Scharen an, wenn es seine Tore zum Tag des offenen Denkmals öffnet.© dpa | Paul Zinken

So kann beispielsweise Berlins größter Lost Place, das legendäre Internationale Congress Centrum (ICC) in Westend, besichtigt werden. Es öffnet Sonnabend von 10 bis 22 Uhr und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Das Ticketkontingent ist zwar ausgebucht, es können aber immer wieder Tickets im Falle von Stornierungen erhältlich sein. Außerdem gibt es Resttickets vor Ort. Auf der Seite von visit Berlin kann man Zeitfenster buchen.

Auch eine Besichtigung der restaurierten Avus-Tribüne, Messedamm 23, Eingang M, empfiehlt sich: An beiden Tagen ist die Ausstellung von 12 bis 16 Uhr offen.

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So kann man den ehemaligen Flughafen Tegel noch ein Mal besuchen

Bagger entfernen die Betondecke im Inneren des sechseckigen Terminalgebäudes.
Bagger entfernen die Betondecke im Inneren des sechseckigen Terminalgebäudes. © Unbekannt | © Tegel Projekt GmbH /Gerhard Kassner

Heiß begehrt sind natürlich die Führungen durch den ehemaligen Flughafen Tegel. Die zweistündigen Outdoor-Spaziergänge sind derzeit ausgebucht, auf der Webseite von Museumsdienst Berlin kann man die Lage einsehen. Die Ausstellung im Infocenter ist an beiden Tagen von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Ort: Infocenter Berlin TXL, Urban Tech Republic, Gebäude V, nahe Bushaltestelle General-Ganeval-Brücke.

Ebenso stehen die schmucken Jagdschlösser in Steglitz-Zehlendorf auf dem Programm: Führungen gibt es im Jagdschloss Glienicke an beiden Tagen zur Geschichte und Nutzung des Schlosses, jeweils um 11 und 14 Uhr, Treffpunkt Innenhof. Das Jagdschloss Grunewald ist am Sonntag von 10 bis 17.30 Uhr geöffnet, dort gibt es neben diversen Führungen auch ein Jazz- und Alphornkonzert (13 und 16 Uhr).

Oder: Das Berliner U-Bahn-Museum im ehemals größten europäischen Einreihenhebelstellwerk im U-Bahnhof Olympiastadion, Rossitter Weg 1. Geöffnet Sonnabend, 10.30 bis 16 Uhr mit Führung nach Bedarf (letzter Einlass 15.30 Uhr).

Was es im Finanzministerium zu sehen gibt

Auch das Turmhaus am Zenner im Treptower Park, Alt-Treptow 17, ist vor seiner anstehenden Sanierung 2024 für Publikum geöffnet. Geöffnet am Sonnabend: 12 bis 16 Uhr.

In Erinnerung an die wechselvolle Geschichte seines Dienstgebäudes in Berlin zeigt das Bundesfinanzministerium, Wilhelmstraße 97 in Mitte, Sonnabend und Sonntag von 11 bis 18 Uhr die Porträts von 75 Überlebenden des Holocaust. Das heutige Dienstgebäude des Bundesfinanzministeriums an der Wilhelmstraße war zur NS-Zeit der Sitz des Reichsluftfahrtministers Hermann Göring. Die großformatigen Porträts sind im Innenhof des Ministeriums zu sehen.

Für welches Highlight sich ein Ausflug nach Potsdam lohnt

Am Sonntag bietet das Museum für Kommunikation, Leipziger Straße 16 in Mitte, von 10 bis 18 Uhr zum 125. Geburtstag seines prächtigen Gebäudes diverse Führungen, unter anderem zur Architektur: 11, 13 und 15 Uhr.

Villa Ingenheim in Potsdam
Villa Ingenheim in Potsdam© picture-alliance / akg-images | akg-images / Bruni Meya | Unbekannt

Ein weiteres Highlight liegt in Potsdam: Die 1825 erbaute Villa Ingenheim und Ensemble, Zeppelinstraße 127/128. Seit 2013 ist die Villa Sitz des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, vorher war unter anderem der sowjetische Geheimdienst dort beheimatet. Geöffnet ist von 10 bis 16 Uhr, eine Ausstellung wird gezeigt. Für alle Führungen von 10.30 bis 14.30 Uhr, Treffpunkt: Empfang, ist eine Anmeldung notwendig. Ob bereits ausgebucht ist, erfahren Sie auf der Seite der Bundeswehr.

Bedeutung des diesjährigen Mottos „Voller Energie“

Berlins Bausenator Christian Gaebler (SPD) hebt vor dem Wochenende die Bedeutung des diesjährigen Mottos „Voller Energie“ hervor und erinnert an Berlin als „die Geburtsstätte der elektrischen Energie für alle“: Pionierfirmen wie AEG, Siemens und andere seien nicht nur technisch innovativ gewesen, „sondern auch architektonisch anspruchsvoll“, so der Senator. „Sie hinterließen uns ein beeindruckendes bauliches Erbe, das natürlich unter Denkmalschutz steht.“

Christian Gaebler, Berliner Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Christian Gaebler, Berliner Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen© Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild | Unbekannt

Heute beschäftige das Thema Energie wieder viele Menschen – unter den Vorzeichen Klimaschutz und Nachhaltigkeit, so Gaebler. „Hier hat die Denkmalpflege viel zu sagen, nicht erst seit heute: Denn es kann auch nachhaltiger sein, ein bestehendes Gebäude zu erhalten und umzunutzen, wenn nötig, anstatt es abzureißen und ein neues Haus an dieselbe Stelle zu bauen.“

Fast alle Angebote am Denkmalwochenende sind kostenfrei.