Berlins größter Vermieter, Vonovia, berät seine Mieter nach eigenen Angaben „auf allen Kanälen“, wie am besten Energie gespart und wie hohe Betriebskostennachzahlungen vermieden werden können, sagte eine Sprecherin des Konzerns am Donnerstag. So rät Vonovia den Mietern, entweder Geld zurückzulegen oder freiwillig die monatlichen Heizkostenabschläge je nach eigener Möglichkeit zu erhöhen.

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Zuvor hatte das Unternehmen angekündigt, zum Beginn der Heizkostenperiode im Herbst nachts die Heizungen zu drosseln. Die Leistung werde zwischen 23 und 6 Uhr auf 17 Grad Raumtemperatur reduziert, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Tagsüber werde wie gewohnt geheizt. Auch die Warmwasserversorgung sei von diesem Schritt nicht betroffen. Hier gebe es keine Einschränkungen beim Duschen oder Baden.
In einem Mieteraushang betonte Vonovia, das Unternehmen wolle mit diesem Schritt als verantwortungsvoller Vermieter dazu beitragen, Gas einzusparen und die Heizkosten zu begrenzen. Durch die Nachtabsenkung würden bis zu acht Prozent des Heizaufwands eingespart.
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WBM erhöht die Abschläge um bis zu 100 Prozent
Vonovia besitzt mehr als 550.000 Wohnungen, Hinzu kommen rund 72.500 verwaltete Wohnungen. In Berlin sind es 42.000. Nach Angaben des Unternehmens ist ungefähr die Hälfte der Wohnungen von der Drosselung betroffen. Bei Wohnungen, die über eine Gas-Etagenheizung verfügen, lässt sich die Drosselung nicht zentral vornehmen.
Auch andere Vermieter reagieren auf die stark steigenden Energiepreise und verlangen höhere Abschläge für die Heizungskosten. So hat die WBM die monatlichen Abschläge um 60 Prozent bei Wohnungen mit Fernwärme und um 100 Prozent bei Wohnungen Gas- oder Öl-Heizungen erhöht. Andere Vermieter greifen zu ähnlichen Schritten, um Mieter nicht am Ende mit zu hohen Nachforderungen zu überfordern. Experten gehen davon aus, dass sich die Höhe der Betriebskosten insgesamt auf zwei Monatsmieten erhöhen können.
FDP fordert schnelles Handeln vom Senat
Für die öffentlichen Verwaltungen hat Wirtschaftssenator Stephan Schwarz (parteilos, für SPD) die Vorgabe ausgerufen, mindestens zehn Prozent an Energieverbrauch einzusparen. Das soll unter anderem durch die Absenkung der Raumtemperatur auf bis zu 19 Grad erreicht werden. Nach den Sommerferien soll ein Handlungsplan mit konkreten Maßnahmen dazu vorgelegt werden.
Aus Sicht der FDP sollte der Senat nicht so lange warten, sondern sofort handeln. „Es ist erforderlich, dass sowohl auf Senats- als auch auf Bezirksebene sofort gehandelt wird“, sagte der energiepolitische Sprecher der Fraktion, Christian Wolf. „Dabei können auch kleine Maßnahmen in der Summe bereits große Einspareffekte hervorbringen, zum Beispiel durch die Reduzierung von Beleuchtung in und an öffentlichen Gebäuden sowie den Standby-Betrieb von nicht in Gebrauch befindlichen Geräten.“
Auch bei den landeseigenen Betrieben machen sich die hauseigenen Experten Gedanken darüber, wie der Energieverbrauch gesenkt werden kann. Die BVG, die sich seit mehreren Jahren in einem Transformationsprozess weg von fossilen Energiequellen befindet, hat eine Reihe von Maßnahmen geplant. So wird der Anteil elektronisch betriebener Fahrzeuge im Fuhrpark in diesem Jahr von derzeit neun auf fast 15 Prozent ausgebaut.
BVG nutzt Ökostrom und sucht nach Einsparpotenzialen
Außerdem planen die Verkehrsbetriebe nach Angaben des Unternehmens, verstärkt die Abwärme bei der Anlagentechnik zu nutzen, die Modernisierung von Anlagentechnik, den Tausch von Leuchten gegen LED-Beleuchtung und den Ausbau von Photovoltaikanlagen. „Bereits seit 2014 nutzt die BVG im Betrieb und auf den Liegenschaften 100 Prozent Ökostrom“, sagte Unternehmenssprecher Markus Falkner am Donnerstag, so dass hier nicht auf teures Gas oder Öl zurückgegriffen werden muss. „Durch die Installation eines Energiemanagement-Systems auf den größten Liegenschaften der BVG werden kontinuierlich und systematisch Einsparpotenziale generiert und bei gegebener Wirtschaftlichkeit umgesetzt.“
Auch für die Wasserbetriebe ist das Thema Energieeinsparung nicht neu. Mit 300 Giga-Wattstunden Verbrauch nutzen die Wasserbetriebe so viel Energie pro Jahr wie der gesamte Bezirk Lichtenberg. Ein Drittel davon bestreiten die Wasserwerker bereits in Eigenproduktion und sind damit nach Vattenfall der zweitgrößte Energieerzeuger in der Stadt. Allerdings verbrauchen die Wasserbetriebe die erzeugte Energie ausschließlich selbst. Der Anteil soll weiter erhöht werden. Das Unternehmen überlegt darüber hinaus, die Erneuerung der Technik zu beschleunigen, um den Energieverbrauch zu senken. Das soll vor allem bei den zahlreichen Pumpen geschehen.
„Jetzt kommt es darauf an, dass Bewusstsein der Mitarbeiter zu schärfen, was das persönliche Verhalten angeht“, sagte der Chef der Wasserversorgung und Leiter des Krisenstabs der Wasserbetriebe, Jens Fedder.





