Es lohnt sich, mal wieder den Tierpark in Friedrichsfelde zu besuchen, auch für Stammgäste und Jahreskartenbesitzer. Gleich drei Attraktionen sind derzeit neu zu entdecken: Am Donnerstag wurde eine Ausstellung über den Schneeleoparden eröffnet, die in den nächsten drei Wochen zu sehen ist. An den zwölf Stationen können nicht nur Kinder aktiv werden, „auch Erwachsene erfahren mit Sicherheit einiges, was sie noch nicht wissen“, sagt Sprecherin Katharina Sperling. Außerdem sind die beiden Sumatra-Tiger Jae Jae und Mayang zum ersten Mal gemeinsam auf ihrer Anlage zu sehen. Und noch zwei Rückkehrer können begrüßt werden: Die Malaienbären Frodo und Josy sind nach 15 Jahren wieder in ihrer Geburtsstadt Berlin angekommen.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Seit dieser Woche teilen sich die beiden Malaienbären mit den Schleichkatzen das Gehege im Regenwaldhaus. Frodo kam 2004 im Tierpark zur Welt, Josy wurde 2000 im Zoo Berlin geboren. Das Männchen ist eine Handaufzucht. „Ich habe Frodo damals zusammen mit einem Kollegen mit der Flasche aufgezogen“, erinnert sich der heutige Obertierpfleger Michael Horn. Es war für ihn daher auch keine Frage, seinen Frodo in dieser Woche persönlich aus dem Allwetterzoo Münster abzuholen.

Malaienbären hängen am liebsten in den Bäumen und dösen

Dort lebte Josy bereits seit 2006, sie war im Rahmen des Europäischen Zucht- und Erhaltungsprogramms (EEP) dorthin gekommen. 2018 trafen sich die beiden Berliner Bären im Münsteraner Zoo und sind jetzt gemeinsam in ihre Heimat zurückgekehrt. Am liebsten hängen die beiden hoch oben in den Bäumen und dösen in der Sonne. Oder sie sind auf der Suche nach leckeren Früchten. Malaienbären werden auch Sonnenbären genannt, dank ihres geringen Gewichts sind sie aber auch großartige Kletterer.

Britta Hennigs, Leiterin der internationalen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Nabu-Bundesverband, zeigt in der Ausstellung die Pfotenprofile eines Schneeleoparden und einer Hauskatze.
Britta Hennigs, Leiterin der internationalen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Nabu-Bundesverband, zeigt in der Ausstellung die Pfotenprofile eines Schneeleoparden und einer Hauskatze.© Katrin Lange | Katrin Lange

Sumatra-Tiger Jae Jae (13) ist im Januar aus Frankreich nach Berlin gezogen. Er hat einen eindeutigen Auftrag: Der Kater soll für Nachwuchs sorgen. Bei Tigerweibchen Mayang (11) konnte er sofort landen, beide sind wahre Schmusetiger, heißt es aus dem Tierpark. Doch das war bislang für die Besucher nicht zu sehen: Die Eingewöhnung von Jae Jae und das behutsame Kennenlernen der beiden Großkatzen spielte sich hinter den Kulissen ab. Die Zeit in der Abgeschiedenheit ist vorbei: Beide sind nun auf ihrer Anlage im Regenwaldhaus zu sehen. Einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass bald Tiger-Nachwuchs kommt, gibt es bereits. In ihrem Backstage-Bereich konnten die Tierpfleger bereits einige Paarungen beobachten. Ob das allerdings erfolgreich war, wird sich erst in einigen Monaten zeigen. „Wir freuen uns, dass sich Mayang mit ihrem neuen Partner gut versteht. Wenn sie in diesem Jahr auch noch Nachwuchs zur Welt bringt, wäre das eine fantastische Nachricht für den Erhalt ihrer gesamten Art“, sagt Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem. Der Tierpark engagiert sich seit den 1950er-Jahren für die seltenen Tiger. Mehr als 120 Sumatra-Tiger wurden in Friedrichsfelde geboren und sorgten auf der ganzen Welt in zoologischen Einrichtungen für Nachwuchs.

Um eine besondere Großkatze geht es auch in der neuen Ausstellung, die am Wasserspielplatz aufgebaut wurde. Unter dem Motto „Expedition Schneeleo“ können sich die Besucher bis zum 28. Juli auf eine kleine Reise durch Zentralasien in die Heimat des Schneeleoparden begeben. Am Ende der zwölf Stationen seien alle Besucher echte Schneeleoparden-Experten, verspricht Britta Hennnigs vom Nabu-Bundesverband, der die Ausstellung konzipiert hat.

Zu erfahren ist, wie sich das Tier, das in Hochgebirgsregionen in 6000 Meter Höhe lebt, perfekt angepasst hat. Große Lungen sorgen für ausreichend Sauerstoff, die großen Nasenflügel wärmen die Luft vor. Und der buschige Schwanz kann die Nase vor Kälte schützen. Perfekt getarnt, sind sie mit ihrem gefleckten Fell kaum im Geröll zwischen den Felsen zu erkennen. Besucher können sich davon überzeugen und auf einem Suchbild die versteckten Schneeleoparden entdecken. Am Ende der Ausstellung kommt noch ein echter Schneeleopard angelaufen – zumindest virtuell, aber sehr beeindruckend. Höchstens 6000 Schneeleoparden gibt es noch weltweit. Der Nabu klärt über seine Bedrohung auf und fordert die Besucher auf, sich für den Erhalt der Art einzusetzen.