Dramatische Szenen im Mauerpark: Eine 15 Meter hohe Zitterpappel stürzte am Café Mauersegler auf eine Menschengruppe. Um 17.09 Uhr ging der erste Notruf bei der Feuerwehr ein. Die Rede war von mehreren Verletzten und Eingeklemmten. Daher rückte die Feuerwehr mit 55 Einsatzkräften, dem Rettungshubschrauber „Christoph 31“, Kran und zwei Notärzten an. Am Unfallort stellte sich dann heraus, dass nur drei Menschen vor Ort medizinisch versorgt werden mussten, weitere waren nur leicht verletzt. Ein Kind wurde mit schweren, aber nicht lebensgefährlichen Verletzungen, sofort ins nächste Klinikum transportiert.

Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers könnte die Zitterpappel durch Wind umgestürzt sein, er habe gegen 17.11 Uhr eine Unwetterwarnung erhalten. „Zum Glück“ sei die Zahl an Verletzten überschaubar. Wäre der Baum auf die andere Seite gefallen, hätte es den Flohmarkt getroffen. Grundsätzlich gelte: „Vorsicht vor Bäumen“ bei starkem Wind, Gewitter oder Unwetterwarnung.
Die Berliner Feuerwehr hatte den Vorfall am Sonntag bereits um 17.30 Uhr auf der Plattform X, ehemals Twitter, gepostet.
Pilzbefall als mögliche Ursache
Der Fuß des Baumes gibt erste Hinweise über eine mögliche Ursache des Unfalls: Er sieht aus wie gerissen, der Baum ist komplett ohne seine Wurzeln umgestürzt. Das Baumholz wirkt morsch. Pilzbefall, begünstigt durch erhöhten Hitzestress, muss als Ursache in Betracht gezogen werden.

Umweltsenat: Berlins Stadtbäume zunehmend gestresst
Laut Senatsumweltverwaltung sind Berlins Stadtbäume zunehmend gestresst von Hitze, Stürmen und Starkregen. Dadurch würden die Bäume auch anfälliger für Krankheiten, so Grünen-Politikerin Schellenberg, die zudem auf vermehrte Bauarbeiten verweist.
Eine Zitterpappel kann normalerweise 100 Jahre alt und bis zu 40 Meter hoch und ein Meter dick werden. Ihre geringen Standortansprüche und ihr schnelles Wachstum machen sie zu einem beliebten Stadtbaum.

Berlin ist eine grüne Großstadt mit großem Baumbestand – Durchschnittlich stehen an jedem Kilometer Stadtstraße heute rund 80 Bäume, das ergibt einen Gesamtbestand von weit über 430.000 Straßenbäumen. Der Feuerwehrsprecher: „Gestern gab es drei Vorfälle mit heruntergefallenen Ästen oder Bäumen, aber das ist recht alltäglich in Berlin.“

Der Mauerpark ist der ehemalige Mauerstreifen zwischen Prenzlauer Berg und Wedding. Er wird vor allem an den Wochenenden zum Szenetreff mit Flohmarkt, Grillen und Karaoke. Der Rasen des 28.500 Quadratmeter großen Areals wird derzeit neu angelegt. Bis voraussichtlich Frühjahr 2025 werden außerdem der Bereich um den Regenbogenspielplatz sowie der Gehweg an der Schwedter Straße saniert.



