Ostern ist ein Fest der Fragen: Wer war zuerst da, der Hase oder das Ei? Warum gibt es eigentlich den Osterhasen, warum bringt er die Eier, und: ist der Osterhase überhaupt ein Berliner? Wir haben einige der wichtigsten Fragen rund um das höchste christliche Fest und um Hase und Ei zusammengestellt und nach Antworten gesucht. Weil Ostern ist, haben wir die richtigen Antworten versteckt – zwischen ein paar, nun ja, weniger richtigen Angaben. Finden Sie heraus, was stimmt und was nicht? Achtung: Es können mehrere Antworten richtig sein oder auch gar keine. Und nicht alles ist ernst gemeint – ein bisschen Spaß muss sein! Die Auflösung finden Sie am Ende des Artikels.

1. Warum werden zu Ostern Eier verschenkt?

A Weil Eier im Christentum als Symbol des neuen Lebens gelten, also auch der Auferstehung.
B Weil schon Jesus so gerne Eier aß.
C Das Osterei ist eine Erfindung von Hühnerbaronen und Schokoladenindustrie.

2. Und warum werden Ostereier bunt gefärbt?

A Damit die Kinder in den Osterferien etwas zu tun haben.
B Weil das aus einem Bibelvers so abgeleitet wurde. So heißt es bei Hiob 6,6: „Kann man auch essen, das ungesalzen ist? Oder wer mag kosten das Weiße um den Dotter?“ Um das „Weiße um den Dotter“ attraktiver zu machen, färbte man die Schale bunt.
C Historisch gesehen: Um gekochte Eier von rohen zu unterscheiden, wurden färbende Substanzen ins Kochwasser gegeben. Symbolisch: Die rote Eier-Farbe soll an das vergossene Blut Christi erinnern.

3. Weiß man, woher der Begriff „Ostern“ eigentlich kommt?

A Ja. „Ooooostern!“ war ein heidnischer Ausruf, mit dem die alten Germanen ihre Osterfeuer zur Feier der Tag- und Nachtgleiche entzündeten.
B Ja. Das Wort „Ostern“ geht wie auch die „Auster“ auf das altgriechische Wort „ostreion“ für „Muschel“ zurück. Die Muschel ist, ähnlich wie das Ei, ein biblisches Symbol für die Menschwerdung.
C Nein, tatsächlich weiß man es nicht genau. Zwar bezog sich der berühmte Sprachwissenschaftler Jacob Grimm (1785-1863, „Grimms Märchen“) auf eine germanische Fruchtbarkeitsgöttin namens „Ostara“. Seine Quelle war ein englischer Kirchenhistoriker, der die Herkunft des Wortes „Easter“ (Ostern) mit einer früheren germanischen Göttin namens „Eostrae“ erklärte. Forscher und Schriftsteller im 19. Jahrhundert nahmen die Story zwar dankbar auf . Heutige Wissenschaftler finden allerdings keine weiteren Quellen für „Ostara“.

Ökumenische Karfreitagsprozession oder doch eher der Karneval der Kulturen?
Ökumenische Karfreitagsprozession oder doch eher der Karneval der Kulturen?© picture alliance/dpa | Paul Zinken

4. Bekommt man in Berlin an Ostersonntag noch frische Eier?

A Nein, der Massenverkauf von Eiern zu Ostern ist in Berlin seit der Zeit des rot-grün-roten Senats aus Tierschutzgründen untersagt. Hennen sollen vor Legestress geschützt werden. Das Verbot gilt nicht für vegane Eier. B Klar, Hauptstadthühner schlafen nie. In Berlin haben selbst an den Ostertagen in einigen Fernbahnhöfen Supermärkte geöffnet. Und es gibt sogar einen Eierautomaten – in Marienfelde natürlich.
C Ja. Denn zum Glück gibt es die Osterei-Notversorgung des schwarz-roten Senats, der das Eierverkaufsverbot zu Ostern künftig zurücknehmen will. Der Fahrplan der senatseigenen Eierfahrzeuge ist über die App der BVG recherchierbar.

5. Wie wurde der Osterhase zum Helden des Osterfestes?

A Der Osterhase wurde wie der Weihnachtsmann von Coca-Cola erfunden.
B Der Osterhase entstand aus Zufall. Ein Bäcker in Rom verkaufte ein verformtes süßes Ostergebäck, das eigentlich ein „Agnello die Pasqua“ darstellen sollte, also ein Osterlamm, als neuartigen „Osterhasen“. Nachahmer stahlen die Idee.
C Hasen gelten im Christentum als Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben, ähnlich wie das Ei. Seit dem 17. Jahrhundert ist der Hase als Osterei-Lieferant dokumentiert. In der biblischen Auferstehungsgeschichte kommt er aber nicht vor.

6. Ist der Osterhase ein Berliner?

A Nein, in Berlin leben ausschließlich Kaninchen, die oft fälschlicherweise für Hasen gehalten werden. Sie buddeln teils große Tunnelsysteme in Parks und Grünflächen. Der Feldhase lebt oberirdisch und duckt sich tagsüber lediglich in seine „Sasse“. Das ist eine Mulde im Gras oder am Feldrand.
B Ja, aber der Osterhase ist ein „Ossi“. Laut Naturschutzbund (Nabu) gibt es tatsächlich echte Feldhasen in Berlin, aber sie bevorzugen den Osten der Stadt.
C Nein, der echte Feldhase ist in Deutschland leider ausgestorben.

7. Wichtig in Berlin: Wie wird der Osterhase korrekt gegendert?

A Es ist dasselbe wie mit Reh und Hirsch: Hase und Hirsch sind die männlichen Tiere. Kaninchen und Reh sind weiblich.
B Hase und Häsin, so sagt es der Duden.
C In Berlin: Has*in.
D Bei Züchtern wird der männliche Hase „Rammler“ genannt, das weibliche Tier wiederum wird „Zibbe“ genannt. Das gilt für Hasen wie für Kaninchen, aber nicht für Rehe und Hirsche.

8. Welche Ostertraditionen gab oder gibt es in Berlin?

A Traditioneller Gang der Herrnhuter zum Gottesacker im Böhmischen Dorf am Ostersonntagmorgen.
BOstermarsch der Friedensbewegung.
D Traditionelles Osterfeuerwerk am Brandenburger Tor.
EOsterfeuer in vielen Bezirken.
D Das „Kreuzberger Eierwerfen“ auf Polizisten und Politiker.

9. Eierwürfe in Berlin machten immer wieder Schlagzeilen. Welche fanden tatsächlich statt?

A Franziska Giffey (SPD) wurde 2022 als damalige Regierende Bürgermeisterin Berlins bei einer DGB-Kundgebung zum 1. Mai mit einem Ei beworfen.
B Berlins berüchtigtster Eierwerfer, der linksradikale Aktivist Dieter Kunzelmann, warf mehrfach Eier auf den damaligen Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU). 1995 zerdrückte er ein Ei auf dessen Kopf mit den Worten „Frohe Ostern, du Weihnachtsmann!“
C Eierwürfe musste sich auch Sänger Udo Lindenberg gefallen lassen, als er zu Ostern 1983 in Ost-Berlin auftrat. Die Würfe waren allerdings liebevoll gemeint. Denn Eierlikör gilt als Lindenbergs Lieblingsgetränk.

10. In Berlin wird bei einer Karfreitagsprozession ein drei Meter hohes, grünes Kreuz durch Mitte getragen. Als ökumenische Veranstaltung, mit Bischöfen in liturgischen Gewändern. Stimmt das?

A Nein, das ist eindeutig eine Verwechslung mit dem Karneval der Kulturen zu Pfingsten.
B Nein. Eine solche Veranstaltung könnten Angehörige anderer Religionen als respektlos empfinnden. Und grün ist als Farbe viel zu politisch besetzt.
C Ja. Diese Tradition gibt es seit 2010. Der Berliner Kreuzweg verläuft schweigend, gedacht wird der Leidenden dieser Welt. Und Grün ist die Farbe der Liebe!

11. Bis ins 20. Jahrhundert gab es in Berlin den Brauch, dass Jungfrauen in der Osternacht „Osterwasser“ aus Brunnen oder der Spree schöpften. Davon zeugt...

A ...die Osterquelle in Lübars in den Flachmoorwiesen am Schildower Weg. Sie gilt als letzte frei sprudelnde Quelle Berlins.
B ...die öffentlichen Trinkbrunnen der Berliner Wasserbetriebe, die zu Ostern „Osterwasser“ spenden.
C ...eine Gedenktafel an der Weidendammer Brücke über die Spree an der Friedrichstraße.

Messing-Kaninchen auf der Chausseestraße: Wahrheit oder Fantasie?
Messing-Kaninchen auf der Chausseestraße: Wahrheit oder Fantasie?© picture alliance/dpa | Hannes P Albert

12. Welche Berliner Örtlichkeiten beziehen sich tatsächlich auf das Osterfest?

A Der Volkspark Hasenheide in Neukölln natürlich. Er wurde nach dem Osterhasen benannt.
B Die Eiergasse im Nikolaiviertel in Mitte wurde nach dem ersten Osterei Deutschlands benannt, das hier bemalt wurde.
C Die Osterkirche in Wedding erinnert seit 1911 an die Auferstehungsgeschichte.

Wird aus der Mohrenstraße eine „Ohrenstraße“? Farbschmiererei am gleichnamigen U-Bahnhof.
Wird aus der Mohrenstraße eine „Ohrenstraße“? Farbschmiererei am gleichnamigen U-Bahnhof.© BM | Uta Keseling

D Die umstrittene Mohrenstraße in Berlin Mitte soll nach Senats-Willen in „Ohrenstraße“ umbenannt werden – zu Ehren des Osterhasen, der ja ein Langohr ist. Der von Bürgern eingebrachte Vorschlag „Möhrenstraße“ ist damit vom Tisch, auch wenn er ebenfalls Hasenbezug hat.

13. Welche dieser Hasen- und Kaninchenskulpturen gab oder gibt es in Berlin?

A Das „Kaninchenfeld“ an der Bernauer Straße in Mitte. 1999 hatte hier eine Künstlerin 120 Messingkaninchen in Straße und Bürgersteig versenkt. Sie sollten an die Kaninchenpopulationen auf dem früheren Todesstreifen der Berliner Mauer erinnern.
B Am Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain gibt es neben Hänsel und Gretel auf einer Ente, dem gestiefelten Kater, den Sieben Raben und anderen auch den Osterhasen als Figur.
C Ein riesiger „Goldhase“, der früher auf dem Dach von Karstadt an der Müllerstraße in Wedding stand.

14. Und welche dieser Riesen-Eier gibt es tatsächlich?

A 13 große „Eier“ aus Beton, die auf dem Marktplatz von Friedrichshagen liegen.
B Das Rudower Ei: Ein mannshohes Ei in einer Art Riesennest am Rohrdommelweg in Rudow.
C Am S-Bahnhof Bornholmer Straße wurde 1999 eine zerdrücktes, rotes Riesen-Ei aufgestellt. Die Skulptur wird zwar von Passanten als „Ei“ gesehen, soll aber als Sitzmöbel unter dem Titel „Mind the Gap“ an den Mauerfall erinnern und akustisch das Wort „Wahnsinn“ von sich geben.
D Ein einbetoniertes Gold-Ei, das als Protest gegen die Konsumgesellschaft am westlichen Ende des Kurfürstendamms in Halensee steht.

2018 soll das Grünflächenamt Neukölln in ein Nest auf einer Grünfläche in Ruwow gelegt haben: Kann das sein?
2018 soll das Grünflächenamt Neukölln in ein Nest auf einer Grünfläche in Ruwow gelegt haben: Kann das sein?© Berlin | Uta Keseling

15. Was ist an Karfreitag in Berlin gesetzlich verboten?

AFleisch essen.
B Tanzen in der Zeit von 4 bis 21 Uhr.
C Öffentliche Sportveranstaltungen, sofern diese mit Unterhaltungsmusik oder anderen Unterhaltungsprogrammen verbunden sind.
D Die Nutzung von Autos mit Verbrennermotoren, weil es ein „stiller Feiertag“ ist.

16. Ostern liegt jedes Jahr auf einem anderen Datum, weil…?

A … es kein so wichtiges Fest wie Weihnachten ist.
B … der Einzelhandel das Datum festlegt.
C … der Ostersonntag immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang fällt.

17. Wann ist Ostersonnabend?

A Am Sonnabend vor Ostersonntag.
B Am Sonnabend nach Ostersonntag.
C Ostersonnabend und Karsonnabend meinen dasselbe.

18. Welche typischen kulinarischen Berliner Osterbräuche gibt es?

A Das Sol-Ei natürlich! Das gibt es in jeder guten Eckkneipe im „Hungerturm“ auf dem Tresen.
B Den Osterspargel. Es handelt sich um den ersten Spargel der Saison, der traditionell an Gründonnerstag geerntet und zum Osterlamm gereicht wird.
COsterpfannkuchen, gefüllt mit Eierlikör. Und sagen Sie bloß nicht „Oster-Berliner“ dazu!
D Tja. Wirklich ursprüngliche Berliner Osterspezialitäten sind uns nicht bekannt.

Ist das Spargelessen tatsächlich eine Berliner Ostertradition?
Ist das Spargelessen tatsächlich eine Berliner Ostertradition?© DPA Images | Jens Kalaene

19. Ei, Ei, Ei: Lokalitäten mit Hasen- und Eierbezug: Welche existieren wirklich?

A Die „Eierschale“, der berühmte Jazzclub in Dahlem.
B Das historische Ausflugslokal „Eierhäuschen“ im Plänterwald.
C Das „Lamm“, eine Bar in Prenzlauer Berg.
D Die „Hasenschänke“ im Volkspark Hasenheide in Neukölln.
E „Zum Dicken Ei“, ein gutbürgerliches Restaurant in Wilmersdorf.
F Das „Eierkühlhaus“: Ehemals Kühlhaus, heute Bürogebäude am Osthafen.

20. Wie wurde Ostern in der DDR gefeiert – was trifft zu?

A Es gab zahlreiche Ostertraditionen, etwa bei den Sorben im Spreewald. Allerdings war der Ostermontag in der DDR ab 1968 kein gesetzlicher Feiertag mehr.
B Aber Osterhasen durften, wie auch Weihnachtsmänner, laut staatlicher Verordnung ausschließlich „Schokoladenhohlkörper“ genannt werden.
C Das Politbüro antwortete auf die aufkommende Friedensbewegung und deren Ostermärsche im Westen in der mit einer Ost(er)-Parade an der Karl-Marx-Allee mit FDJ-Schokohäsinnen und Parteilämmern.

21. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind immer wieder mit Eier-Sprüchen ange„eggt“. Welche gab es wirklich?

A „Wir sind das Gelbe vom Ei“, so bewarb die BVG vor 30 Jahren das neue, leuchtende Gelb, in dem seitdem Busse und Bahnen lackiert werden.
B „Gilt bei uns das ganze Jahr: Eier immer gut verstecken.“ So kommentierte die flapsige BVG-Kampagne „Weil wir dich lieben“ 2022 gefälschte Verbotshinweise im BVG-Stil, auf denen Männer aufgefordert wurden, im ÖPNV nicht breitbeinig zu sitzen.
C „Wer schwarz fährt, muss Eier haben“, hieß es 2017 auf einem Plakat in den Fahrzeugen der BVG. Die Folge war Kritik am sexualisierten Kontext und dem Wort „Schwarzfahrer“.

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22. Apropos BVG: Welche U-Bahnhöfe mit Ostern oder Hasen im Namen gibt oder gab es wirklich?

A Der U-Bahnhof Südstern wurde 1924 unter dem Namen „U-Bahnhof Hasenheide“ eröffnet.
B Der U-Bahnhof Hasenhorst, der 1984 im Zuge der Verlängerung der U7 eröffnet wurde.
C Der U-Bahnhof Osterstraße in Mitte, eröffnet 1913.

23. Mit „Eiermann“ war in Berlin was gemeint?

A Das einstige Fünfmarkstück (im Westen).
B Architekt Egon Eiermann (1904-1970), der unter anderem den Neubau der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche entwarf.
C Die Eier-Lieferanten im 19. Jahrhundert, die analog zum „Milchmann“ der Bolle-Meierei mit Pferdefuhrwerken ihre Waren auslieferten.

Wurde es wirklich „Eiermann“ genannt? Das frühere Fünfmarkstück der alten Bundesrepublik.
Wurde es wirklich „Eiermann“ genannt? Das frühere Fünfmarkstück der alten Bundesrepublik.© picture alliance / imageBROKER | Marina Horvat

24. Was wurde dem Berliner „Volksmund“ in den Mund gelegt – was stimmt?

A Der Fernsehturm wurde zu DDR-Zeiten auch „Tele-Ei“ genannt.
B Der eiförmige Ernst-Reuter-Platz wurde von Taxifahrern „das Ei“ genannt
C Die 1957 eröffnete Kongresshalle im Tiergarten wurde wegen ihres Aussehens auch „Geplatztes Ei“ genannt.

25. Welche Berliner Sportvereine bieten eigene Osterartikel im Fanshop an?

A Hertha BSC
B 1. FC Union Berlin
C Bei den Füchsen Berlin gibt es eine Sonderedition „Fuchs und Osterhase“.

Und das sind die richtigen Antworten:

Frage 1: A; Frage 2: C: Frage 3: C ; Frage 4: B; Frage 5: C: Frage 6: B ; Frage 7 B, D; Frage 8: A, B, E, D; Frage 9: A, B; Frage 10: C; Frage 11: A; Frage 12: C; Frage 13: A,B; Frage 14: A, B, C; Frage 15: B, C; Frage 16: C; Frage 17: B; Frage 18: D; Frage 19: A, B, C, D, F; Frage 20: A; Frage 21: B, C; Frage 22: A; Frage 23: B; Frage 24: keine; Frage 25: A, B.