Ampeln haben eine besondere Verbindung zur Stadt Berlin, schließlich ist das Berliner Ampelmännchen wohl eines der bekanntesten Wiedererkennungszeichen und zugleich voranschreitender Markenbotschafter der Hauptstadt. Dem liegt bekanntermaßen ein beachtliches Stück deutscher Geschichte zugrunde – ob allerdings das neuste Symbol auf Berliner Ampeln irgendwann einmal solch einen historischen Charakter erlangt und wie das Berliner Ampelmännchen die Welt erobert, bleibt abzuwarten.
In den kommenden Jahren jedenfalls soll jede Ampel in der Hauptstadt eine sogenannte Countdown-Ampel werden. Damit sollen Fußgänger zukünftig erkennen können, wie viel Zeit ihnen noch bleibt, um die Straße zu verlassen, nachdem das grüne Fußgängerlicht erloschen ist. Wenn die Fußgängerampel rot wird, gibt es bekanntlich noch eine kleine Pause, bevor die Ampel für die Autos grün wird – und diese Zeit soll jetzt künftig mit den Countdown-Ampeln visualisiert werden.
Countdown-Ampeln sollen Fußgängern mehr Sicherheit verleihen
Die neue Anzeige hat der Berliner Verkehrsverwaltung zufolge das Ziel, dem Unsicherheitsgefühl entgegenzuwirken, wenn Fußgänger nach dem Umspringen der Fußgängerampel auf Rot die Straße noch nicht überquert haben. In Berlin wird die dann verbleibende Zeit nicht mit Sekunden, sondern mit weißen Balken auf dunklem Untergrund angezeigt.
Erste Prototypen dieser Ampeln sind bereits in Berlin im Einsatz: Am Fehrbelliner Platz und am Olivaer Platz in Charlottenburg-Wilmersdorf wurden die ersten Countdown-Ampeln bereits vor mehr als zehn Jahren im Rahmen von Pilotprojekten installiert. Zu den Kosten dieser Ampeln konnte die Verkehrsverwaltung keine Angaben machen.
Countdown-Ampeln stoßen auf Kritiker
Die neuen „Räumzeitanzeigen“ werden schrittweise über die nächsten Jahre hinweg an den Berliner Ampeln eingebaut. Die Arbeiten beginnen noch in diesem Jahr, zunächst werden neu- und umfangreich umgebaute Anlagen mit dem Countdown ausgerüstet.
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Das Projekt stößt dabei aber nicht überall auf Gegenliebe. Kritiker sagen, es gebe keinen ausreichenden Beleg über einen realen Nutzen für Fußgänger. Der Berliner Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) äußerte sich über einen Sprecher: „Countdown-Ampeln bringen Fußgängerinnen und Fußgängern keinen Vorteil. Sie schützen nicht besser davor, überfahren zu werden und reduzieren die Wartezeiten an Straßenquerungen nicht.“
Der BUND betrachtet die Countdown-Ampel als Fehlinvestition in nutzlose, zusätzliche Technik und würde das Geld lieber für neue Zebrastreifen oder eine fußgängerfreundliche Umprogrammierung von Ampelanlagen ausgeben. Ähnliche kritische Töne waren seit dem ersten Bekanntwerden der Pläne im vergangenen Sommer auch schon von anderen Initiativen vernommen worden. Auch FUSS e.V., ein Fachverband für Fußgängermobilität, lehnt die Pläne ab. mit dpa


