Am Freitag (2. Februar 2024) gibt es bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) einen Streik. Dazu hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufgerufen. Der Warnstreik werde von Betriebsbeginn am frühen Morgen bis 10 Uhr andauern, teilte die Gewerkschaft am Montag in Berlin mit. In Brandenburg werde der ÖPNV ganztägig bestreikt, hieß es. Lesen Sie auch:Streik bei der BVG: Das erwartet die Berliner am Freitag
„Wir sind sicher, dass dieser Arbeitskampf deutlich zeigen wird, wie ernst es den Kolleginnen und Kollegen ist“, sagte Jeremy Arndt, Verdi-Verhandlungsführer für Berlin und Brandenburg. „Wenn der Warnstreik um 10 Uhr beendet ist, ist davon auszugehen, dass es auch darüber hinaus noch Einschränkungen gibt.“ Wie lange das dauere, hänge von den Organisationsmöglichkeiten der BVG ab. Die BVG hat rund 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Verdi verhandelt parallel in fast allen Bundesländern über Tarifverträge im öffentlichen Nahverkehr. Am Freitag wird daher bundesweit in zahlreichen Städten gestreikt. Lediglich in Bayern sind keine Warnstreik geplant, dort wird derzeit nicht verhandelt. Auch wenn in Berlin die Fronten aufgrund der fehlenden Entgeltthematik weniger verhärtet sind, galt ein Warnstreik in der Hauptstadt wegen des Symbolcharakters Berlins und der bundesweiten Koordination der Nahverkehrsverhandlungen schon länger als wahrscheinlich.
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BVG und Arbeitgeberverband halten das Vorgehen von Verdi für unangemessen
Die BVG und der kommunale Arbeitgeberverband Berlin (KAV) zeigten sich vom Vorgehen der Gewerkschaft Verdi irritiert. „Der Streikaufruf folgt offensichtlich einer bundesweiten Dramaturgie. Angesichts der konstruktiven Gespräche halten wir Warnstreiks in Berlin für unangemessen. Nach dem Auftaktgespräch vergangener Woche steht am 15. Februar der vereinbarte, nächste Verhandlungstermin an. Wir setzen weiterhin klar auf Lösungen am Verhandlungstisch.“
Diese Forderungen hat Verdi an die BVG
Bei den Verhandlungen in Berlin geht es um den sogenannten Manteltarifvertrag für den Nahverkehr (TV-N). Es werden also die Arbeitsbedingungen verhandelt, nicht die Löhne und Gehälter. Verdi fordert längere Wendezeiten auf allen Linien, Urlaubsgeld von 500 Euro im Jahr oder 33 Tage Urlaub für alle Beschäftigten ohne Staffelung.
Diese Forderungen hat Verdi in Brandenburg
In Brandenburg will Verdi 20 Prozent, mindestens aber 650 Euro mehr für die Beschäftigten im Nahverkehr rausholen. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. In Brandenburg betrifft der Tarifkonflikt Verdi zufolge 15 kommunale Verkehrsunternehmen mit insgesamt rund 3500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Bundesweit wirkt sich die Tarifrunde laut Gewerkschaft auf mehr als 130 kommunale Unternehmen und rund 90.000 Beschäftigte in den Städten und Landkreisen aus.
Erst in der Nacht zu Montag war der Lokführer-Streik zu Ende gegangen, der am Mittwoch letzter Woche (24. Januar) begonnen hatte. Die S-Bahn Berlin hatte mitgeteilt: „Wir sind am Montag zu Betriebsbeginn ohne Einschränkungen in den Tag gestartet.“ (mit dpa)


