Auch nach dem enttäuschenden Spiel in Wiesbaden gab es bei der Hertha den Schulterschluss mit den Fans. Abgekämpft standen die Profis am Samstag vor dem mitgereisten Anhang und applaudierten. Am Zusammenhalt im Westend in der schweren Zeit nach dem plötzlichen Tod von Clubchef Kay Bernstein ändert auch die erste Niederlage nach zehn Pflichtspielen nichts. Doch sportlich rückt das Ziel der Hertha, noch in den Aufstiegskampf einzugreifen, in große Ferne.
Die Berliner unterlagen beim SV Wehen Wiesbaden am Samstagnachmittag 1:3 (0:1). In der Tabelle steckt der Hauptstadtclub im Mittelfeld fest. Der Abstand zu den Aufstiegsplätzen könnte am Spieltag noch auf mehr als zehn Punkte anwachsen.
Es war ein heftiger sportlicher Dämpfer vor einer ganz wichtigen Woche für die Hertha. Am Mittwoch kommt der Ligakonkurrent 1. FC Kaiserslautern zum DFB-Pokal-Viertelfinale (20.45 Uhr/Sky) ins ausverkaufte Olympiastadion. Die Berliner wollen sich und ihren Fans den langgehegten Traum vom Finale zu Hause erfüllen. Vier Tage später könnte es für das Team von Pal Dardai gegen den HSV daheim schon um die letzte realistische Chance im Kampf um den Aufstieg gehen.
Franko Kovacevic brachte die Hausherren am Samstag mit einem Doppelpack (24. und 53. Minute) in Führung. Jonjoe Kenny erzielte das Tor für Hertha (59.). Thijmen Goppel nutzte einen Konter zum 3:1 (72.). Es war das zweite Spiel der Hertha nach dem plötzlichen Tod von Bernstein in der vergangenen Woche im Alter von 43 Jahren.
Dardai setzte in der Startelf auf Neuzugang Aymane Barkok, der auf der Zehnerposition spielte. Auch Innenverteidiger Marc Oliver Kempf, der gegen Düsseldorf zwei Elfmeter verursacht hatte, begann.
Besonders offensiv taten sich die Berliner aber schwer. Trotz größerer Spielanteile blieben sie überwiegend harmlos. Einen Distanzschuss von Robin Heußer ließ Hertha-Keeper Tjark Ernst zur Seite abprallen. Kovacevic staubte ab.
In der Pause reagierte der Hertha-Coach und brachte Marten Winkler für den schwachen Deyovaisio Zeefuik. Stürmer Haris Tabakovic hatte per Kopf die große Chance zum Ausgleich (51.). Dann hielt Kovacevic am Fünf-Meter-Raum seinen Fuß in einen Schuss und lenkte ihn ins Tor. Kurz darauf hatte er sogar die Chance zum 3:0.
Doch die Hertha steckte nicht auf. Kenny schaffte mit seinem schönen Schuss von der Strafraumgrenze den Anschluss. Smail Prevljak vergab alleine vor dem Wiesbadener Keeper Florian Stritzel (63.). Doch dann entschied Goppel die Partie.
dpa


