Der Schwulen- und Lesbenverband hat nach mehreren Angriffen auf queere Einrichtungen und Umzüge in verschiedenen Städten ein solidarisches Eintreten für die Akzeptanz von queeren Menschen gefordert. „Wir brauchen eine Zivilgesellschaft, die nicht wegsieht, wenn Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche und queere Personen diskriminiert, bedroht und attackiert werden“, sagte Henny Engels aus dem Bundesvorstand laut einer Mitteilung vom Dienstag. Es brauche Solidarität und einen Aufschrei der gesamten Gesellschaft.
In Berlin war in der Nacht zu Samstag das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen am Tiergarten im Visier eines bislang unbekannten Täters. Laut Polizei versuchte er, einen brennenden Gegenstand auf das Denkmal zu werfen, was ihm aber nicht gelungen sei. Zudem brachte er zwei Zettel mit einem abgewandelten Zitat aus der Bibel, das sich gegen Homosexuelle richtete, an.
Ebenfalls am Samstag wurde der erste Christopher-Street-Day in Weißenfels in Sachsen-Anhalt durch mutmaßlich Rechtsextreme gestört. Dabei soll nach Polizeiangaben auch der Hitlergruß gezeigt worden sein.
In der Nacht zu Montag wurde ein Brandanschlag auf einen Verein lesbischer Frauen in Berlin-Neukölln verübt. Die Schaufensterscheibe wurde zerstört, und jemand warf Brandsätze ins Innere des Ladens. Ein größeres Feuer brach nicht aus. Polizisten stellten vor Ort verbrannte und verkohlte Flugblätter fest. Auf einem Flugblatt an der Scheibe fand sich erneut das Bibelzitat. Der Lesben- und Schwulenverband verwies zudem auf weitere Vorfälle der vergangenen Wochen in Düsseldorf, Schwerin und Neubrandenburg.
„Wir werden uns nicht wieder verstecken. Als Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche und queere Menschen haben wir uns mutig unseren Weg in die gesellschaftliche Mitte erkämpft - wir bleiben hier“, sagte Engels. An die Innenminister gerichtet ergänzte sie: „Wenn Menschen sich in unserem Land nicht mehr ohne Angst vor Anfeindungen frei bewegen können, ist das eine erhebliche Einschränkung unserer Freiheit. Der Staat ist verpflichtet, diese Grundfreiheiten zu gewährleisten.“
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