Brandenburgs CDU-Chef Jan Redmann hat vorgeschlagen, den 17. Juni zu einem zusätzlichen gesamtdeutschen Feiertag zu machen. „70 Jahre nach dem 17. Juni 1953 fristet der Volksaufstand in der DDR ein Schattendasein, das dem Mut seiner Akteure nicht gerecht wird“, schrieb Redmann in einem Gastbeitrag der „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ (Samstag). Nachdem der 3. Oktober der Tag der Deutschen Einheit geworden sei, sei der Volksaufstand weiter ins Vergessen geraten. „Dabei haben wir allen Grund, den 17. Juni wieder als regulären gesamtdeutschen Feiertag zu begehen.“

Am 17. Juni 1953 hatten in der gesamten DDR etwa eine Million Menschen gegen höhere Arbeitsnormen, aber auch gegen die Sozialistische Einheitspartei SED und die deutsche Teilung, für freie Wahlen und mehr Wohlstand demonstriert. Die sowjetische Besatzungsmacht, die DDR-Volkspolizei und die Staatssicherheit stoppten die Proteste. Mindestens 55 Menschen wurden getötet, mehr als 10 000 wurden verhaftet. In Brandenburg legten zum Beispiel die Hennigsdorfer Stahlwerkerinnen und Stahlwerker ihre Arbeit nieder und machten sich auf den Weg ins Berliner Zentrum.

Der CDU-Landesvorsitzende schrieb auch, dass gerade die Energiewende den ostdeutschen Sinn für das Machbare brauche. Die DDR-Bürger hätten kreative Lösungen für die Probleme der Mangelwirtschaft finden müssen, schrieb Redmann. „Es ist deshalb kein Zufall, wenn Ostdeutsche sensibler reagieren, so sie das Gefühl haben, dass der Politik der Realitätssinn verloren geht.“

Das betrifft nach Ansicht des CDU-Politikers derzeit vor allem die Politik der Bundesregierung zur Energiewende. Sie habe „planwirtschaftlichen Ge- und Verboten den Vorzug vor marktwirtschaftlichen Instrumenten gegeben“, schrieb er. Zudem fasse sie Kernkraft oder die Speicherung von Kohlendioxid „mit spitzen Fingern“ an. Die Union kritisiert unter anderem das Heizungsgesetz zum Umstieg auf eine klimafreundliche Heizung.

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