Brandenburgs Bauminister Guido Beermann (CDU) hat angesichts der Pläne zum Heizungstausch in Stufen vor drastischen Folgen für das Bauen gewarnt. „Wenn wir den Baumotor nicht ganz abwürgen wollen, darf es keine weiteren Verschärfungen bei den Energiestandards im Gebäudebereich geben“, teilte Beermann am Freitag mit. Dies wäre für den dringend benötigten Wohnungsneubau ein falsches Signal. Besonders in ländlichen und strukturschwachen Regionen könnten große notwendige Sanierungsvorhaben kaum finanziert werden. „Angesichts der aktuellen Zinsen, Preissteigerungen und Materialknappheit drücken bereits jetzt viele Bauherrinnen und -herren bei ihren Vorhaben auf die Bremse.“
Nach dem Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett beschlossen hat, soll von 2024 an möglichst jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Bestehende Öl- und Gasheizungen können weiter betrieben werden, kaputte Heizungen dürfen repariert werden. Sollte dies nicht möglich sein, sollen Übergangsfristen den Austausch erleichtern. Mit dem Gesetz soll zugunsten des Klimaschutzes der Abschied von Gas- und Ölheizungen eingeläutet werden.
Mit den bestehenden Regelungen gebe es bereits große Fortschritte für den Klimaschutz im Gebäudebereich, sagte Beermann. „Zum Gürtel braucht es nicht auch noch Hosenträger.“ Er sehe großes Potenzial zum Einsparen von klimaschädlichem Kohlendioxid im Einsatz nachhaltiger Baumaterialien. Mehrere Ländervertreter kritisierten die Pläne zum Heizungstausch am Freitag im Bundesrat ebenfalls.
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