Berliner Bauakademie

Bauakademie: Verbände fordern eine Schinkel-Fassade

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Isabell Jürgens
„Die Bauakademie“, Gemälde aus dem Jahr 1868 von Eduard Gaertner (1801- 1877) in Berlin-Mitte.

„Die Bauakademie“, Gemälde aus dem Jahr 1868 von Eduard Gaertner (1801- 1877) in Berlin-Mitte.

Foto: picture alliance / akg images

Kurz vor dem Start des Wettbewerbs zur Wiedererrichtung der Bauakademie fordern 17 Organisationen die Rekonstruktion der historischen Fassade.

Berlin.  Mit einem offenen Brief an die Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) und Guido Spars, Gründungsdirektor der Bundesstiftung Bauakademie und deren Stiftungsrat, haben sich 17 Verbände und Kammern in die kontrovers geführte Debatte um den Wiederaufbau Berliner Bauakademie eingeschaltet. In dem Schreiben fordert das Bündnis aus Handwerk, Baugewerbe und Architekten, das 1832 bis 1836 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel errichtete Gebäude mit der historischen, prägnanten roten Ziegelfassade wieder zu errichten.

„Karl-Friedrich Schinkel ist für uns der Wegbereiter des modernen Bauens. Sein Wirken ist Baumeistern aus aller Welt bis heute Inspiration“, begründet Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau ihre Unterschrift unter den offenen Brief. „Die Bauakademie ist ein Gebäude, in dem basierend auf dem Wissen und der Tradition des Bauhandwerks die Ideen und Konzepte für die Gebäude und urbanen Planungen der Zukunft entstehen sollen“, erklärte Schreiner am Donnerstag.

62 Millionen Euro hat der Bundestag zur Wiederrichtung freigegeben

Aus Sicht der Unterzeichner sei daher der Brückenschlag zwischen Moderne und Tradition durch die Wiedererrichtung der historischen Bauakademie besonders wichtig. „Das war im Übrigen auch der Auftrag des Deutschen Bundestages, als er das Geld für die Wiedererrichtung bereitgestellt hat“, betont Schreiner. Der Bundestag hatte 2016 die Summe von 62 Millionen Euro für den Wiederaufbau freigegeben. Umso mehr verwundere die Haltung der Stiftung, die nun einen anderen Weg beschreiten will, schreiben die Verfasser des Briefes. Dieser endet mit einem Appell an die Ministerin Geywitz und den Gründungsdirektor Spars: „Geben Sie sich einen Ruck und werfen Sie die einmal getroffene Entscheidung nicht wieder um. Moderne Neubauten können an vielen anderen Stellen der Stadt entstehen, der Lückenschluss an dieser Stelle aber sollte historisch erfolgen.“

Noch in diesem Frühjahr soll der Realisierungswettbewerb für das Gebäude starten. Der von der Bundesstiftung eingesetzte Thinktank, der die Anforderungen an das neu zu errichtende Gebäude formulierte, hatte sich jedoch gegen eine Rekonstruktion des 1962 gesprengten Gebäudes ausgesprochen. Über den Auslobungstext wird jedoch noch zwischen der Stiftung und dem Land Berlin, dessen SPD-geführte Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sich für eine Wiederherstellung der historischen Fassade ausgesprochen hatte, verhandelt.