„Wir haben es satt“

Agrar-Demo in Berlin: „Haben von Özdemir mehr erwartet“

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Lara Le Claire
 Seit 2011 protestiert das Bündnis „Wir haben es satt“ alljährlich zum Auftakt der „Grünen Woche“. Nach zweijähriger Corona-Pause ist die Demonstration nun zurück auf den Straßen Berlins. (Archivbild)

Seit 2011 protestiert das Bündnis „Wir haben es satt“ alljährlich zum Auftakt der „Grünen Woche“. Nach zweijähriger Corona-Pause ist die Demonstration nun zurück auf den Straßen Berlins. (Archivbild)

Foto: Christian Ditsch / epd

Anlässlich der „Grünen Woche“ geht das Bündnis „Wir haben es satt“ für die Agrarwende auf die Straße. Das sind ihre Forderungen.

Berlin.  Zum Auftakt der „Grünen Woche“ in Berlin ruft das „Wir haben es satt“-Bündnis für diesen Sonnabend zur Großdemo in Berlin auf. „Das ist die Demo, bei der Landwirtinnen und Verbraucherinnen zusammen für eine Agrarwende einstehen“, so eine teilnehmende Bäuerin aus Mecklenburg-Vorpommern vorab in einer Videobotschaft. Sie und ihre Mitstreiter wollen für eine sozial gerechte Agrar- und Ernährungswende, Arten- und Klimaschutz auf die Straße gehen.

Die jährliche Großdemo des Bündnisses findet nach einer zweijährigen coronabedingten Pause wieder statt. Rund 60 Organisationen aus Landwirtschaft und Gesellschaft, darunter auch die IG Bau, wollen so Druck auf die Bundesregierung und den Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Bündnis 90/Grüne) aufbauen.

Von Agrarminister Özdemir habe das Bündnis mehr erwartet. „Landwirtschaftsminister Özdemir hat die Herausforderungen der Landwirtschaft immer wieder klar benannt. Jetzt müssen seinen Worten Taten folgen“, fordert Martin Kaiser von Greenpeace.

Bündnis „Wir haben es satt“ fordert faire Erzeugerpreise

Das Motto lautet in diesem Jahr „Gutes Essen für alle – statt Profit für wenige“. Im Voraus stellte das Bündnis einen „6-Punkte-Plan“ für die „sozial gerechte Agrarwende und gutes Essen für alle“ vor. Das von 109 Organisationen unterzeichnete Forderungspapier ging an die Bundesregierung. Darin geht es unter anderem um den Zugang zu umweltgerechter Ernährung, faire Erzeugerpreise, die Nutzung von Ackerflächen für Menschen und eine gerechtere Verteilung gesellschaftlichen Reichtums.

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Losgehen soll die Aktion am Samstag um 12 Uhr mit einer Auftaktkundgebung vor dem Brandenburger Tor. Von dort soll der Demonstrationszug, angeführt von einem Traktor–Konvoi, durch das Berliner Regierungsviertel ziehen und schließlich am Brandenburger Tor enden. Das Bündnis kündigte mehrere tausend Protestierende an.

Bereits am Morgen des 21. Januar soll ein Traktorprotest mit Bauern aus ganz Deutschland stattfinden. Anlass des Protests: der Agrarministergipfel. Dort soll die bäuerliche Protestnote an den Minister Cem Özdemir übergeben werden.