Seit dem 1. Januar 2023 ist Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) nicht mehr nur für das Berliner Bildungssystem zuständig. Sie hat turnusmäßig die Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz (KMK) übernommen und folgt damit auf Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Als Schwerpunktthema für die Zeit ihrer einjährigen Präsidentschaft nannte Busse die Qualität des Ganztagsangebots an Grundschulen weiterentwickeln. Sie habe dieses Thema nicht nur gewählt, weil sie selbst als Schulleiterin gute Erfahrung damit gemacht habe, „sondern auch, weil Eltern ab dem Schuljahr 2026/27 einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für ihr Kind haben“, sagte sie bei einem ersten Pressegespräch als KMK-Präsidentin.

Rhythmisierter Tag in der Ganztagsschule

Eine Ganztagsschule sei für Busse auch ein Lebensraum für die Kinder. Der Tag müsse „rhythmisiert“ sein. Phasen des Lernens und der Anspannung müssten sich mit Entspannung und offenen Angeboten abwechseln. Auch gemeinsame Mahlzeiten gehörten dazu. Busse sagte, sie habe auch Verständnis, dass einige Bundesländer dem Ganztagsbetrieb skeptisch gegenüber stünden. „Ich gehe nicht davon aus, dass die Umstellung von einem Tag auf den anderen gehen wird“. sagte sie, „der Bereich wird nach und nach in den Schulen hochwachsen.“

Auch Staatssekretär Alexander Slotty unterstrich die Bedeutung der Verbesserung der Qualität an den Ganztagsschulen. „Das heißt aber natürlich nicht, dass wir uns nicht auch anderen Themen widmen werden“, sagte er. Ebenfalls im Fokus stünde etwa der bundesweite Lehrkräftemangel, der nach Einschätzung von Busse noch mindestens zehn Jahre ein Thema bleiben werde. Slotty betonte, dass es deshalb wichtig sei, dass die Bundesländer zu einem gemeinsamen Standard bei der Lehrerausbildung finden. „Es bringt ja nichts, wenn wir uns gegenseitig die Absolventen abjagen“, so Slotty. Da der Druck in allen Ländern aber so groß wie nie sei, gehe er davon aus, dass eine einheitliche Lösung gefunden werde, das müsse aber nicht unbedingt ein Staatsvertrag sein.

Nicole Dolif