Aquadom in Berlin-Mitte

Jetzt stehen die Versicherer vor den Resten des Aquariums

| Lesedauer: 3 Minuten
Am Dienstag haben erste Aufräumarbeiten auch im Innern des Hotels stattgefunden, in das sich am Freitag aus einem platzenden Aquarium eine Million Liter Wasser ergossen hatte.

Am Dienstag haben erste Aufräumarbeiten auch im Innern des Hotels stattgefunden, in das sich am Freitag aus einem platzenden Aquarium eine Million Liter Wasser ergossen hatte.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

In dem Hotel am Alexanderplatz werden die Schäden nach dem Bersten des Aquadomes dokumentiert – mit Drohne und 3-D-Scanner.

Berlin. Die Aufräumarbeiten außerhalb des Radisson Collection Hotels nach dem Platzen des 16 Meter hohen Aquariums sind abgeschlossen. Am Dienstag haben sich die Mitarbeiter der aufräumenden Firmen dem Innenbereich des Hotels in Mitte gewidmet. Dort hätten erste Aufräumarbeiten stattgefunden, zumindest die, die möglich waren, ohne die Schadensstelle zu verändern, sagte ein Sprecher der Eigentümer-Firma. So sei ein Weg freigeräumt worden, um den Unfallort gefahrlos betreten zu können. Auch wurden lose Deckenteile entfernt. Nach wie vor könne das Hotel aber nur bedingt betreten werden.

Im Zoo ist es gelungen, 200 Fische zu retten

Das riesige Aquarium Aquadom mit 1500 Fischen in dem Hotel nahe dem Alexanderplatz war am Freitagmorgen geplatzt. Eine Million Liter Wasser hatten sich aus dem Zylinder in das Hotel und auf die Straße ergossen. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Der Großteil der Fische starb. Die Fische, die gerettet werden konnten, rund 200, haben den schweren Unfall fast alle überlebt.

Nach dem Platzen des Zylinders hatte der Zoo die überlebenden Fische aufgenommen. „Einem Großteil geht es den Umständen entsprechend gut und sie werden vom Team bestmöglich betreut“, sagte Zoosprecherin Philine Hachmeister am Dienstag. Einzelne Tiere hätten bei dem Unglück äußerliche Verletzungen der Haut erlitten. Desinfizierende Bäder sollen helfen, die Wunden abheilen zulassen. „Nur sieben Fische kamen entweder bereits tot im Aquarium an oder erlagen kurz nach der Ankunft bei uns ihren erlittenen Verletzungen“, so die Zoosprecherin. Die geretteten Fische befinden sich noch in Quarantäne und sind nicht für Besucher zu sehen.

Zurzeit wird der Zustand des Hotels innen dokumentiert

Fabian Hellbusch, Sprecher der Hotel-Eigentümerin, sagte am Dienstag, ein Schwerpunkt der Arbeiten am Hotel liege derzeit auf der Dokumentation, auch schon um den Anforderungen der Versicherungen nachzukommen. Der Innenbereich wurde dafür mit einem 3-D-Scanner kartographiert und mit einer Drohne beflogen, um hochauflösende Fotos anzufertigen. „Wir erwarten morgen Klarheit darüber, wann die Aufräumarbeiten im Inneren beginnen können.“

Der Unfallort und die Schäden werden aktuell von unterschiedlichen Versicherern begutachtet. Der Gebäudeversicherer war bereits da, die Versicherung des Hotels wird am Mittwoch erwartet. Wann in den beschädigten Läden die Aufräumarbeiten beginnen können, hängt auch von der Zustimmung der Versicherungen der Läden ab.

Läden sollen möglichst bald wieder öffnen

Die Eigentümerin hat es eilig, erste Teile der Passage und Läden, die nur Schäden an den Fenstern erlitten haben, freizugeben. Derzeit sind etwa ein Drittel der Läden geöffnet. Man würde auch gerne den Bauzaun etwas weiter nach hinten ziehen, um Passanten mehr Platz zu schaffen, sagte der Sprecher. Das sei schon möglich, weil das Haus abgedichtet wurde.

Auch eine am Bau des geplatzten Aquariums beteiligte US-amerikanische Firma will offenbar ein Team zur Untersuchung des Vorfalls nach Berlin schicken. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben 2002 das Acrylfenster des Tanks hergestellt.