Energiesparen

So machen Sie Ihre Wohnung winterfest

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Es wird frostig in Berlin. Ab Sonnabend werden Minusgrade erwartet.

Es wird frostig in Berlin. Ab Sonnabend werden Minusgrade erwartet.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Ab dem Wochenende wird es deutlich kälter in Berlin. Mit welchen Tricks die eigene Wohnung nicht zum Energiefresser wird – und was das kostet.

Berlin.  Es wird kalt in Berlin. Ab Sonnabend sollen die Temperaturen auch am Tag unter den Gefrierpunkt fallen. Das heißt, in den meisten Berliner Wohnungen werden die Heizungen ein bisschen höher gestellt. Wer energiesparend heizen will, kann seine Wohnung mit ein paar einfachen Handgriffen selbst winterfest machen. Die Berliner Morgenpost hat dafür mithilfe der Verbraucherzentrale Berlin fünf Tipps zusammengetragen und in einem Berliner Baumarkt getestet, welche Materialkosten dabei anfallen.

Fenster und Türen abdichten:

Die Schwachstellen jeder Wohnung sind undichte Türen und Fenster. Wer verhindern will, dass die warme Heizungsluft direkt wieder entweicht, ist also gut beraten, für ein sauberes Schließen von Türen und Fenstern zu sorgen. Um zu prüfen, ob diese ausreichend dicht sind, gibt es einen einfachen Trick: Bleibt ein in den Rahmen geklemmtes Stück Papier bei geschlossenem Fenster stecken, ist das Fenster in der Regel dicht. Lässt es sich herausziehen, sollte nachgebessert werden. Dieser Papiertest sollte an mehreren Stellen wiederholt werden.

Bei Fenstern reicht es häufig aus, Dichtungen zu erneuern oder die Fensterflügel nachzujustieren. Aber Achtung: Stärke und Form der Dichtung hängen vom Fenstertyp ab und sollten vor dem Baumarktbesuch ausgemessen werden. Zum Ausmessen können die bereits vorhandenen Dichtungen benutzt werden. Für Türen gibt es sogenannte Zugluftstopper für das Türblatt in unterschiedlichen Ausführungen und Preiskategorien. Doch auch da können neue Dichtungen den Unterschied machen.

Dichtungen aus Gummi führt jeder gut sortierte Baumarkt – für unseren Test besuchen wir die Bauhaus-Filiale am Wittenbergplatz in Schöneberg. Im Regal wartet eine bunte Auswahl. Die P-Profile Dämmung von tesa Moll gibt es für beispielsweise 15,99 Euro. In der Packung enthalten sind zehn Meter. Damit können etwa zwei Fenster gedämmt werden. Wichtig: Auch an kalten Tagen sollte eine Wohnung täglich mehrmals für einige Minuten gelüftet werden. Das verhindert Schimmelbildung.

Rohre dämmen:

Gedämmte Rohre sind zwar nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Deutschland Pflicht, manchmal fehlt der Wärmeschutz bei Heizungs- oder Trinkwasserrohren aber dennoch. Mit einer Rohrdämmung wird der Wärmeverlust auf dem Weg vom Keller zu den Wohnräumen verringert. Wer ein Eigenheim besitzt, kann dies unproblematisch selbst nachholen. Im Baumarkt gibt es dafür bereits auf Rohre angepasste Dämmhüllen, optisch ähneln sie einer hohlen Poolnudel. Da sie an einer Seite der Länge nach eingeschnitten sind, kann die Hülle einfach um das Rohr herumgelegt und fixiert werden.

Wer in einer Mietwohnung lebt und Zugang zum Keller seines Hauses hat, kann die Dämmung ebenfalls selbst übernehmen. Hier sollte der Vermieter aber besser vorher gefragt werden.

Das passende Material bewahrt der getestete Baumarkt in der Sanitärabteilung auf. Je nach Stärke der Isolierung werden hier zwischen 0,79 und 4,59 Euro pro Stück fällig. Beim Hersteller Thermoflex werden Hüllen von mindestens einem Meter Länge verkauft. Zuhause können sie selbstständig zurechtgeschnitten werden.

Warme Heizungsluft gelangt auch über schlecht gedämmte Wände nach außen. Gerade in Wohnungen aus den 60er- und 70er-Jahren betrifft dies häufig die sogenannten Heizkörpernischen, die sich unmittelbar hinter den Heizungen befinden. Diese Bereiche lassen sich mithilfe von Dämmstoffen wie Polyurethanplatten oder Aerogelmatten unkompliziert selbst dämmen. Zu beachten ist dabei jedoch, dass die Dämmung luftdicht mit der Wand verbunden ist, ansonsten steigt die Schimmelgefahr.

Die selbstklebende Heizkörper-Reflexionsfolie von noma ist in der Bauelemente-Abteilung zu finden. Eine Folie in der Größe 50 mal 50 Zentimeter kostet 9,99 Euro. Angeboten werden verschiedene Formate und Größen. Hier sollte der abzuklebende Bereich vorher ausgemessen werden. Die Folie besteht aus Polystyrol und wärmereflektierender Polymerfolie.

Heizung entlüften:

Gluckert es im Heizkörper oder wird dieser nicht richtig warm, kann Luft die Ursache sein. Das verbraucht mehr Energie. Damit die Luft entweicht, sollte der Heizkörper zunächst auf die oberste Heizstufe (meist Stufe 5) gestellt werden. Ist er richtig warm, kommt ein Entlüftungsschlüssel zum Einsatz, mit dem die Heizung entlüftet wird. Das Ventil dafür befindet sich meist seitlich am Heizkörper, an der gegenüberliegenden Seite des Thermostats, und wird mit dem Schlüssel geöffnet, bis nur noch heißes Wasser herauskommt.

Der Entlüftungsschlüssel ist ganz einfach in der Sanitärabteilung zu finden. Um verschiedene Größen oder Modelle muss man sich bei diesem Produkt keine Sorgen machen. Es gibt eine Einheitsgröße. Für 1,65 Euro ist sie günstig zu bekommen.

Thermovorhänge:

Für den letzten Tipp kann ein Blick in die Weiten des Internets besser geeignet sein. Thermovorhänge können gerade bei schlecht gedämmten Häusern dabei helfen, Wärme in der Wohnung zu halten. Spezielle Thermovorhänge gibt es im Doppelpack beispielsweise bei Amazon ab 22 Euro. Die Vorhänge sollten jedoch nie die Heizkörper verdecken, weil sonst die Wärmeverteilung im Raum verhindert wird.

Für die im Test ausgewählten Produkte hätten Kunden etwa 50 Euro bezahlen müssen – ausgehend davon, dass jeweils das günstigste Produkt und lediglich eine Packung gekauft wird. Bei den von den Herstellern versprochenen Energieeinsparungen und steigenden Energiekosten kann sich diese einmalige Investition auch für die kommenden Jahren durchaus lohnen.

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