Demonstration

„Vehikel der Propaganda“: Protest vor dem Russischen Haus

Als "beleidigende" Feier bezeichnen die Organisatoren der Demonstration das Weihnachtsbaumentzünden mit „Väterchen Frost“. Das Russische Haus verbreite Putins Kriegspropaganda.

Als "beleidigende" Feier bezeichnen die Organisatoren der Demonstration das Weihnachtsbaumentzünden mit „Väterchen Frost“. Das Russische Haus verbreite Putins Kriegspropaganda.

Foto: Birgit Lotze / BM

Um die hundert Menschen demonstrieren gegen das Russische Haus in der Friedrichstraße. Anlass ist eine Weihnachtsveranstaltung.

Berlin. Um die hundert Menschen protestieren am Dienstagabend mit ukrainischen Fahnen gegen eine auf den ersten Blick harmlose Veranstaltung: Das Entzünden des Weihnachtsbaums gemeinsam mit „Väterchen Frost“ vor dem Russischen Haus in der Friedrichstraße. Die Veranstalter der Demonstration fordern Sanktionen gegen das Russische Haus, das „als Vehikel russischer Propaganda“ diene und direkt von Putin beeinflusst werde.

In der Tat wird das Russische Haus in Berlin von der im russischen Außenministerium angesiedelten Regierungsagentur Rossotrudnitschestwo betrieben. Der Direktor des Hauses Pavel Izvolskiy spricht etwa nicht von Krieg, wenn es um den russischen Angriff auf die Ukraine geht.

Russisches Haus lud zum Weihnachtsbaumentzünden mit „Väterchen Frost“

Nun hatte das Russische Haus zum „feierlichen Anzünden“ der Lichter am bereits aufgestellten Tannenbaum in der Friedrichstraße eingeladen. Dazu solle extra ein „Offizielles Russisches Väterchen Frost“ aus Russland anreisen, so stand es in einem Instragram-Post des Hauses.

Als „beleidigende“ Feier bezeichnete die ukrainische Gruppe Vitsche die Veranstaltung auf Twitter. Vitsche ist eine Organisation von Ukrainern und Ukrainerinnen in Berlin, sie hatten zu dem Protest am Dienstag aufgerufen.

Träger des Russischen Hauses steht auf EU-Sanktionsliste

Der Träger des Hauses, die staatliche Agentur Rossotrudnitschestwo, ist seit Juli von EU-Sanktionen betroffen. Dass dadurch das Russische Haus selbst sanktioniert ist und seine Tätigkeit in Deutschland unrechtmäßig, bestreitet zwar der Direktor des Hauses. Die Organisation Vitsche dagegen appelliert an die deutschen Behörden, das Haus endlich „zu suspendieren“.