Gebührenerhöhung

BSR bietet bald überall zwei Sperrmüll-Tage pro Monat an

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Die BSR will illegal entsorgten Sperrmüll schneller einsammeln.

Die BSR will illegal entsorgten Sperrmüll schneller einsammeln.

Foto: Christian Latz / BM

Die BSR erhöht die Gebühren. Ein Grund sind Sperrmüll-Aktionstage, die bald in allen Bezirken angeboten werden sollen.

Berlin.  Etwa 225 Kilogramm Restmüll hinterlässt jeder Einwohner Berlins pro Jahr in den grauen Tonnen. Das sagt die Statistik. Die neue Gebührenordnung der Berliner Stadtreinigung (BSR) sagt nun: Die Müllabfuhr wird teurer. Ab Januar 2023 steigt die Grundgebühr für die Abfallentsorgung von 8,19 Euro je Haushalt und Quartal auf 8,68 Euro. Was noch dazu kommt, orientiert sich an der Größe der Abfalltonne.

Ein kleiner Zwei-Personen-Haushalt, der mit einer 60 Liter fassenden Restmülltonne auskommt, zahlt für die kommenden zwei Jahre bei einer Abholung alle zwei Wochen 31,38 Euro pro Quartal. Zuvor waren es 29,05 Euro. Für die 120-Liter-Tonne werden 38,31 Euro fällig (vorher: 36,31 Euro). Für einen 240-Liter-Behälter mit 14-täglicher Leerung erhöhen sich die Gebühren um 3,10 Euro pro Quartal, das heißt von bislang 43,93 Euro auf dann 47,03 Euro.

BSR kümmert sich ab 2023 auch um illegal abgelagerten Müll

Auch die größeren Müllbehälter, die häufig in Mehrfamilienhäusern mit vielen Mietparteien zum Einsatz kommen, werden teurer. Ein 660 Liter fassender Behälter kostet dann 112,69 Euro im Quartal anstatt bislang 106,91 Euro. Der 1100 Liter große Müllcontainer liegt ab Januar bei 157,25 Euro (zuvor: 146,88 Euro). Wer den Hausmüll von der BSR wöchentlich abholen lassen will, zahlt das Doppelte. Mieter bezahlen die Müllgebühren über ihre Nebenkostenabrechnung. Eigentümer dürfen diese voll umlegen.

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Gleich bleiben die Kosten hingegen für die Biotonne. Für die kleineren Tonnenvarianten (60 und 120 Liter) werden bei 14-täglicher Leerung 12 Euro pro Quartal fällig, die größeren kosten 13,50 Euro (240 Liter), 30 Euro (660 Liter) und 36 Euro (1100 Liter). Auch die Gebühr für das saisonale Leeren der Laub- und Gartentonne bleibt unverändert bei 104,20 Euro.

Wer Sperrmüll in Berlin anmeldet, muss sich ebenfalls nicht an eine neue Preisstruktur gewöhnen: Die Gebühren für die Spar-, Standard- und Expressvariante ändern sich nicht. Die BSR kündigte in einer Mitteilung an, ab der neuen Gebührenperiode auch die Verantwortung für illegale Ablagerungen im Stadtgebiet zu übernehmen. Das betreffe auch die Entsorgung illegal abgelagerter Bauabfälle. So könne man noch effektiver für Stadtsauberkeit sorgen, hieß es. Derzeit werde dafür die Rechtsgrundlage geschaffen. Die Kosten für diese Leistungsausweitung trägt laut BSR das Land Berlin.

Kostenlose Sperrmüll-Tage zweimal im Monat

Die BSR verwies als Begründung für die Gebührenerhöhungen neben den gestiegenen Kosten auch auf ein verbessertes Angebot und bessere Services: „Die BSR wird voraussichtlich ab März 2023 in jedem Berliner Bezirk mindestens zwei Sperrmüllaktionstage monatlich in gemeinsam mit den Bezirken abgestimmten Kiezen anbieten. Diese sind für die BewohnerInnen kostenlos“, hieß es. Außerdem investiere die BSR kontinuierlich in die Modernisierung von Recyclinghöfen und intensiviere die Zero-Waste-Aktivitäten. In Reinickendorf betreibt die Stadtreinigung zum Bespiel das Gebraucht-Kaufhaus „NochMall“.

Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, den Abfall deutlich zu reduzieren. Müll vermeiden und Recycling fördern, sind deshalb auch Vorgaben des in der vergangenen Legislaturperiode beschlossenen Abfallwirtschaftskonzepts 2020 bis 2030 des Senats.

Der Umweltverband BUND hatte die Grundidee für begrüßenswert gehalten, vermisste allerdings verbindliche Ziele. „Bis 2025 ist die Restmüllmenge auf 207, bis 2030 auf 187 Kilogramm pro Kopf und Jahr zu reduzieren“, forderte der Verband unter anderem. Dafür allerdings müssten die Berliner „kontinuierlich und in einem weitaus höheren Ausmaß als bislang zur Mülltrennung und Abfallvermeidung motiviert und von den ökologischen Vorteilen überzeugt werden“, hieß es. Aktuell komme das dem BUND zufolge noch zu kurz.