Sender in der Krise

RBB weist Vorwurf von Vetternwirtschaft zu Jarasch zurück

Nach Berichten zur Vorbereitung einer problematischen Personalie beim RBB äußert sich nun der Programmdirektor zu den Vorwürfen.

Nach Berichten zur Vorbereitung einer problematischen Personalie beim RBB äußert sich nun der Programmdirektor zu den Vorwürfen.

Foto: IMAGO/Thomas Bartilla / imago/Future Image

Nur eine „rohe Gedankenidee“: Job-Vergabe an Bettina Jaraschs Ehemann kam laut Programmdirektor nicht ernsthaft in Betracht.

Berlin.  Die Besetzung einer neuen Hauptabteilung für das RBB-Fernsehen durch den Ehemann von der Berliner Grünen-Senatorin Bettina Jarasch hätte einen Interessenskonflikt bedeuten können. Nun hat der Sender reagiert und die Vorwürfe der Vetternwirtschaft deutlich zurückgewiesen. Laut Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus war die zwischenzeitliche Überlegung, Oliver Jarasch auf einem wichtigen Posten einzusetzen, nur eine „rohe Gedankenidee“, aber kein ernsthafter Plan. So erklärte es Schulte-Kellinghaus am Wochenende im Interview mit dem „Medienmagazin“ auf Radioeins, einem Sender des RBB.

Nur durch die hohe Belastung des RBB durch den ARD-Vorsitzes habe er zwischenzeitlich die Idee erwogen, Oliver Jarasch, der beim RBB arbeitet, ohne über redaktionelle Inhalte zu bestimmen, kommissarisch in der neuen Hauptabteilung „Koordination“ einzusetzen. Auch wenn dafür eine Ausschreibung nötig gewesen wäre. Doch eine tatsächliche Planung, die eine Begünstigung Oliver Jaraschs hätte bedeuten können, habe es nie gegeben, heißt es nun.

RBB-Krise: Sender sieht keine Begünstigung Oliver Jaraschs

Zuvor hatte der „Spiegel“ von einer privaten Mail von Schulte-Kellinghaus an die damalige Intendantin Patricia Schlesinger aus dem Sommer, berichtet, in der er eine solche Personalie vorschlug. Nach Rücksprache mit der Frauenbeauftragten des RBB habe der Programmdirektor die Idee, auf eine Ausschreibung für die Postenvergabe zu verzichten, schnell verworfen, stellt der Direktor nun klar. Er habe schließlich doch eine Ausschreibung vorbereitet.

Als die Belastung des Senders durch den Rücktritt Schlesingers vom Vorsitz der ARD wieder sank, sei der Vorgang vom Tisch gewesen.

( BM )