Ukraine

Giffey kritisiert Merz' Äußerung als „menschenverachtend“

Jens Anker
Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey.

Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey.

Foto: Fabian Sommer / dpa

Berlins Regierende Bürgermeisterin wirft CDU-Chef Merz für seine Äußerung zu "Sozialtourismus" Spaltung der Gesellschaft vor.

Berlin. Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hat die Äußerungen des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz zu einem möglichen „Sozialtourismus“ ukrainischer Flüchtlinge scharf kritisiert. Solche Begriffe zu verwenden sei „menschenverachtend“, sagte Giffey am Dienstag. „Es ist unsäglich, solche Begriffsbeschreibungen zu verwenden.“

In der Ukraine flüchteten Menschen vor Krieg und Bomben, Familien würden zerrissen. Äußerungen, wie die von Merz würden nicht dem Zusammenhalt in der Gesellschaft dienen. „Das lenkt von den wahren Herausforderungen ab“, sagte Giffey, die am Vortag den Kiewer Bürgermeister Witaly Klitschko in Prag getroffen hatte.

Klitschko schildert Not in Kiewer Krankenhäusern

Klitschko habe eindrücklich geschildert, welche Not im Land herrsche. Wer meine, es gehe einem nicht gut, solle einmal in die Kiewer Krankenhäuser gehen und Kinder und Jugendliche besuchen, die Arme und Beine verloren hätten, habe Klitschko gesagt.

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz hatte in einem Interview mit „Bild-TV“ von „Sozialtourismus“ ukrainischer Flüchtlinge gesprochen, die zwischen der Ukraine und anderen Ländern pendeln würden. Nach heftiger Kritik, auch aus der eigenen Partei, hatte sich Merz am Dienstag für den Begriff entschuldigt.

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