Blockaden in Berlin

Extinction Rebellion blockiert Kreuzungen in Berlin

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Jana Treffler
Polizisten versuchen am Potsdamer Platz mit schwerem Gerät, Aktivisten der Gruppe „Extinction Rebellion“ von einem selbstgebauten pinken Turm herunterzuholen.

Polizisten versuchen am Potsdamer Platz mit schwerem Gerät, Aktivisten der Gruppe „Extinction Rebellion“ von einem selbstgebauten pinken Turm herunterzuholen.

Foto: Jana Treffler

Klimaschutzaktivisten blockierten am Montag den Boulevard Unter den Linden. Anschließend zogen sie weiter zum Potsdamer Platz.

Berlin. Die Klimaaktivisten von „Extinction Rebellion“ haben am Montag an mehreren Stellen Straßen in Berlin blockiert. Sie fordern einen sofortigen Ausstieg aus der fossilen Energieerzeugung und den Ausbau erneuerbarer Energie. Blockiert war am Vormittag die Kreuzung Unter den Linden/Friedrichstraße und der Potsdamer Platz an der Stresemannstraße. 450 Polizisten waren wegen des Protests im Einsatz, so die Polizei.

„Wir wollen da stören, wo die Verantwortlichen der Politik sitzen“, sagt die Sprecherin von „Extinction Rebellion“, Annemarie Botzki, „und wir stören den Alltag, um auf die Klimakatastrophe aufmerksam zu machen“. Die Aktionen sind Teil der mehrtägigen „Herbstrebellion“, zu der die Gruppe aufgerufen hatte.

„Extinction Rebellion“ in Berlin: Mehrere Aktivisten kleben sich auf der Straße fest

Polizisten lösten die etwa zehn festgeklebten Aktivisten Unter den Linden mithilfe von Sonnenblumenöl von der Straße. Laut Angaben der Polizei wurden die Personen erkennungsdienstlich behandelt und dann freigelassen. „Der Polizeieinsatz verläuft professionell und angemessen“, sagte ein Ordner von „Extinction Rebellion“.

Am Potsdamer Platz stellte die Gruppe auf Stresemannstraße vor dem Bundesumweltministerium einen pinkfarbenen Turm auf, der einem Bohrturm glich. Von dort hielten Aktivisten Reden und klebten sich an dem Turm fest. Mit einem Räumbagger und in Kletterausrüstung stiegen Polizisten auf den Turm und sägten die Holzbalken durch, um die Demonstranten zu entfernen.

Anders als Unter den Linden betrachteten die Protestierenden am Potsdamer Platz den dortigen Polizeieinsatz als „unverhältnismäßig“ und beanstandeten den Umgang der eingesetzten Hundertschaft aus Sachsen mit den Demonstranten. „Die Beamten aus Sachsen haben es nicht erlaubt, dass wir den angeklebten Aktivisten Regenschutz austeilen“, sagte ein Ordner, „die Berliner Einsatzleiterin ist dann mit uns hingegangen und hat dafür gesorgt, dass wir die Schutzdecken übergeben können“.

Potsdamer Platz: Bohrturm blockiert Fahrbahn

Um ca. 14 Uhr hatte die Polizei die etwa 15 am Turm angeklebten Aktivisten entfernt und den Turm umgeworfen. „Keep it in the ground”, riefen die umstehenden Demoteilnehmer. Anschließend zerlegte die Polizei den Holzturm in seine Einzelteile.

„Extinction Rebellion“-Sprecherin Botzki zeigte sich zufrieden mit der Aktion. „Dafür, dass uns so viele Steine in den Weg gelegt wurden, lief es super“, sagt sie. Die Blockade am Potsdamer Platz sei nur der Plan B gewesen. Eigentlich hätten zwei Türme Unter den Linden aufgebaut werden sollen, doch ein LKW der Klimaaktivisten sei schon am morgen von der Polizei abgefangen worden.

„Extinction Rebellion“: Klimaschützer blockierten Kreuzung in Kreuzberg

Auch die Menschen aus dem Klimaprotest-Camp an der Invalidenstraße seien im Fokus der Polizeikontrollen gestanden, so die Sprecherin. Etwa 150 bis 200 Demonstrierende kamen von dort zu den Aktionen. Seit Donnerstag campen hunderte Klima-Aktivisten der Organisation in etwa 100 Iglu- und Großzelten im Invalidenpark mitten im Regierungsviertel.