Polizei

Axtmord: Polizisten schossen zweimal auf Täter

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In diesem Wohnkomplex in Lichtenberg soll ein Mann eine Frau mit einer Axt getötet haben. Er wurde von der Polizei erschossen.

In diesem Wohnkomplex in Lichtenberg soll ein Mann eine Frau mit einer Axt getötet haben. Er wurde von der Polizei erschossen.

Foto: Peise

Während ein Mann mit einer Axt auf eine Frau einschlug, schossen Polizisten zweimal auf ihn und trafen ihn tödlich.

Berlin.  Warum ein Mann am Sonntagmorgen eine Frau mit einer Axt erschlug, ist weiterhin unklar. Klar ist aber, dass am Tatort eingetroffene Polizisten zwei Schüsse abgaben und den Angreifer tödlich verletzten. Wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte, werde nun ermittelt, ob die Schüsse der Polizisten gerechtfertigt waren.

Die Tragödie hatte sich in einer Wohnung in der neunten Etage eines Mehrfamilienhauses an der Löwenberger Straße in Lichtenberg abgespielt. Nachbarn hatten Schreie gehört und die Polizei gerufen. Als Beamten eintrafen, schlug der 23 Jahre alte Mann mit einer Axt auf die 27-Jährige ein. Die Beamten schossen daraufhin auf den Mann. Für die Frau kam allerdings jede Hilfe zu spät. Sie starb noch am Unfallort.

In welcher Beziehung Tatverdächtiger und Opfer zueinander standen, war auch einen Tag nach der Tat nicht klar. Nach Morgenpost-Informationen handelt es sich bei dem Mann um einen Kosovo-Albaner, bei der 27-jährigen Frau um eine Ukrainerin.

Polizisten schossen in Pankow auf Mann

Die Polizisten werden seelsorgerisch betreut. „Kein Polizist schießt gern, aber der grausame Einsatz gestern morgen zeigt, in welch lebensbedrohliche Ausnahmesituationen unsere Kollegen gelangen und dass es leider auch immer Szenarien gibt, in denen die Schusswaffe das einzige Mittel bleibt“, sagte Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Wir hoffen, dass die beteiligten Kräfte die Ereignisse bestmöglich verarbeiten können.“

Erst vor gut zwei Wochen hatten zwei Berliner Polizisten an der Prenzlauer Promenade in Pankow auf einen Mann geschossen und ihn schwer verletzt. Lebensgefahr hatte in diesem Fall aber zu keinem Zeitpunkt bestanden. Die Beamten waren wegen eines versuchten Suizides alarmiert worden. Als die Polizisten vor Ort ankamen, trafen sie auf einen 28-Jährigen, der ein Messer in der Hand hielt und damit später auf sie zuging. Einer Aufforderung, das Messer fallen zu lassen, kam er nicht nach. Daraufhin schossen ihm die Polizisten in die Beine.

GdP fordert weiterhin den Einsatz eines Tasers

Der aktuelle Fall in Lichtenberg belegt laut GdP erneut, wie wichtig der Einsatz von Tasern ist. „Wir brauchen ihn flächendeckend, weil er in vielen Szenarien deeskalierend eingesetzt werden kann“, sagt Sprecher Jendro.

Ob ein Taser etwas am Ausgang des aktuellen Falls geändert hätte, sei seiner Meinung nach rein spekulativ und nicht fair gegenüber den Einsatzkräften, weil sie diese Möglichkeit nicht gehabt hätten. Wenn aber jemand mit einer Axt auf jemanden einschlagen würde, sei man über den Punkt der Deeskalation längst hinaus.