Flughafen BER

Billig-Airline Norse startet mit Flügen vom BER in die USA

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So klappt die Flugreise trotz Chaos an Flughäfen

So klappt die Flugreise trotz Chaos an Flughäfen

Das Chaos an deutschen Flughäfen sorgt derzeit für Frust bei den Urlaubern. Mit diesen Tipps klappt die Flugreise trotzdem.

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Erst New York, ab Freitag Los Angeles: Die Airline Norse bietet Direktflüge vom BER in die USA an. Im Dezember folgt Fort Lauderdale.

Schönefeld.  Wohin Reisende am Mittwochabend vom Gate D17 des Flughafen BER reisen können, erkennt man auch ohne die Anzeigetafeln zu studieren. Der Sitzbereich ist in rot-weiß-blauen Farben dekoriert und eine große Freiheitsstatue aufgebaut. New York City heißt das Ziel der norwegischen Airline Norse Atlantic Airways, die am Mittwochabend erstmals vom BER geflogen ist.

Fortan wird die Verbindung täglich angeboten, und bereits an diesem Freitag kommt ein weiterer Direktflug in die USA, nach Los Angeles, hinzu. „Berlin wird unser neues Zuhause sein“, kündigte Bjørn Tore Larsen, CEO von Norse, am Mittwochnachmittag an. Denn schon ab Dezember soll eine weitere Nonstop-Verbindung in die USA hinzukommen – nach Fort Lauderdale in Florida. Sowohl Los Angeles als auch Fort Lauderdale will Norse dreimal pro Woche mit Berlin verbinden.

Norse Atlantic Airways ist eine junge Billig-Airline, die im März 2021, also mitten in der Corona-Pandemie, gegründet, wurde. Ihren Flugbetrieb hat die junge Airline erst vor rund zwei Monaten gestartet, zunächst mit Verbindungen von Oslo in die USA, erst seit vergangener Woche gibt es zusätzlich eine Verbindung von London nach New York.

Berlin ist nun die dritte europäische Stadt, von der Norse Atlantic Airways nach Nordamerika fliegt. CEO Larsen äußert sich zufrieden über den bisherigen Betrieb. „Wir mussten bislang keinen einzigen Flug canceln“, sagte er, im vergangenen Monat habe die durchschnittliche Auslastung der Flugzeuge bei 86 Prozent gelegen. Auch die Nachfrage nach den Flügen von und nach Berlin ist laut Larsen gut, genaue Zahlen nannte er jedoch nicht.

Für seine Flüge setzt die Airline Flugzeuge vom Typ Boeing 787, auch „Dreamliner“ genannt, ein, insgesamt besteht die Flotte aus 15 Maschinen, die nach und nach in Betrieb genommen werden sollen. Gekauft hat Norse die Flugzeuge eigenen Angaben zufolge zu einem günstigen Zeitpunkt, als sie während der Corona-Pandemie von anderen Airlines nicht genutzt wurden. „Manche von ihnen waren noch nie in Betrieb“, so der CEO. Aufgeteilt ist das Flugzeug in eine Economy- und eine Premiumklasse, in der Fluggäste mehr Platz haben. Die Gestaltung im Inneren ist schlicht und in Grautönen gehalten, an den Wänden hängen Bilder, die den norwegischen Nationalpark Jotunheimen zeigen – nach ihm ist das Flugzeug, das als erstes von Berlin gestartet ist, benannt. „Alle unsere Flugzeuge tragen den Namen eines Nationalparks“, sagte Larsen. „Weil wir die Airline für Entdecker sind.“

Steigende Treibstoffkosten belasten auch Airline Norse

Mit seinen Flügen nach New York wird Norse in direkter Konkurrenz zu United Airlines stehen, die die Stadt von Berlin aus ebenfalls täglich anfliegen. Während United allerdings bereits am Morgen startet, geht es mit Norse erst um 19.20 Uhr los, New York wird dann um 22 Uhr (Ortszeit) erreicht. Zurück von New York geht es nachts, um 00.30 Uhr, in Berlin landet das Flugzeug dann planmäßig um 14.25 Uhr. Die Ticketpreise schwanken, an preiswerten Tagen beginnen sie bei gut 150 US-Dollar. Im günstigsten Tarif darf allerdings nur ein Gepäckstück mitgenommen werden, das unter den Vorsitz passt. Für 90 US-Dollar zusätzlich sind weiteres Gepäck und auch ein Essen im Ticket enthalten, alternativ können Koffer einzeln hinzugebucht werden.

Die steigenden Kosten der vergangenen Monate treffen allerdings auch Norse – und damit die Passagiere. „Die Treibstoffkosten sind jetzt fast doppelt so hoch wie noch vor einem Jahr“, berichtete Larsen. „Leider wird das auch an die Passagiere weitergegeben.“ Dennoch seien die Kraftstoffkosten pro Passagier gerechnet bei Norse geringer als bei anderen Airlines. Ein Grund sei die Effizienz der Boeing 787, ein anderer die Zahl der Sitzplätze im Flugzeug, insgesamt sind es 338. „Die Dichte ist bei uns also höher als bei Wettbewerbern“, sagte Larsen. Ziel von Norse ist es dem CEO zufolge, dass Norse ab 2023 profitabel wird, ab 2024 soll die ganze Flugzeugflotte in Betrieb sein. Der Kauf neuer Flugzeuge sei erstmal nicht geplant. „Wir wollen langsam wachsen.“

Flughafen BER: IHK sieht bei Langstrecken nach Luft nach oben

Am BER verspricht man sich durch die neuen Verbindungen eine höhere Attraktivität des Flughafens. „Für die traditionell engen und vielfältigen Verbindungen zwischen der Hauptstadtregion und den USA sind schnelle, direkte und verlässliche Linienflüge eine wichtige Basis“, sagte Thomas Hoff Anderson, Geschäftsführer Operations des BER. Auch Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin, äußerte sich in einer Mitteilung positiv über die neuen Direktflüge, sieht aber noch Luft nach oben. Dass nun eine zweite Airline Berlin mit den USA verbinde sei „ein Erfolg für die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen, aber mit Blick auf das gesamte Langstreckennetz ab und nach Berlin nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“.

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