Straftaten

In Berlin wurde 2021 weniger geschossen

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In Berlin wurde laut Polizei im vergangenen Jahr 262 Mal geschossen, 299 Mal wurde mit einer Schusswaffe gedroht (Symbolbild).

In Berlin wurde laut Polizei im vergangenen Jahr 262 Mal geschossen, 299 Mal wurde mit einer Schusswaffe gedroht (Symbolbild).

Foto: David Young / dpa

Insgesamt 262 Mal wurde laut Berliner Polizei im vergangenen Jahr in der Hauptstadt mit einer Schusswaffe geschossen.

Berlin. In Berlin wurde im vergangenen Jahr deutlich seltener eine Waffe abgefeuert als noch 2020. Die Berliner Polizei registrierte für 2021 insgesamt 262 Schussabgaben und damit 55 weniger als im Vorjahr (317). Das teilte die Behörde auf Anfrage der Berliner Morgenpost mit. Mit einer Schusswaffe gedroht wurde dabei 299 Mal und damit fast genauso viele Male wie 2020 (307).

Damit liegt Berlin im gesamtdeutschen Trend. Das Bundeskriminalamt (BKA) meldete kürzlich in seinem „Lagebild Waffenkriminalität“ bei den Drohungen einen Rückgang von 4370 auf 3881 und bei den Schussabgaben von 4454 auf 4074 Fälle – 2021 insgesamt also 7995 Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen. Davon machen die 561 in Berlin registrierten Fälle rund sieben Prozent aus.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) erfasste 2021 in Berlin insgesamt 482.127 Straftaten. Die 561 Fälle, bei denen Schusswaffen zum Einsatz kamen, entsprechen damit nur etwas mehr als 0,1 Prozent. Sie sorgten jedoch immer wieder für Schlagzeilen. So wurde etwa am 5. Oktober einem 18-Jährigen auf dem Tempelhofer Damm nach einem Streit ins Bein geschossen. Der mutmaßliche Schütze wurde einen Tag später festgenommen.

Schießereien in Reinickendorf, Kreuzberg und Wedding derzeit vor Gericht

Wenige Tage zuvor starb ein 42-Jähriger vor einer Shisha-Bar auf der Schulstraße in Wedding durch zwei Kugeln in den Kopf. Der mutmaßliche Schütze, ein 32-Jähriger, wurde zwei Wochen später im bayerischen Regensburg gefasst.

Mehrere Schießereien aus dem vergangenen Jahr beschäftigten derzeit das Berliner Landgericht. So müssen sich seit Montag zwei Männer vor der 21. Strafkammer wegen eines Vorfalls auf einem Baumarktparkplatz in Reinickendorf vor gut einem Jahr verantworten. Damals waren zwei Gruppen mit Messern, Schlagwerkzeugen und mindestens einer Schusswaffe aufeinander losgegangen. Ein Mann wurde durch Kugeln so schwer verletzt, dass er notoperiert werden musste.

Auch dem 24-jährigen Giuseppe T. wird seit wenigen Wochen der Prozess gemacht, weil er bereits im November 2020 vor einem Kreuzberger Spätkauf einen 22-Jährigen niedergeschossen haben soll. Der wurde mehrfach getroffen und lebensgefährlich verletzt, überlebte aber knapp. Grund für die Tat war laut Anklage, dass das Opfer eine Person aus dem Umfeld des mutmaßlichen Täters nicht adäquat gegrüßt haben soll. Ein weiterer Mann wurde bereits in einem früheren Verfahren zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

Lkw-Fahrer soll Familienvater aus Rache erschossen haben

Auch die tödlichen Schüsse auf einen Familienvater auf der Reinickendorfer Straße in Wedding beschäftigen derzeit das Berliner Landgericht. Der 46-jährige Hatem B. starb am Abend 27. August 2021 vor den Augen zahlreicher Zeugen vor einem Backshop. Dafür angeklagt wurde der 49 Jahre alte Lkw-Fahrer Qussei H. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutsch-Iraki vor, aus Rache getötet zu haben. Hatem B.s 17-jähriger Sohn steht in dringendem Tatverdacht, wenige Wochen zuvor im Volkspark Humboldthain den Neffen von Qussei H. erstochen zu haben.