Immobilienkonzern

Bericht: Adler Group mit offenen Rechnungen in Millionenhöhe

Der Rohbau des Steglitzer Kreisels (Archivbild).

Der Rohbau des Steglitzer Kreisels (Archivbild).

Foto: Foto: Joerg Krauthoefer / FUNKE Foto Services

Dem Konzern gehört unter anderem der Steglitzer Kreisel. Er soll laut RBB und NDR im großen Stil Rechnungen nicht beglichen haben.

Berlin. Der Immobilienkonzern Adler Group soll im großen Stil Rechnungen nicht bezahlt haben. Das geht aus Recherchen der Sender NDR und RBB hervor. Eine Liste aus dem April 2021 weise Hunderte Rechnungen auf, die die Adler-Tochter Consus nicht oder unvollständig beglichen habe. Es handele sich dabei um offene Beträge von insgesamt fast 78 Millionen Euro. Der Adler Group gehören viele teure Immobilien und Grundstücke in deutschen Großstädten, darunter der Steglitzer Kreisel in Berlin.

Laut Bericht soll es Firmenpolitik gewesen sein, Zahlungen - auch an Handwerkerbetriebe - so lange wie möglich hinauszuzögern. Die Adler Group hat sich auf Anfragen der Sender hierzu nicht geäußert.

Zuletzt hatten fast alle Mitglieder des Verwaltungsrats der Adler Group ihren Rücktritt erklärt, weil die Wirtschaftsprüfergesellschaft KPMG dem Konzern das Testat für die Geschäftszahlen 2021 verweigert hatte. Daraufhin stürzten auch die Aktien des Unternehmens ab. Die Bau- und Planungsarbeiten am Steglitzer Kreisel sollen dennoch weiter voranschreiten, beteuerte eine Sprecherin Anfang Mai.

Die Recherchen von NDR und RBB sind in der Dokumentation „Immobilienpoker - Die dubiosen Geschäfte eines Wohnungskonzerns“ zu sehen. Der Film läuft am Montag, 27. Juni, um 23.05 Uhr als „Story im Ersten“ und ist in der ARD-Mediathek abrufbar.

( BM )