ADFC-Sternfahrt 2022

Fahrrad-Sternfahrt in Berlin unterwegs

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Der ADFC hat zur Sternfahrt über Straßen und Autobahnen geladen. Autofahrer müssen Einschränkungen hinnehmen.

Berlin.  Berlin wird zur Fahrradstadt: Zumindest am heutigen Sonntag ist das nicht nur eine Forderung von Befürwortern der Mobilitätswende. Es wird zur Realität. Denn der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Berlin (ADFC) lädt auch in diesem Jahr wieder zur traditionellen Fahrrad-Sternfahrt ein. Sie findet in diesem Jahr zum bereits 46. Mal statt. Die Radfahrerinnen und Radfahrer sollen aus 18 Richtungen zum Großen Stern an der Siegessäule fahren. Der ADFC hat für die Demonstration rund 75.000 Menschen angemeldet.

Der ADFC will mit der Demonstration auch in diesem Jahr „Flagge fürs Fahrrad“ zeigen. „Rauf aufs Rad – Verkehrswende jetzt umsetzen!“: So lautet das Motto. In dem Aufruf des ADFC heißt es: „Einmal im Jahr nehmen wir uns die Fläche, die sonst von Autos aufgefressen wird!“

Routen vereinigen sich auf Avus und Stadtautobahn

Als symbolträchtig kann die Fahrt der Fahrradfahrenden über die Avus (A 115) und den südlichen Teil der Stadtautobahn (A 100) gelten. Hier werden alle Routen zusammengeführt. Die Treffzeiten für die Startpunkte der einzelnen Routen und die Zeiten, wann man sich an welchem Ort einreihen kann, haben wir in der neben stehenden Grafik aufgeführt. Die Polizei wird den Demonstrationszug wie in den vergangenen Jahren absichern. „Wir sind da geübt und haben Erfahrungen“, sagte ein Sprecher

Die Nutzung der Autobahnen begründet der ADFC mit einem politischen Argument. Fahrradfahrende müssten sich „die wenigen Fahrradstraßen“ täglich mit den Autos teilen. Die Autobahnen blieben dagegen dem motorisierten Verkehr vorbehalten. „Deshalb wollen wir genau dort für bessere Bedingungen für den Radverkehr kämpfen – auf diesen zwei Autobahnen“, schreibt der ADFC.

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Einen interaktiven Routenplaner samt Zeitplan finden Sie hier.

Autobahnen bleiben von 12 bis 14 Uhr gesperrt

Autofahrende müssen sich also auf Einschränkungen einstellen. Die Avus bleibt laut Verkehrsinformationszentrale zwischen Autobahnkreuz Zehlendorf und Autobahndreieck Funkturm von 12 Uhr bis 14 Uhr in beiden Richtungen gesperrt. Für die Stadtautobahn gilt die Sperrung in der gleichen Zeit zwischen der Anschlussstelle Späthstraße (A 113) und den Autobahndreieck Funkturm.

Einschränkungen wird es fast flächendeckend auch entlang der Zubringer-Routen und entlang der Strecke zum Großen Stern geben. „Während der Durchfahrt der Radfahrenden wird ein Überqueren der Fahrstrecken sowohl mit Kraftfahrzeugen als auch zu Fuß kurzzeitig nicht möglich sein“, warnt die Verkehrsinformationszentrale. Auf Einschränkungen müssen sich auch Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs einstellen. Zahlreiche Tram- und Buslinien werden unterbrochen oder umgeleitet. Die Verkehrsinformationszentrale rät, auf S- und U-Bahn umzusteigen. Die BVG verweist in ihren Störungsmeldungen auf mehrere Behinderungen am Sonntag, etwa bei den Buslinien 140, 165, 166, 170, 184, 265 und 377.

Inline-Skater sind nicht erwünscht

Der ADFC weist darauf hin, dass elektrische Einräder, sogenannte E-wheels oder Segways, bei der Demonstration nicht gestattet sind. Fahrräder mit Elektroantrieb sind, sofern versicherungsfrei, dagegen willkommen, ebenso Lastenräder und Fahrräder mit Kinder-Anhänger. Die Teilnahme mit Inline-Skates ist dagegen nicht erwünscht.

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An der Sternfahrt können sich auch Radfahrende aus Brandenburg beteiligen. Von Frankfurt/Oder startet am Sonntagmorgen eine Expressroute. Von Leipzig, Dessau und dem polnischen Szczecin brechen die Radfahrenden bereits am Sonnabendabend auf. Eine Kinder- und Familienroute startet „im kindergerechten Tempo“ am Sonntag um 12.45 Uhr n Berlin-Mitte an der Jannowitzbrücke.

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