Zuwanderung

Tausende Inder zogen 2021 nach Berlin

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Joachim Fahrun
Viele Zuwanderer vom indischen Subkontinent arbeiten als Kurierfahrer für Lieferdienste.

Viele Zuwanderer vom indischen Subkontinent arbeiten als Kurierfahrer für Lieferdienste.

Foto: Jan Woitas / dpa

Man sieht sie in Computer-Firmen oder auf den Fahrrädern der Lieferdienste: Indische Bürger stellten 2021 Berlins größte Einwanderergruppe.

Berlin. Während der Corona-Pandemie war nicht nur das öffentliche Leben in Berlin annähernd zum Erliegen gekommen. Das weltweit aktive Virus bremste auch die Migrationsströme und in der Folge auch die Zuwanderung nach Berlin. 2021 aber zeichnet sich eine Rückkehr zum Vor-Pandemie-Trend ab. Und der bedeutet: Es siedeln sich wieder mehr Ausländer in Berlin an, wie das Amt für Statistik Berlin Brandenburg am Freitag nach Sichtung der Einwohnerregister mitteilte. Das Saldo zwischen den 98.987 aus dem Ausland zugezogenen Personen und den 82.756 Fortzügen lag im Vorjahr bei 16.231 und damit um 54 Prozent über dem Wert von 2020. Hingegen ziehen mehr deutsche Staatsbürger weg als zuziehen, die meisten davon wechseln ins Brandenburger Umland oder in die östlichen Bundesländer.

Bemerkenswert ist die Verschiebung innerhalb der Zuwanderergruppen aus dem Ausland, zu der auch die fast 15.000 deutschen Staatsbürger zählen, die ihren Wohnsitz von außerhalb des Landes nach Berlin verlegten. Unter den fast 100.000 Zuzüglern von außerhalb Deutschlands waren Inder mit 17,5 Prozent die größte Gruppe. Das bedeutet, dass mehr als 17.000 indische Staatsangehörige in nur einem Jahr nach Berlin gekommen sind. Sichtbarstes Arbeitsfeld für diese meist jungen Leute sind die vielen Lieferdienste, auf deren Fahrrädern und E-Bikes oft Inder sitzen. Aber auch Software-Firmen und Tech-Start-ups setzen häufiger auf die Expertise der Menschen vom Subkontinent. Kein Wunder also, dass sich fast jeder dritte Inder in Mitte niedergelassen hat.

Inzwischen dominieren Ukrainer das Zuwanderungsgeschehen

Ihren Status als größte Zuwanderergruppe haben die Inder aber spätestens mit dem Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar an die Ukrainer verloren, die im laufenden Jahr das Zuwanderungsgeschehen nach Berlin dominieren.

Hinter den Indern stellten 2021 Bürger aus Moldau mit 8,6 Prozent aller zugewanderten Ausländer die zweitgrößte Gruppe, gefolgt von Syrern (7,6 Prozent), Türken (7,4 Prozent) und Afghanen (6,4 Prozent). Russland belegte vor dem Krieg mit 4,9 Prozent Rang neun unter den Herkunftsländern, dicht gefolgt von den Ukrainern mit 3,1 Prozent.

Mehrheit der Zugezogenen sind zwischen 18 und 27 Jahren

Die Zugezogenen aus dem Ausland sind überwiegend jung. Die Altersgruppe der 18- bis 27-Jährigen bescherte Berlin einen Bevölkerungsgewinn von 12.350 Personen, während unter den Älteren über 45 Jahren mehr Menschen wegzogen als neu ankamen, der Wanderungsverlust betrug in dieser Gruppe mehr als 7000 Köpfe.

Den höchsten Zuwachs an neu gemeldeten Ausländern registrierte der Bezirk Reinickendorf. Das führen die Statistiker vor allem darauf zurück, dass hier im Ortsteil Wittenau das Ankunftszentrum für Geflüchtete steht.