Welthurentag

Prostituierte wollen mehr Anerkennung

Lea Hensen
Frauenrechtlerin Seyran Ates (links), Stephanie Klee vom BSD, Rechtsanwältin Margarete Gräfin von Galen und Bianca Wach, Zimmervermietung Rose in Berlin.

Frauenrechtlerin Seyran Ates (links), Stephanie Klee vom BSD, Rechtsanwältin Margarete Gräfin von Galen und Bianca Wach, Zimmervermietung Rose in Berlin.

Foto: Fabian Sommer / dpa

„Welthurentag“: Prostituierte fordern mehr Mitspracherecht. Am Sonnabend gehen sie deshalb auf die Straße.

Sexarbeiterinnen demonstrieren am Sonnabend am Kurfürstendamm für mehr Rechte und weniger Einschränkungen ihrer Arbeit. Unter dem Motto des „Internationalen Hurentages“ am vergangenen Donnerstag – „Redet mit statt über uns“ – fordern sie mehr Mitsprache bei Regelungen, die ihre Arbeit betreffen. Von 17 bis 20 Uhr soll eine Demonstration vom Hardenbergplatz zum Viktoria-Luise-Platz führen, angemeldet sind 150 Teilnehmende.

Kritik an Auflagen durch Prostituiertenschutzgesetz

Vertreterinnen und Unterstützerinnen der Branche fordern, dass Sexarbeit als normale Berufstätigkeit behandelt wird. Stephanie Klee vom Bundesverband Sexuelle Dienstleistung (BSD) sagte bei einer Konferenz im Charlottenburger Bordell Artemis am „Welthurentag“, die Auflage zu regelmäßigen Registrierungen und Beratungen sollten abgeschafft werden. Das Prostituiertenschutzgesetz unterstellt Sexarbeit seit 2017 einer Anmeldepflicht: Prostituierte müssen sich regelmäßig aufklären und beraten lassen und eine Bescheinigung, die in der Branche auch „Hurenpass“ genannt wird, mit sich führen. Die Rechtsgrundlage sollte einer besseren Kontrolle illegaler Strukturen dienen. Stattdessen führe das Gesetz aber zu Repression, sagte Klee. „Für keine andere Branche gibt es diese engmaschigen Kontrollen.“

Seit 2021 ist geregelt, dass ein Kunde bestraft werden kann, wenn er die Umstände, unter denen eine Frau arbeitet, hätte erkennen können. Zwangsprostitution werde dadurch aber nicht verhindert, sagen die Vertreterinnen der Branche. Gezwungene Prostituierte würden das nicht zugeben. „Das Gesetz nützt nichts gegen Kriminelle, aber verunsichert die Kunden.“ Die Frauenrechtlerin Seyran Ates sagte, Zwangsprostitution müsse stattdessen mit eigenen Gesetzen gegen Gewalt und Menschenhandel bekämpft werden. Man dürfe Prostitution nicht pauschal verdammen oder kriminalisieren, weil viele Frauen freiwillig und selbstständig arbeiteten

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