Corona Berlin

Corona: Impfzentren ICC und Tegel werden geschlossen

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Nach Biontech und Moderna: Neuer mRNA-Impfstoff verspricht Vorteile

Nach Biontech und Moderna: Neuer mRNA-Impfstoff verspricht Vorteile

Ein neuer mRNA Impfstoff vom US-Hersteller Arcturus Therapeutics verspricht nach einer erfolgreichen klinischen Studie einen überraschenden Vorteil gegenüber den bisher zugelassenen Vakzinen von Moderna oder Biontech/Pfizer.

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Das zeitnahe Ende der Corona-Impfzentren in Tegel und im ICC steht bevor. Grund ist die fehlende Nachfrage.

Berlin. Die gute Nachricht vor dem Impfzentrum in Tegel ist: Man muss nicht mehr warten. Die schlechte Nachricht ist aber: Kaum jemand kommt noch. An diesem Mittwochmittag öffnet der kleine Foodtruck auf dem Parkplatz seine Fenster. Der Mitarbeiter sagt, seit Monaten sei es hier ziemlich leer, der Ansturm habe seit Beginn des Jahres stark abgenommen. Im Hintergrund fahren immer wieder leere Shuttle-Bus am Impfzentrum vor. In dieser halben Stunde läuft lediglich eine dreiköpfige Familie durch die Türen in das ehemalige Terminal. Kommt nun das Ende für das Impfzentrum?

Ja. Nach Informationen der Berliner Morgenpost sollen die beiden großen Impfzentren Tegel und ICC zeitnah geschlossen werden. Ein genaues Datum gibt es aber noch nicht. Dann bleibt lediglich die Impfstelle im Ring-Center an der Frankfurter Allee als große Einrichtung in Berlin. Denn die Menschen lassen sich mittlerweile größtenteils bei den niedergelassenen Ärzten immunisieren. Nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung wurden dort im April rund 85 Prozent der berlinweiten Impfdosen verabreicht.

Mit der Schließung der beiden großen Zentren kann der Berliner Senat auch viel Geld sparen. Im Vollbetrieb werden nach Angaben der Verwaltung monatlich rund 5,7 Millionen Euro pro Zentrum veranschlagt. Allerdings nur, wenn sich etwa in Tegel mehr als 3500 Menschen eine Impfung abholen. In den vergangenen Monaten sank die Zahl stetig, heute sind es nach Angaben der Gesundheitsverwaltung noch 400 pro Woche, im Impfzentrum ICC 800.

Auch weniger Flüchtlinge aus der Ukraine

Doch die Infrastruktur für das Impfen ist nicht die einzige, bei der die Nachfrage stark gesunken ist. Auch die Ankunftszahlen von Geflüchteten aus der Ukraine nimmt stetig ab. Am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) waren es am Dienstag noch 92 Menschen, die in elf Linienbussen ankamen. Auch deshalb hat der Senat dort zuletzt drei von fünf Zelten abbauen lassen. Am Hauptbahnhof sinkt die Zahl ebenfalls.

Anfang März reagierte der Senat mit der sogenannten Welcome Hall auf die hohe Zahl an Geflüchteten, in der sie eine Mahlzeit erhalten und Informationen. Gegebenenfalls wurden sie von dort ins Ankunftszentrum nach Tegel gebracht. War es auch hier zu Beginn voll, sind an diesem späten Mittwochvormittag rund 40 Menschen in dem Zelt. Ein ehrenamtlicher Helfer sagt, heute sei ein ruhigerer Tag. Zu Beginn des Krieges sind teilweise täglich bis zu 10.000 Menschen dort angekommen. Nun sind es noch rund 1200 Geflüchtete.

Nach Angaben eines Sprechers der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales belaufen sich die Kosten für das Zelt inklusive Abfallentsorgung und Reinigung auf rund fünf Millionen Euro im Monat. Der Nutzungsvertrag laufe noch bis 3. Juni. „Derzeit finden Verhandlungen statt, um den Vertrag bis 31. August zu verlängern“, so der Sprecher auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Im Zuge dessen gebe es auch Diskussionen, wie man das Angebot verbessern, etwa aus dem Zelt direkt zu Integrations- und Beratungsangeboten weiterleiten könnte. „Über die aktuell ankommenden Geflüchteten hinaus brauchen wir das Zelt ebenfalls, um Ukrainer zu erreichen, die sich bereits in der Stadt aufhalten“, so der Sprecher weiter.

Für viele Menschen führt der Weg oft vom Hauptbahnhof ins Ankunftszentrum nach Tegel, wo sie weiterverteilt werden. In den vergangenen sieben Tagen kamen hier rund 2100 Geflüchtete an. Doch auch an diesem frühen Nachmittag ist es ruhig. Kein Bus kommt an, auf dem Gelände sind fast nur Sicherheitsleute und Mitarbeitende von Hilfsorganisationen zu sehen. Über den Tag verteilt waren es am Dienstag nach Angaben der Senatsverwaltung 778 Mitarbeiter, die den Betrieb in drei Schichten 24 Stunden am Laufen hielten. Zu den Kosten konnte der Sprecher der Verwaltung zunächst keine Angaben machen.