Trauer

Manfred Wilke von Stiftung Berliner Mauer gestorben

Manfred Wilke prägte die Entwicklung der Gedenkstätte und der Stiftung Berliner Mauer.

Manfred Wilke prägte die Entwicklung der Gedenkstätte und der Stiftung Berliner Mauer.

Foto: Maurizio Gambarini / Funke Foto Services

Bekannt war Wilke für sein wissenschaftliches Tun über die Geschichte der deutschen Teilung. Nun ist er mit 80 Jahren gestorben.

Berlin. Er prägte die Entwicklung der Gedenkstätte und der Stiftung Berliner Mauer wesentlich mit und war bis Ende 2020 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung. Am vergangenen Freitag ist Professor Dr. Manfred Wilke im Alter von 80 Jahren im Kreise seiner Familie nach längerer Krankheit verstorben.

„Manfred Wilkes kritischer Geist, seine zahllosen konstruktiven wie anregenden Interventionen, aber auch seine persönliche Verbundenheit mit der Institution und ihren Mitarbeitenden werden der Stiftung Berliner Mauer sehr fehlen“, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung. „Dankbar blicken wir auf die Zeit mit diesem außergewöhnlichen Menschen, Kollegen und Freund zurück.“

Manfred Wilke widmete einen Großteil seines wissenschaftlichen Tuns der Geschichte der deutschen Teilung und der Aufarbeitung des Unrechts der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Schon sehr früh hatte er sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit mit dem Kommunismus auseinandergesetzt, insbesondere mit der Westarbeit der SED.

Manfred Wilke schrieb 400-seitiges Buch über die Berliner Mauer

Vor dem Hintergrund der Biermann-Ausbürgerung 1976 und der Verhaftung des DDR-Schriftstellers Jürgen Fuchs gründete Wilke unter anderem gemeinsam mit Otto Schily das „Schutzkomitee Freiheit und Sozialismus“, das sich für die Verhafteten und deren Freilassung einsetzte.

1992 war er Mitbegründer des „Forschungsverbundes SED-Staat“ an der Freien Universität Berlin, der mit der selbstformulierten Aufgabe antrat, „die äußeren und inneren Voraussetzungen der vierzigjährigen Existenz einer zweiten deutschen Diktatur“ zu untersuchen. Im Jahr 2011 erschien sein 400 Seiten starkes Werk, von der Stiftung Berliner Mauer herausgegeben, „Der Weg zur Mauer. Stationen der Teilungsgeschichte“.