Lebensmittelverschwendung

Klimaaktivisten blockieren Autobahnauffahrten

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Die Aktivisten blockieren die Auffahrt zu A103 in Steglitz.

Die Aktivisten blockieren die Auffahrt zu A103 in Steglitz.

Foto: Paul Zinken / dpa

Mehrere Klimaaktivisten haben am Montagmorgen Autobahnauffahrten in Steglitz und Pankow blockiert.

Berlin. Klimaschützerinnen und Klimaschützer haben am Montagmorgen zwei Autobahnauffahrten in Berlin blockiert. Um kurz nach acht Uhr setzten sich mehrere Personen auf die Fahrbahn der Anschlussstelle Wolfensteindamm/Schloßstraße zur A103 in Steglitz und an der Prenzlauer Promenade/ Granitzstraße zur A114 in Pankow. Insgesamt nahm die Polizei 24 Personen fest.

„Wir können nicht mehr mit ansehen, wie Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich weggeworfen werden“, schrieb ein Bündnis kurz nach Beginn der Blockade auf Twitter, dass sich selbst „Die letzte Generation“ nennt. Dahinter stehen auch einige der Aktivisten, die kurz vor der Bundestagswahl im vergangenen Herbst wochenlang im Hungerstreik waren. Im Internet dokumentierten sie ihren Protest.

Nun fordern sie von der Bundesregierung ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung und Entscheidungen für eine verträglichere Landwirtschaft. Nach Angaben der Protestierenden werden jährlich in Deutschland 18 Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt und somit 22 Tonnen CO2 verursacht.

Auffahrt in Pankow wurde zweimal blockiert

In Pankow waren laut Polizei in Spitze um die 20 und in Steglitz um die 30 Personen beteiligt. Nachdem die Auffahrt an der Prenzlauer Promenade wieder frei war, kamen die Klimaschützer am Mittag zurück und blockierten die Auffahrt erneut.

Da der Protest nicht angezeigt war, droht den 24 Festgenommenen nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz. In wieweit auch Anzeige wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr erstattet wird, werde geprüft, sagte ein Polizeisprecher. Dafür sieht das Gesetz eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor. Die Aktivistinnen und Aktivisten kündigten hingegen an, wiederkommen zu wollen.

Minister Özdemir will Lebensmittelverschwendung reduzieren

Beim neuen Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir dürften die Demonstrierenden zumindest inhaltlich auf Verständnis stoßen. Der Grünen-Politiker hatte kurz vor dem Jahreswechsel angekündigt, der Lebensmittelverschwendung den Kampf anzusagen und Lebensmittelspenden zu erleichtern. Den Umstand, dass das sogenannte „Containern“ – also das Herausnehmen noch brauchbarer aber weggeworfener Lebensmittel aus den Müllcontainern von Supermärkten – illegal ist, nannte Özdemir absurd.