Pandemie

Omikron jetzt vorherrschende Coronavirus-Variante in Berlin

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Isabell Jürgens
Omikron-Welle: Große Personalnot in Frankreichs Krankenhäusern

Omikron-Welle: Große Personalnot in Frankreichs Krankenhäusern

Während die Corona-Infektionszahlen in Frankreich rasant steigen, wächst in Krankenhäusern die Sorge, Patienten nicht mehr behandeln zu können. Denn in vielen Kliniken fehlt Personal.

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Bei rund 44 Prozent der positiven PCR-Tests in der Hauptstadt wird die hochansteckende Mutation nachgewiesen.

Berlin. Die Befürchtungen der Gesundheitsbehörden in Berlin haben sich schneller erfüllt als erwartet. Omikron ist in Berlin jetzt die vorherrschende Coronavirus-Variante und hat die zuvor dominierende Delta-Mutation auf Platz zwei verdrängt. „Die Labore haben uns beunruhigende Zahlen gemeldet“, sagte Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) nach der Sitzung des Senats am Dienstag. Bei 43,5 Prozent der positiven PCR-Tests habe eine Nachsequenzierung durch die Labore die hochansteckende Omikron-Variante angezeigt.

Zwar seien diese Ergebnisse noch mit Vorbehalt zu bewerten, so die Gesundheitssenatorin weiter. Aktuell sei erst mehr als ein Drittel der positiven PCR-Tests überhaupt entsprechend untersucht worden. Aber der Trend sei deutlich ablesbar: „Das bedeutet, das Infektionsgeschehen wird beschleunigt weitergehen“, stelle Gote klar.


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Corona-Inzidenz in Berlin steigt weiter

Unterdessen ist die Corona-Inzidenz in Berlin erneut gestiegen und lag nach den aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) am Dienstagmorgen bei 286,8. Am Sonntag und Montag gab es Werte um die 265. Die Zahl gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gemeldet wurden. Das RKI wies weiter darauf hin, dass in den Tagen um den Jahreswechsel wie schon an Weihnachten mit weniger Tests und Meldungen zu rechnen sei. Die vorliegenden Daten könnten daher noch unvollständig sein.

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) kündigte an, angesichts der in der Hauptstadt stagnierenden Quote der Ungeimpften neue Wege gehen zu wollen. „In Berlin sind 71,8 Prozent der Bürger vollständig geimpft, 75,3 Prozent sind erstgeimpft. Wenn wir die 80 Prozent erreichen wollen, müssen wir bis zum Monatsende noch 4,7 Prozent der Bürger von einer Impfung überzeugen“, sagte Giffey.

Um das zu erreichen, wolle man nun gezielt Menschen ansprechen, die in den sozialen Brennpunkten leben, zum Beispiel in Wedding, Neukölln oder Heerstraße-Nord. „Dort braucht es die direkte Ansprache der Menschen und die Zusammenarbeit mit den Multiplikatoren vor Ort in den Communitys, den Religionsgemeinschaften oder auch den Stadtteilmüttern“, sagte die Regierungschefin weiter. Deren Unterstützung werde etwa gebraucht, um kursierende Gerüchte wie etwa die, wonach Impfungen impotent oder unfruchtbar machen, wirkungsvoll auszuräumen.

Corona-Arbeitsgruppe kommt erstmals zusammen

In einem ersten Schritt sollen dazu die 49 Familienzentren in der Stadt, die von der Senatsverwaltung für Bildung finanziert werden, in die Impfkampagne einbezogen werden. Die Zusammenarbeit sei bereits vereinbart. Am Donnerstag habe sie dazu ein Gespräch mit Mario Czaja, dem Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes Berlin (DRK), um die operativen Fragen zu besprechen, so Giffey weiter.

An diesem Mittwoch soll auch erstmals die neu gegründete Corona-Arbeitsgruppe der Berliner Staatssekretäre zusammenkommen, um die Bund-Länder-Runde am kommenden Freitag vorzubereiten. Berlin werde mit einigen Fragestellungen in die Beratungen gehen, sagte Giffey. Diese beträfen unter anderem auch die Frage der Quarantäne-Dauer für Infizierte und ihre Kontaktpersonen.

Auch der Expertenrat der Bundesregierung tagte am Dienstag. Die Empfehlungen des RKI für den Umgang mit der Quarantäne seien im Laufe dieser Woche zu erwarten, teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mit. Das Institut werde zudem belastbare Daten über den aktuellen Infektionsstand in Deutschland nach den Feiertagen vorlegen.