Kriminalität

Königs Wusterhausen: Polizei findet fünf Leichen

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Lea Hensen
Polizisten steht in einem Wohngebiet von Senzig, einem Ortsteil der Stadt Königs Wusterhausen im Landkreis Dahme-Spreewald, hinter einer Absperrung.

Polizisten steht in einem Wohngebiet von Senzig, einem Ortsteil der Stadt Königs Wusterhausen im Landkreis Dahme-Spreewald, hinter einer Absperrung.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Die Polizei hat zwei Erwachsene (beide 40 Jahre) und drei Kindern (vier, acht und zehn Jahre) leblos mit Stich- und Schussverletzungen gefunden

Berlin. Die Polizei hat am Samstagmittag fünf Leichen in einem Einfamilienhaus im brandenburgischen Königs Wusterhausen, Landkreis Dahme-Spreewald, gefunden. Die brandenburgische Polizeidirektion Süd und die Staatsanwaltschaft Cottbus erklärten am Nachmittag, dass es sich bei den Toten um zwei Erwachsene im Alter von 40 Jahren und drei Kinder im Alter von vier, acht und zehn Jahren handele. Man gehe von einem Tötungsdelikt aus. Die Mordkommission habe die Ermittlungen übernommen.

Die Hintergründe der Tat waren am Nachmittag noch weitgehend unklar. Laut offiziellen Angaben hatten Zeugen die Polizei zur Mittagszeit alarmiert, weil sie in dem Wohnhaus an der Birkenallee im Ortsteil Senzig leblose Personen gesehen hatten. Gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ (dpa) hatte ein Polizeisprecher zuvor angegeben, ein Anrufer habe die Polizei kurz vor Mittag alarmiert habe, weil er es ungewöhnlich fand, dass die Bewohner des Hauses nicht zu sehen waren.

„Märkische Allgemeine“: Familie befand sich in Corona-Quarantäne

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, haben die Beamten die zwei Erwachsenen und drei Kinder leblos und mit Stich- und Schussverletzungen vorgefunden. Kriminalpolizeiliche Ermittlungen seien umgehend eingeleitet worden und dauerten am Nachmittag weiterhin an. Neben Kriminaltechnikern sei auch ein Sachverständiger des Brandenburgischen Institutes für Rechtsmedizin vor Ort.

Nach Informationen der „Märkische Allgemeinen“ soll es sich bei den Toten um eine Familie handeln, die sich zum Tatzeitpunkt in Corona-Quarantäne befand. Eine offizielle Bestätigung dessen gab es am Samstag nicht. Eine „RTL“-Reporterin berichtete zudem unter Berufung auf Anwohner vor Ort, die Familie habe noch nicht lange in dem Neubau am See gewohnt. Die Tochter sei häufig mit dem Hund spazieren gegangen. Ein Foto zeigte, wie die Feuerwehr einen Chihuahua vom Tatort wegbrachte.

Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon sagte der dpa, er rechne für Samstag nicht mit weiteren Erkenntnissen über die Hintergründe des Verbrechens. Damit blieb zunächst im Dunkeln, ob es sich bei den Toten um eine Familie handelte, ob sich der Täter unter den Opfern befindet, was das Motiv sein könnte, ob sich noch andere Personen im Haus aufhielten.

Feuerwehr brachte Hund vom Tatort weg

Königs Wusterhausen liegt süd-östlich von Berlin im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald und hat knapp 40 000 Einwohner. Senzig ist ein Ortsteil von Königs Wusterhausen und war bis zu einer Gemeindegebietsreform Anfang der 2000er Jahre eine eigenständige Gemeinde. Es liegt zwischen Feldern und Seen — eine ruhige Idylle mit vielen Einfamilienhäusern.

In der Straße, in der sich die Tat ereignete, versammelten sich am frühen Nachmittag schnell einige Schaulustige. Kameraleute und Fotografen waren am Ort. Vor dem recht neuen Haus, an dem die Rollläden heruntergelassen waren, standen zahlreiche Polizeifahrzeuge. Kriminaltechniker in weißen Anzügen liefen zwischen ihren Fahrzeugen und dem Haus hin und her. Feuerwehrleute holten in einem Karton ein Haustier aus dem Haus.

Am späten Nachmittag sperrte die Polizei den Tatort noch weiträumiger ab. Nachbarn waren kaum zu sehen. Polizisten gingen von Tür zu Tür und sprachen mit den Anwohnern. Ein Mann und eine Frau stellten eine Kerze in der Nähe des Hauses ab. Auf die Frage, ob sie die Toten kannten, antwortet der Mann: „Das hier ist ein Dorf - man kennt sich.“ Mit dpa