Coronavirus-Pandemie

Soldaten unterstützen wieder die Berliner Bezirke

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Charlotte Bauer und Lena Witte
Schon im letzten Lockdown halfen Bundeswehrsoldaten in den Bezirken. Jetzt sollen sie erneut unterstützen.

Schon im letzten Lockdown halfen Bundeswehrsoldaten in den Bezirken. Jetzt sollen sie erneut unterstützen.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Die Soldaten sollen bei der Kontaktnachverfolgung unterstützen. Außerdem helfen 50 im Impfzentrum an der Messe.

Berlin. An diesem Freitag sollen die ersten Soldatinnen und Soldaten nach Berlin kommen und die Bezirke unterstützen. Das teilte das Landeskommando Berlin der Bundeswehr auf Nachfrage der Berliner Morgenpost am Donnerstag mit. 64 Einsatzkräfte sind es an der Zahl.

Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sollen insgesamt 50 Soldatinnen und Soldaten zur administrativen Unterstützung im Corona-Impfzentrum Messe Berlin eingesetzt werden. In Neukölln sind es vier Soldaten, die bei mobilen Abstrich-Teams helfen sollen. Hinzu kommen zehn Soldaten, die in der Kontaktpersonennachverfolgung tätig sein sollen. Zwei Soldaten sollen in Spandau bei mobilen Abstrich-Teams unterstützen plus acht Einsatzkräfte, die zur Nachverfolgung von Infektionsketten eingesetzt werden sollen. Wie die Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer betont, „hilft die Bundeswehr so lange sie gebraucht wird und so lange sie die dafür notwendigen Kräfte hat.“

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Neukölln fokussiert sich nur noch auf vulnerable Gruppen

Aufgrund der stark gestiegenen Inzidenzen fokussiert sich unterdessen das Gesundheitsamt Neukölln nun auf die Kontaktverfolgung von besonders vulnerablen Gruppen. Das geht aus einer Mitteilung des Bezirksamts hervor. Dazu gehören insbesondere Pflegeeinrichtungen, Gemeinschaftsunterkünfte sowie Schulen und Kitas.

Eine Kontaktverfolgung sei angesichts der massiv ansteigenden Erkrankungen sowie der Vielzahl von Kontakten nicht mehr individuell möglich. Die Verfahren für die Fallbearbeitung seien nun angepasst worden, um die Hotline des Gesundheitsamtes zu entlasten, teilte das Bezirksamt mit. Das Gesundheitsamt erhält bei der Nachverfolgung Unterstützung durch die Kooperation mit Neuköllner Hausarztpraxen, Kinderarztpraxen und den COVID-19 Schwerpunktpraxen. Offenbar reicht das aber nicht. „Schon seit Wochen arbeiten unsere Kontaktermittler-Teams durch, auch an Wochenenden“, sagt Gesundheitsstadträtin Mirjam Blumenthal (SPD). Die Fallzahlen seien mittlerweile einfach zu hoch, um eine individuelle Nachverfolgung noch zu gewährleisten. „Deshalb konzentrieren wir uns darauf, die am stärksten betroffenen Personen zu schützen“, so Blumenthal. Das Gesundheitsamt benötige nun dringend Unterstützung, die in den kommenden Tagen auch durch die Bundeswehr kommen soll. „Die Soldatinnen und Soldaten werden in der Kontaktnachverfolgung eingesetzt“, so Blumenthal.

Landkreis Elbe-Elster hat die 1000er-Marke übersprungen

Der Landkreis Elbe-Elster in Südbrandenburg hat währenddessen mit einem Wert von 1119,8 bundesweit die sechsthöchste Sieben-Tage-Inzidenz neuer Corona-Fälle. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag hervor. Es ist der erste Landkreis in Brandenburg, der bisher die 1000er-Marke übersprungen hat. Der Kreis erhält bei der Kontaktverfolgung nun Unterstützung: „Wir haben Hilfe bekommen“, sagte Sprecher Philipp Strelitz am Donnerstag. Zehn Soldaten stünden dem Gesundheitsamt zur Seite. Außerdem sei die Zahl der Mitarbeiter mit Hilfe aus anderen Bereichen der Verwaltung aufgestockt worden.

Der Kreis Elbe-Elster grenzt im Süden an Sachsen, das derzeit die höchsten Infektionszahlen im bundesweiten Vergleich hat. Ein Sprecher hatte Anfang November erklärt, das Gesundheitsamt komme wegen der steigenden Zahl neuer Corona-Fälle an den Rand der Leistungsfähigkeit.

( dpa )