Nahverkehr

Ticketpreise für BVG und S-Bahn werden nicht erhöht

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Die Ticketpreise für S-Bahn und BVG in Berlin bleiben zum Jahresbeginn 2022 unverändert.

Die Ticketpreise für S-Bahn und BVG in Berlin bleiben zum Jahresbeginn 2022 unverändert.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Der Aufsichtsrat vom VBB hat sich gegen eine Preiserhöhung entschieden. Das Ziel bleibt die Rückgewinnung von Fahrgästen.

Berlin. Es zeichnete sich bereits ab, nun ist es beschlossene Sache: Die Ticketpreise für den öffentlichen Personennahverkehr bleiben in Berlin und Brandenburg zum Jahresbeginn 2022 unverändert. Das hat der Aufsichtsrat des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) entschieden. Die Verkehrsunternehmen reagieren damit auch auf die Folgen der Corona-Pandemie, wonach in Bussen und Bahnen nach wie vor weniger Menschen unterwegs sind als noch vor der Krise. Das Niveau liegt derzeit bei etwa 80 Prozent. Wie VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel deshalb mitteilte, „wäre eine Erhöhung der Ticketpreise im VBB zum jetzigen Zeitpunkt das falsche Zeichen“.

Dennoch ist klar: Durch die zurückgegangenen Fahrgäste fehlen dem Unternehmen Einnahmen. Im Verkehrsverbund wurden in 2020 gut eine Milliarde Fahrgäste gezählt, fast ein Drittel weniger als noch 2019. In der Folge waren die Einnahmen 2020 rund 20 Prozent geringer als im Vorjahr. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) rechnen für das aktuelle Jahr mit rund 200 Millionen Euro, die in der Kasse fehlen werden. Im vergangenen Jahr wurde das Minus durch einen ÖPNV-Rettungsschirm von Bund und Ländern ausgeglichen, der auch für 2021 erneut aufgespannt wurde.

Einige Fahrpreise zuletzt zum Jahreswechsel erhöht

„Es stimmt, unsere Verkehrsunternehmen leiden in der Corona-Krise und brauchen den ÖPNV-Rettungsschirm“, erklärte Henckel. Dass dennoch keine Ticketpreise erhöht werden, solle signalisieren, „dass wir die Fahrgäste im Blick haben und auf sie bauen“. Wie bekannt, soll in Berlin im ersten Quartal 2022 außerdem mit dem FlexTicket ein neues, flexibleres Angebot an den Start gehen.

Zuletzt waren einige Preise für Fahrkarten zum 1. Januar 2021 erhöht worden. Unter anderem Einzelfahrausweise, 4-Fahrten-Karten und Monatskarten in den Tarifbereichen AB und ABC wurden zum Jahresbeginn teurer. Die Preissteigerung habe sich damals etwa an der Preisentwicklung bei Strom oder Kraftstoffen orientiert, hieß es. Dagegen, dass die Ticketpreise nun erneut erhöht werden, hatten sich zuletzt unter anderem bereits die rot-rot-grüne Koalition in Berlin und der Fahrgastverband Igeb ausgesprochen.

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