Neues Affengehege

Berliner Zoo gibt erste Pläne ihres Affenhauses bekannt

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Niklas Bessenbach
Das Elefantentor, der Eingang zum Zoo Berlin

Das Elefantentor, der Eingang zum Zoo Berlin

Foto: Jens Kalaene / dpa

Der Zoo hat mit Berlin einen Deal ausgehandelt: 16,5 Millionen Euro bringt er ein. Damit will er ein Affenhaus bauen. So soll es aussehen.

Berlin. Der Berliner Zoo und der Tierpark sind vorerst gerettet. Die Stadt hat am Mittwoch beschlossen, den Einrichtungen mit 16,5 Millionen Euro zu helfen. Zoo und Tierpark haben unter der Pandemie besonders gelitten: Während wegen des Lockdowns keine Eintrittsgelder eingenommen werden konnten, musste gleichzeitig die Pflege der Tiere weiterhin bezahlt werden. Mit der Millionenhilfe der Stadt will der Zoo das in die Jahre gekommenen Affenhaus sanieren – oder sogar einen Neubau errichten.

Der Zoo verkündete am Donnerstag eine weitere positive Nachricht: Das erst im Juli geborene Roten-Panda-Baby ist ein Junge und hat erfolgreich seinen ersten Besuch beim Tierarzt überstanden. Die Behandlung hat nur zwei Minuten gedauert, dann durfte es sich wieder an seine Mutter kuscheln. Es hat eine Staupe-Impfung und einen Chip bekommen.

Zoo diskutiert über zwei Standorte, wo das Affenhaus entstehen könnte

Der Umbau des Affenhauses soll zusammen mit Architekten geplant werden. Einen Überblick, wie sich das Gehege der Tiere in etwa ändert, gab Pressesprecherin des Zoos, Christiane Reiss, aber schon. Der Standort des Affenhauses steht noch nicht fest.

Diskutiert werden zwei Möglichkeiten: Entweder soll das bestehende Affenhaus teilweise erhalten bleiben und umgebaut werden. In dem Fall könnte der Zoo jedoch für die Zeit des Umbaus keine Menschenaffen halten. Oder es könnte auf einem anderen Areal entstehen, „auf einem Erweiterungsgelände, auf dem in der Vergangenheit weniger los war“, so Reiss.

Weniger Affen, höhere Lebensqualität

Geplant sei zudem die Anzahl der Orang-Utans, Bonobos und Schimpansen zu reduzieren, ihnen dafür aber eine artgerechtere und moderne Umgebung zu schaffen. „Die Leute wollen keine Affen mehr auf Fliesenböden und hinter Glas sehen“, sagte Reiss. Stattdessen soll das Gehege mit viel mehr „natürlichen Materialien“ ausgestattet werden. Konkret: Erdboden, Pflanzen und Bäume.

Ganz auf Glasscheiben könne man nicht verzichten, aber sie teilweise durch breite Gräben ersetzen. Das Affenhaus soll zudem höher gebaut werden. „Wir möchten den Lebensraum der Affen immer wieder neugestalten. So kommt keine Langeweile auf.“ Der Zoo will außerdem neue Futterstationen bauen, bei denen die Tiere sich die Nahrung selbst erarbeiten müssen. „Das Ziel ist, die Natur möglichst nachzuahmen. Wir nennen das Ersatzlebensräume.“

Verbaut sich der Zoo eine sichere Einnahmequelle?

Dafür, dass die Stadt dem Zoo mit 16,5 Millionen Euro hilft, stellt sie ihre jährliche Zahlung von 380.000 Euro an den Zoo ein. Zudem darf der Senat mitentscheiden, wenn der Zoo die Eintrittspreise ändern will. Zur Diskussion steht derzeit noch, ob das Land einen Sitz im Aufsichtsrat der Zoo AG erhalten soll.

Sprecherin Reiss zerstreute die Kritik, der Zoo verbaue sich so eine sichere jährliche Einnahmequelle. „Wir haben das genau durchgerechnet und abgewogen. Hätte sich der Deal für uns nicht gelohnt, hätten wir ihm nicht zugestimmt.“