Extinction Rebellion

So leicht kamen die Aktivisten auf das Brandenburger Tor

| Lesedauer: 27 Minuten
Jil Dreimann, Julian Würzer, Andreas Gandzior
Über diese Baustelle sollen die Aktivisten auf das Brandenburger Tor gelangt sein.

Über diese Baustelle sollen die Aktivisten auf das Brandenburger Tor gelangt sein.

Foto: Julian Würzer

Aktivisten der Gruppe "Extinction Rebellion" demonstrieren in Berlin für mehr Klimaschutz. Alle News im Blog.

  • Aktivisten der Gruppe "Extinction Rebellion" demonstrieren in Berlin eine Woche lang für mehr Klimaschutz.
  • Unter dem Motto "August Rise-up" sind zahlreiche Protestaktionen und Veranstaltungen geplant.
  • Die Berliner Morgenpost berichtet im Newsblog.

Extinction Rebellion: Aktivisten kamen über Baustelle auf Brandenburger Tor

11.48 Uhr: Mehrere Aktivisten sind am frühen Morgen auf das Brandenburger Tor geklettert. Auf Nachfrage sagte der Sprecher von „Extinction Rebellion“, Tino Pfaff, die Umweltschützer seien über eine nahegelegene Baustelle auf das Dach gekommen. Dort habe es eine Leiter gegeben, über die sie auf ein erstes Dach vor dem Brandenburger Tor gelangt seien. Mit einer weiteren mitgebrachten Leiter seien sie dann auf das Wahrzeichen gekommen und hätten sich angeklebt, so Pfaff. Zeitgleich seien die Lkw auf der Ebertstraße vorgefahren.

Höhenretter der Berliner Polizei im Einsatz

11.10 Uhr: Ein Höheneinsatz-Team der Polizei befindet sich zusammen mit Ärzten auf dem Brandenburger Tor. Sie versuchen, die Demonstranten loszumachen. Auf der Ebertstraße vor dem Brandenburger Tor haben sich weitere Aktivisten auf einem Lkw festgemacht. Der Einsatz dauert noch an, das Gebiet ist für den Autoverkehr weiträumig abgesperrt.

Aktivisten auf dem Brandenburger Tor

8.45 Uhr: Am fünften Tag in Folge haben Umweltschützer ihre Protestwoche in Berlin mit einer Straßenblockade vor dem Brandenburger Tor fortgesetzt. Nach Angaben der Polizei versammelten sich am Freitagmorgen rund 200 Aktivisten auf dem Platz des 18. März und blockierten seit dem frühen Morgen die Fahrbahn vor dem Platz. Vier weitere Umweltschützer kletterten auf die Quadriga des Brandenburger Tors und ketteten sich dort fest. Die Versammlung sei genehmigt, jedoch nur auf dem Platz des 18. März. Sollten die Aktivisten die Blockade nicht aufheben, werde die Polizei räumen, hieß es. Ein Sprecher von Extinction Rebellion teilte am Morgen mit: „Hier wird keiner freiwillig weggehen, wir bleiben, bis die Polizei uns wegträgt.“

Extinction Rebellion: Berlin-News am Donnerstag, 19. August - Blockade am Landwirtschaftsministerium

10.50 Uhr: Auch am Donnerstag gehen die Proteste der Aktivisten von "Extinction Rebellion" weiter. Ziel einer Blockade war am Vormittag das Landwirtschaftsministerium. "Nicht nur die Klimakrise bedroht unsre Zukunft, sondern jeden Tag sterben 150 Tier- & Pflanzenarten aus. Mit verheerenden Folgen für unsere Ökosysteme, zu denen wir Menschen auch gehören", twitterten die Umweltschützer. Fotos zeigen protestierende Menschen mit Bannern am Dienstsitz in der Wilhelmstraße.

Berlin-News am Mittwoch, 18. August - Aktivisten drangen ins Gebäude des CDU-Wirtschaftsrats ein

15.45 Uhr: Nach Angaben einer Polizeisprecherin haben sich am Vormittag zwölf Personen Zutritt zum Gebäude des CDU-Wirtschaftsrats verschafft. Fünf von ihnen hätten sich an Fensterbretter angeklebt. Auch davor hätten sich Menschen an die Fenster angeklebt. Weiteren Angaben zufolge hätten die Beamten im Beisein von Ärzten die Aktivisten mit einem Lösungsmittel befreit. Gegen die zwölf Personen im Gebäude sei nun ein Strafermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet worden. Aktuell protestieren mehrere Hundert Menschen vor der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen an der Hiroshimastraße in Berlin-Mitte. Mehrere Klimaaktivisten halten sich laut Polizeisprecherin auf dem Gehweg und der Fahrbahn auf. Außerdem seien neun Personen auf dem Vordach des Gebäudes. Die Stimmung beschreibt die Beamtin als friedlich. Maßnahmen durch die Polizei seien noch keine durchgeführt worden.

Polizei will Aktivisten zurückdrängen

15.30 Uhr: Neben einer Sitzblockade haben Aktivisten Banner an dem Gebäude des Wirtschaftsrats der CDU aufgehängt und sich teilweise an Fenstern festgeklebt. Wie "Extinction Rebellion" mitteilt, versuchen die Beamten zur Stunde, das Vorfeld zu räumen. Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin, kritisiert die Aktionen der Aktivisten, die vor allem zulasten der Polizisten gehen würden. Er spricht von einer "extremen Belastung" für die Beamten. Bei vielen gebe es in dieser Woche Dienstzeitverlagerungen, sie müssten also oft früher als vorgesehen ihre Schicht beginnen. Auch müssten sie bis zu 70 Stunden in dieser Woche arbeiten. Wegen der Protestwoche würden neben den 16 Hundertschaften zusätzliche fünf sogenannte Alarmhundertschaften zur Verfügung stehen, um auf eventuelle Aktionen zu reagieren. "Die eingesetzten Kollegen stehen permanent unter Strom", so Jendro.

Sitzblockade in Tiergarten angekündigt

13.38 Uhr: Eine weitere Sitzblockade will "Extinction Rebellion" vor der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen in der Hiroshimastraße im Ortsteil Tiergarten errichten. Der Protest richtet sich gegen CDU-Kanzlerkandidat und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sowie den Energieversorger RWE. Das Unternehmen macht einen Teil seines Gewinns mit Braunkohleabbau.

Mahnwache am Neptunbrunnen ab 14 Uhr

13.23 Uhr: Im Rahmen der Protestwoche planen die Klimaaktivisten am Nachmittag eine Mahnwache. Für die Zeit zwischen 14 und 18 Uhr mobilisieren die Organisatoren Unterstützer zum Neptunbrunnen zwischen Fernsehturm und Rotes Rathaus. Mit dem Hashtag „Free Ella“ rufen sie dazu auf, sich der Mahnwache anzuschließen. Dabei solidarisieren sich die Klimaaktivisten mit einer verurteilten Demonstrantin, die wegen der Waldbesetzung des Dannenröder Forsts zu einer Haftstrafe zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden ist. Sie soll bei der Besetzung einen Polizisten ins Gesicht und gegen den Kopf getreten haben.

Aktivisten kleben sich an Gebäude fest

12.43 Uhr: Die Demonstranten harren weiterhin am Haus des Wirtschaftsrats der CDU aus. Nach Angaben der Aktivisten ist die Aktion vor dem Gebäude als Versammlung genehmigt worden. Unterstützer seien auch in das Haus gelangt und hätten sich mit Sekundenkleber an den Fenstern von Büroräumen befestigt. Das ist auch auf Videos in den sozialen Netzwerken zu sehen. Wie es dazukommen konnte, ist bislang noch unklar. Bereits am Dienstag geriet die CDU ins Visier der Klimaaktivisten. So wurde die Parteizentrale, das Konrad-Adenauer-Haus mit Kunstblut bespritzt, auch Menschen klebten sich an den Eingängen mit Sekundenkleber fest. Dabei stellte die Polizei die Identitäten von rund 40 Personen fest

Aktivisten blockieren Gebäude des CDU-Wirtschaftsrats

10.37 Uhr: Die Proteste der Aktivisten von "Extinction Rebellion" gehen auch am Mittwoch weiter. Am Morgen blockieren dutzende Unterstützer das Gebäude des Wirtschaftsrats der CDU an der Luisenstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs. Wie auf Bildern zu sehen ist, sitzen Menschen vor dem Eingang des Gebäudes. Manche von ihnen sind wie schon in den vergangenen Tagen angeklebt. Im Messengerdienst Telegram schreiben die Aktivisten, dass der Wirtschaftsrat der CDU ein reines Lobbyorgan sei und seit Jahren den Klimaschutz blockiere. "Heute blockieren wir deshalb den Wirtschaftsrat." Auf einem Video auf Twitter sind zudem zwei Aktivisten im Gebäude zu sehen. Sie haben ein Banner mit dem Worten "besetzt" am Fenster angebracht. Die Polizei ist derweil mit Einsatzkräften vor Ort.

Dienstag, 17. August: Aktivisten blockieren Invalidenstraße

19.25 Uhr: Während die Abschlusskundgebung der Demonstration im Invalidenpark stattfindet, haben sich mehrere Aktivisten auf der Invalidenstraße angekettet. Beamte müssen die Metallketten mit Sägen durchtrennen.

Kein Durchkommen auf der Invalidenstraße

18.56 Uhr: Wegen des Klimaprotestzugs von der Initiative „Extinction Rebellion“ kommt es am Abend zu Verkehrsbehinderungen auf der Invalidenstraße in Berlin-Mitte. Zur Stunde ist auf dem Abschnitt vom Naturkundemuseum bis zur Kreuzung Chausseestraße kein Durchkommen mehr. Die Polizei hat die Straße in dem Abschnitt vorübergehend gesperrt. Der Autoverkehr wird umgeleitet. Die Straßenbahn M8 nach Ahrensfelde bzw. zum Hauptbahnhof fährt derzeit nicht weiter.

14.45 Uhr: Die Blockade beim Bauernverband ist aufgelöst worden. Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, sagte: „Gebrüll und Schüttelreime – mit diesem unterirdischen Niveau können wir nichts anfangen.“ Die Polizei sprach von rund 70 Teilnehmern, die sich dort eingefunden hatten.

Konrad-Adenauer-Haus mit Kunstblut beschmiert

13.40 Uhr: Die Aktivisten haben Kunstblut an Fenster der CDU-Bundesgeschäftsstelle geschmiert. Vor dem Konrad-Adenauer-Haus an der Klingelhöferstraße in Tiergarten (Mitte) ist ein Banner mit der Aufschrift "Klimapolitik blockieren = mehr Klimaopfer" zu sehen. Die Polizei bestätigte den Vorfall. Dabei wurden die Identitäten von 40 Personen festgestellt, es gab mehrere Festnahmen.

10.47 Uhr: Die Aktivisten von "Extinction Rebellion" blockieren weiter den Bauernverband. Die Situation wird von Beteiligten als entspannt wahrgenommen. Die Polizei versucht zu verhindern, dass weitere Demonstranten hinzukommen. Die Nachzügler haben eine zweite Blockade vor der Polizei in der Rheinstraße gestartet.

Zunächst blockierten Aktivisten den Zugang zum Deutschen Bauernverband an der Claire-Waldoff-Straße in Mitte. Dabei setzten sich Unterstützer der Umweltschutzbewegung vor die Türen und auf das Vordach des Gebäudes. Einige klebten sich auch an die Türen. Sie kritisierten die Landwirtschaftskonzerne, die für zerstörte Böden und Emissionen verantwortlich seien.

Aktivisten blockieren Zentrale des Bauernverbands

9.34 Uhr: Auch an diesem Dienstag wollen die Klimaaktivisten von "Extinction Rebellion" in dieser Stadt mit Aktionen auf einen besseren Klimaschutz aufmerksam machen. Am Morgen blockieren Unterstützer die Zugänge des Bauernverbands an der Claire-Waldoff-Straße in Berlin-Mitte. Die Begründung der Aktivisten: "Weil es dem Bauernverband nicht um Kleinbetriebe und das Gemeinwohl geht, sondern um die fetten Landwirtschaftskonzerne, die unsere Böden zerstört."

Am Nachmittag ist eine große Demo vor den Parteizentralen von SPD, CDU und Grünen geplant.

Montag, 16. August: Polizei umzingelt Demonstranten von Extinction Rebellion im Monbijoupark

19 Uhr: Die Polizei ist am Abend weiterhin mit starken Kräften im Monbijoupark vertreten. Die Einsatzkräfte haben den Park umzingelt und lassen niemanden hinein oder heraus. Einige Menschen saßen in den Bäumen. „Leider ist die Polizei immer wieder recht rabiat gegen die Menschen vorgegangen, aber trotzdem nicht weit gekommen“, schrieben die Aktivisten im Internet, als es um einen nicht geduldeten Bühnen-Lastwagen im Park ging. Eine Person sei „brutal“ festgenommen worden, hieß es weiter.

Extinction Rebellion: Auch im Monbijoupark Menschen am Boden festgeklebt

16.15 Uhr: Auch im Monbijoupark sind wieder Menschen auf dem Boden angeklebt. Wie die Berliner Morgenpost erfahren hat, gehört es zur Strategie der Aktivisten, die Polizei möglichst lange zu beschäftigen. Dabei sei es nicht wichtig, wie viele Menschen demonstrieren würden, hieß es.

Extinction Rebellion spricht von mäßig gelungenem Auftakt

15.55 Uhr: Der Pressesprecher von Extinction Rebellion, Tino Pfaff, bezeichnet den Auftakt der Protestwoche als mäßig gelungen. „Wir haben für Aufsehen gesorgt“, sagt er der Berliner Morgenpost. Er spricht von 300 bis 400 Menschen, die vor dem Brandenburger Tor die Straße blockiert hätten. Eigentlich hätte man dabei „schweres Gerät“ einsetzen wollen, etwa Metallketten, die nur mit einer Säge durchtrennt hätten werden können. „Dann hätte die Aktion wahrscheinlich bis in die Nacht angedauert“, sagt er.

Allerdings habe die Polizei bereits am Morgen die Gerätschaften beschlagnahmt. Die Aktion mit dem Sekundenkleber sei in der Folge nur der „Notfallplan“ gewesen. Für die kommenden Tage wolle man mit weiteren Blockaden und Besetzungen in Berlin-Mitte für Aufsehen sorgen, so Pfaff. Eine Zusammenfassung des Protestes von Extinction Rebellion in Berlin am Montag lesen Sie hier.

Schauspielerin Lavinia Wilson unterstützt Proteste

15.49 Uhr: Die Demonstrationen werden von mehreren Prominenten unterstützt – darunter auch die Schauspielerin Lavinia Wilson. Die 41-Jährige erzählt im Interview, warum sie sich mit der Umweltschutzbewegung solidarisiert und warum ihr das Thema Klimaschutz so wichtig ist.

Monbijoupark abgesperrt - Aktivisten verhandeln mit Polizei

15.02 Uhr: Der Monbijoupark ist mittlerweile abgesperrt. Besucher der Grünanlage können nicht mehr durchlaufen. Im Park haben die Aktivisten von Extinction Rebellion Festzelte aufgestellt. Vor den Märchenhütten befindet sich ein großer Schriftzug: "Klima retten“. Manche haben sich auf einer Eisenkonstruktion in Baumhöhe festgesetzt.

Die Aktivisten verhandeln zur Stunde mit der Polizei über einen längeren Aufenthalt im Monbijoupark. Der leitende Beamte erklärt, dass die Aktivisten im Park ein Hygienekonzept vorlegen müssten, politische Reden halten könnten - nur dann könne man eine Versammlung in der Grünanlage anmelden, allerdings müssten die Zelte verschwinden.

Polizei setzt auch Hubwagen und Holzpaletten ein

14.34 Uhr: Viele Demonstranten sitzen oder liegen auf dem Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor. Dahinter versucht die Polizei noch immer, die letzten angeklebten Aktivisten vom Asphalt zu lösen. Derweil haben sich auch Schaulustige und Touristen auf dem Platz am Brandenburger Tor eingefunden.

FDP kritisiert Proteste von Extinction Rebellion

14.29 Uhr: Holger Krestel, Sprecher für Recht und Verfassungsschutz der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, kritisiert die Protestbewegung „Extinction Rebellion“ und ihre Aufrufe zum zivilen Ungehorsam. „Die Organisation „Extinction Rebellion“, die sich auch unter die Umweltschützer gemischt hat, zielt jedoch darauf ab, Demonstrationen einen gerade nicht friedlichen Charakter zu geben“, sagte er. Den Berliner Straßenverkehr behindern und blockieren zu wollen und dabei auf Sitzblockaden zurückzugreifen habe nichts mit friedlichem Protest zu tun, Krestel. Klimaschutz sei ein wichtiges Thema, er dürfe jedoch nicht als Freifahrtschein genutzt werden, um Rechtsbrüche zu begehen.

Polizei sperrt Zugänge zum Monbijoupark

14.19 Uhr: Die Polizei hat einige Zugänge zum Monbijoupark gesperrt, ein Verlassen des Parks ist jederzeit möglich.

Ärzte versuchen, Demonstranten von Straße zu lösen

14.17 Uhr:

Demonstranten haben sich festgeklebt

13.59 Uhr: Sechs Demonstranten sitzen noch auf der Ebertstraße, sie haben sich gegenseitig und am Boden festgeklebt. Die Polizei wartet jetzt auf Fachpersonal.

Demonstranten im Monbijoupark bauen Baumhäuser

13.47 Uhr: Wie Rise Up twittert, werde im Monbijoupark "Infrastruktur" aufgebaut. Es entstünden "Baumhäuser, Waben, Tripods, große Zelte".

Polizei trägt Aktivisten von der Straße

13.34 Uhr: Die Polizei geht nun durch die Versammlung am Brandenburger Tor und versucht, die Ebertstraße frei zu machen. Ein erster Aktivist wurde festgenommen. Wie die Polizei twitterte, trage man die Aktivisten von der Straße, da die Teilnehmer der Sitzblockade der mehrfachen Aufforderung, sich zu entfernen, nicht nachgekommen seien. Ein Kern von Demonstranten bleibt sitzen und hält sich an den Händen. In Gesprächen war immer wieder zu hören, dass sie solange warten, bis sie weggetragen werden.

Aktivisten besetzen Monbijoupark in Mitte

13.25 Uhr: Das Bündnis Rise Up kündigte über Twitter die "ungehorsame Besetzung" des Monbijouparks in Mitte an. Hier wolle man es sich die nächsten Tage gemütlich machen. Einem Chat in einem Messengerdienst zufolge hätten sich erste Menschen bereits an Bäume gebunden.

Polizei verweist Demonstranten der Straße

13.19 Uhr: Die Polizei macht Ernst und verweist nun die Demonstranten der Straße. Das sei keine Aufforderung mehr, sondern eine Verpflichtung denen die Teilnehmer nachkommen müssen. Zeitgleich kündigen Organisatoren von Extinction Rebellion an, den Monbijoupark in Mitte zu besetzen.

Polizei: Demonstranten sollen Straße räumen

13.16 Uhr: Die Polizei bittet die Demonstranten nun über Lautsprecher, die Straße zu verlassen, ansonsten könnten sie in den „Bereich polizeilicher Maßnahmen geraten“. Die Demonstranten zeigen sich davon relativ unbeeindruckt, bleiben sitzen und warten ab.

Wie die Polizei twitterte, sei eine der Sitzblockaden in der Ebertstraße freiwillig beendet worden. Und weiter: "Teilnehmende der verbliebenen Blockade vor dem Brandenburger Tor werden jetzt persönlich & über Lautsprecher aufgefordert, die Fahrbahn zu verlassen. Weiterer Protest kann am Straßenrand kundgetan werden."

Polizei erhöht Präsenz am Brandenburger Tor

12.59 Uhr: Die Demonstranten sitzen noch immer auf der Ebertstraße und demonstrieren für einen besseren Klimaschutz. Der Protest ist bislang friedlich, die Polizei erhöht derweil die Präsenz.

Demonstranten bleiben am Brandenburger Tor

12.03 Uhr: Die Demonstranten bleiben hartnäckig vor dem Brandenburger Tor sitzen. Bei den Teilnehmern handelt es sich nicht nur um Klimaaktivisten von Extinction Rebellion, es haben sich verschiedene Gruppen zusammengeschlossen, darunter Teile von Fridays For Future. „Wir sind eine große Klimabewegung“, sagt eine Rednerin.

Wie ein Polizist vor Ort sagt, wolle man verhindern, dass sich die Demonstranten weiter auf der Straße ausbreiten. Aktivisten, die den Bereich verlassen wollen, werden in Richtung Unter den Linden geleitet. Die Demonstranten sind derweil entspannt, sitzen friedlich auf dem Boden.

Polizei weist Demonstranten auf Hygiene-Regeln hin

11.29 Uhr: Unter den Klimaaktivisten werden Handzettel verteilt, wie sie mit der Polizei umgehen sollen und wie sie im Gewahrsam vorgehen sollen. Währenddessen tanzen Klimaaktivistinnen vor dem Brandenburger Tor zu „Think“ von Aretha Franklin. Die Straße wird weiterhin blockiert.

Die Polizei weist die Klimaaktivisten nun auch daraufhin, die Hygieneregeln wegen der Corona-Pandemie einzuhalten. Zudem können die Demonstranten sich auch weiterhin auf dem Platz des 18.März ausbreiten. Sie fordern allerdings mehr Platz auf der Straße. Über dem Tiergarten kreist derweil ein Polizeihubschrauber.

Die Polizisten gehen durch die Menge und sprechen die Demonstranten an, die Abstände einzuhalten, ansonsten könne man in den Bereich polizeilicher Maßnahmen kommen. Die Aktivisten beraten sich derweil in einem Plenum, wie es mit der Aktion weitergeht.

Aktivisten sammeln sich am Brandenburger Tor

11.01 Uhr: Die Klimaaktivisten blockieren zur Stunde die Ebertstraße vor dem Brandenburger Tor. Sie sitzen auf dem Boden. Für den Verkehr ist Richtung Potsdamer Platz kein Durchkommen mehr. Die Polizei fordert die Klimaaktivisten dazu auf, die Straße zu verlassen und den Protest auf den Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor zu verlagern. Die Demonstranten kommen dem bislang nicht nach.

Die Initiatoren, darunter die Gruppe Extinction Rebellion, forderten ihre Unterstützer über einen Messengerdienst auf: „Ab geht's, wir sind am Brandenburger Tor. Einige Menschen fangen an zu blockieren und freuen sich auf eure Unterstützung. Setzt euch einfach dazu.“

Auch auf einer Kreuzung am Platz der Republik nahe dem Reichstag blockierten rund ein Dutzend Demonstranten einen Teil der Scheidemannstraße.

Demonstranten haben Kreuzung wieder verlassen

10.57 Uhr: Die Demonstranten haben die Kreuzung Straße des 17. Juni und Yitzhak-Rabin-Straße wieder verlassen. Die Polizei sperrt die Fahrtrichtung Brandenburger Tor weiterhin. Dort versammeln sich aktuell immer mehr Umweltaktivisten.

Polizei bereitet Aktivisten offenbar Probleme

10.30 Uhr: Die Berliner Polizei hat mehreren Umweltschutzgruppen und ihren angekündigten Besetzungen und Blockaden am Montagmorgen offenbar Probleme bereitet. Die Initiatoren der Proteste schrieben am Vormittag über einen Messengerdienst an ihre Unterstützer: „Team Blau sorgt ein wenig für Verzögerungen. Also keine Panik, bleibt ruhig und verhaltet euch sehr gern unauffällig.“

Mehrere Gruppen von Umwelt-Aktivisten wollen in dieser Woche mit zahlreichen Veranstaltungen und Protestaktionen in der Stadt für mehr Klimaschutz demonstrieren. Mit dem sogenannten „August Rise-up“ machen mehr als 60 Bewegungen, Vereine und Nicht-Regierungsorganisationen auf den Klimawandel aufmerksam und rufen auch zum zivilen Widerstand auf. Hauptorganisator ist die Gruppe Extinction Rebellion, die weltweit gegen den Klimawandel und das Artensterben kämpft.

Aktivisten sperren Kreuzung an der Straße des 17. Juni

10.34 Uhr: Am Montagmorgen gab es bisher kaum Aktionen. Am Vormittag hatten sich etwa 20 bis 25 Aktivisten mit Plakaten vor der Botschaft der Vereinigten Staaten versammelt, um zu protestieren. Eine Handvoll Aktivisten blockierte später die Straße des 17. Juni Ecke Yitzhak-Rabin-Straße in Richtung Brandenburger Tor. Der Verkehr staute sich zurück bis zum Großen Stern. Die Polizei war bestrebt, weitere Demonstranten davon abzuhalten, sich der Blockade anzuschließen.

Polizisten postieren sich rund um das Regierungsviertel

7.16 Uhr: Am Montagmorgen postierten sich an mehreren Stellen rund ums Regierungsviertel zahlreiche Polizisten. Am Reichstag, am Potsdamer Platz, am Ernst-Reuter-Platz, am Richard-Wagner-Platz und am Umweltministerium standen Mannschaftswagen bereit.

Bei Twitter schrieb die Polizei: „Bitte rechnen Sie mit Verkehrsbehinderungen, nutzen Sie das Rad oder die Öffis.“ Weiter hieß es: „Unsere Kolleg. schützen die angemeldeten Versammlungen zu AugustRiseUp und sind auch vorbereitet auf dezentrale Aktionen darüber hinaus. (...) Achten Sie bitte auf notwendige Abstände und die Mund-Nase-Bedeckung.“

Extinction Rebellion in Berlin - das sind die Aktionen

  • Für Montag kündigt die Gruppe an, mehrere Straßen besetzen zu wollen. „Am Montag wird es in Berlin zivilen Ungehorsam geben. Wir werden bewusst Regeln brechen und etwa Straßen im Herzen Berlins blockieren“, sagt der Sprecher von Extinction Rebellion, Tino Pfaff. Die Polizei richtet sich auf einen Großeinsatz in der Innenstadt ein. Die Blockaden sollen bereits am Morgen im Berufsverkehr starten.
  • Für Dienstag sind weitere Blockaden geplant sowie ein angemeldeter Klimaprotestzug. Gestartet wird am 15 Uhr jeweils an den CDU- und SPD-Parteizentralen in Tiergarten und Kreuzberg, enden sollen die Aktionen am Invalidenpark.
  • Für Mittwoch und Donnerstag sind weitere unangemeldete Blockaden und ein Trauermarsch gegen das Artensterben geplant. Die Umweltschützer wollen bei den Protestaktionen auch den Zustand der Meere thematisieren: „Wir ziehen mit alten, ins Meer geschmissenen Fischernetzen ein Labyrinth über einen zentralen und stark frequentierten Berliner Knotenpunkt“, heißt es in einer Ankündigung. Genaue Ziele der Aktionen nennt die Gruppe bislang nicht, sie sollen kurzfristig über soziale Medien bekannt gegeben werden.
  • Der Freitag beginnt um 11.30 Uhr mit einer symbolischen Schlüsselübergabe in der Nähe des Bundestages und einer Mahnwache vor dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Fridays for Future plant ebenfalls für diesen Tag einen Protestzug.
  • Am Sonnabend findet nicht nur in Berlin, auch in ganz Deutschland die „Rebellion of One“ statt, eine Aktion, bei der Einzelpersonen mit Schildern Straßen blockieren wollen. In Berlin ist der Beginn um 16 Uhr. Zusätzlich gibt es an dem Tag noch eine weitere Demonstrationsreihe zwischen zwölf und 15 Uhr an der Wilmersdorfer Straße, Animal Rights Watch e.V. demonstriert hier gegen Schlachthäuser.

Extinction Rebellion bittet um Verständnis

Für den letzten Tag des „August Rise-up“ gibt es noch keine konkreten Pläne. Für die Störungen bittet Extinction Rebellion um Verständnis. „In erster Linie entschuldigen wir uns bei den Menschen, aber die Situation ist so prekär, dass wir keinen anderen Weg sehen“, sagt Pfaff.

Rückenwind für ihre Forderungen haben die Umweltaktivisten durch den letzten Bericht des internationalen Klimarats IPCC erhalten. Die Experten rechnen damit, dass die Erwärmung des Planten schneller als bislang gedacht 1,5 Grad erreicht. „Wir stecken in einem ziemlichen Schlamassel“, sagt Pfaff deshalb.

Die Vorbereitungen für die Klimaproteste laufen seit Wochen. Lisa G. ist auch dabei und hilft Banner zu bemalen. Sie ist enttäuscht: „Man merkt, dass sich in der Politik nichts tut“, sagt sie. Auch sie hält unangekündigte Proteste für wichtig, denn anders werde man in der Öffentlichkeit nicht ernst genommen. Schließlich nähmen die Aktivisten auch viel in Kauf. „Man bringt sich selber in Gefahr, und das würde man nicht tun, wenn einem das Thema nicht verdammt wichtig wäre“.

Sie habe Angst vor einer in ein paar Jahren nicht mehr bewohnbaren Welt. Das wolle Extinction Rebellion mit allen Mitteln verhindern: „Wir werden erst gehen, wenn uns die Polizei räumt oder unsere Forderungen erfüllt sind“, kündigen die Umweltaktivisten an.

GdP kritisiert Politik: Zu großer Polizeieinsatz für Klima-Proteste

Angesichts zahlreicher Demonstrationen und der anstehenden Protest- und Blockadeaktionen von Umweltschutzgruppen hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) massive Überlastungen beklagt. Die GDP warf am Sonntag vor allem der Berliner Politik vor, Polizisten im Dauereinsatz bei Demonstrationen zu verheizen.

Die Polizeiaufgebote seien viel zu groß. „Aus Angst vor schlechten Bildern“ seien kurz vor den Wahlen neun Tage hintereinander sämtliche Hundertschaften im Dienst. Die Polizei sei etwa bei der Klima-Protestwoche zu einer Art Begleitschutz abgestellt, ohne wirklich ständig eingreifen zu müssen.

„Wir müssen langsam aber sicher mal wieder dahinkommen, dass einzig und allein die Polizei polizeiliche Einsatzlagen bewertet und dementsprechend Personal aufgestellt wird“, teilte GdP-Landeschef Norbert Cioma mit. Dafür müsste man die Ressourcen schonen, „auch wenn etwas mal nicht zu einhundert Prozent so läuft, wie es sich das Abgeordnetenhaus vorstellt“. Die Polizeiführung müsse eine Grenze ziehen.

Extinction Rebellion stammt aus Großbritannien

Extinction Rebellion teilte mit, dass die geplanten Blockaden deutlich radikaler sein werden als die bisherigen und vor allem die Blockierer einer effektiveren Klimapolitik treffen sollen – aus ihrer Sicht die Regierungen in den westlichen Ländern. Bereits im vergangenen Oktober und im April hatten die Aktivisten um Extinction Rebellion in Berlin mehrere Blockaden und Demonstrationen durchgeführt und Teile der Innenstadt lahmgelegt.

Extinction Rebellion heißt frei übersetzt „Rebellion gegen das Aussterben“ und kommt ursprünglich aus Großbritannien. Die Bewegung hat sich nach eigenen Angaben 2018 gegründet. Eine Kernforderung der Gruppe ist die Reduzierung der Treibhausgasemission auf Netto-Null bis 2025. Anders als „Fridays for future“ verbindet die Gruppe ihre Aktionen mit Happenings, Tanz und Musik. Sie geriet zudem wegen unklarer Unterstützerstrukturen in die Kritik.