Verbraucherpreisindex

Höchster Preisanstieg seit Jahren in Berlin

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Isabell Jürgens
Ein Einkauf in einem Berliner im Supermarkt ist im Juli 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich teurer geworden, insbesondere für Gemüse muss sechs Prozent mehr gezahlt werden.

Ein Einkauf in einem Berliner im Supermarkt ist im Juli 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich teurer geworden, insbesondere für Gemüse muss sechs Prozent mehr gezahlt werden.

Foto: Fabian Sommer / dpa

Fürs Heizen, Tanken und für Lebensmittel müssen die Berliner im Juli deutlich mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Das hat mehrere Gründe.

Berliner und Brandenburger mussten im Juli 2021 für zahlreiche Produkte deutlich tiefer ins Portemonnaie greifen als im Jahr zuvor. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag mitteilte, erhöhten sich die Verbraucherpreise im Vergleich zu Juli 2020 in Berlin um 3,4 Prozent und in Brandenburg um 4,3 Prozent. Eine Rate über drei Prozent hatte es in beiden Bundesländern zuletzt im Jahr 2008 gegeben, wie das Amt auf Nachfrage der Berliner Morgenpost erklärte.

Ein Großteil der hohen Inflationsraten für den Juli 2021 ist nach Angaben der Statistiker auf das Auslaufen der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung Ende vergangenen Jahres zurückzuführen. Die in der Corona-Krise von Juli bis Dezember gesenkte Mehrwertsteuer befindet sich demnach seit Januar 2021 für fast alle Waren und Dienstleistungen wieder auf dem alten Niveau – eine Ausnahme macht nur der Gastronomiebereich.

„Die genaue Höhe des Basiseffekts ist schwer zu benennen, da gleichzeitig auch andere Preiseffekte wirken“, so die Statistiker weiter. Besonders deutlich mache sich die zu Jahresbeginn eingeführte CO₂-Bepreisung und der Preisrückgang bei Rohöl vor einem Jahr bemerkbar. Zu Beginn der Pandemie 2020 waren die Rohölpreise wegen geringer Nachfrage auf dem Weltmarkt zunächst eingebrochen.

Heizöl treibt die Energiepreise wieder an

In der Folge hat sich Energie in Berlin um 11,2 Prozent und in Brandenburg um 13,3 Prozent verteuert. Ohne die Energiekosten läge die Teuerung in Berlin bei 2,5 Prozent und in Brandenburg bei 3,4 Prozent. „Insbesondere die Preise für leichtes Heizöl zogen in Berlin mit 53,3 Prozent und in Brandenburg mit 62,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich an“, heißt es in der Mitteilung weiter. Gas ist mit 7,3 Prozent in Berlin und 6,2 Prozent in Brandenburg ebenfalls deutlich teurer geworden.

Auch die Preisentwicklung bei den Nahrungsmitteln trug demnach zur Teuerung bei. In beiden Ländern stiegen die Preise für Nahrungsmittel deutlich an, in Berlin gegenüber Juli 2020 um 4,0 Prozent, in Brandenburg um 4,6 Prozent. Überdurchschnittliche Preissteigerungen gab es auch bei Brot- und Getreideerzeugnissen: Für Brot und Brötchen mussten Verbraucher in Berlin in diesem Jahr 4,5 Prozent mehr, in Brandenburg sogar 8,2 Prozent mehr zahlen. Deutliche Preiserhöhungen gab es auch bei Obst und Gemüse: in Berlin stiegen die Preise um 3,3 Prozent, beziehungsweise 6,1 Prozent, in Brandenburg um 2,5 Prozent beziehungsweise 6,5 Prozent.