Fahrdienst

Uber startet Pilotprojekt in Berliner Außenbezirken

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Uber setzt künftig verstärkt auf die Außenbezirke in Berlin. Von den U-Bahn-Haltestellen sollen Fahrten bis zu 2,5 Kilometer zu einem Festpreis verfügbar sein.

Uber setzt künftig verstärkt auf die Außenbezirke in Berlin. Von den U-Bahn-Haltestellen sollen Fahrten bis zu 2,5 Kilometer zu einem Festpreis verfügbar sein.

Foto: Oliver Berg / dpa

Ab sofort bietet Uber Fahrten von den U-Bahn-Endhaltestellen in die Außenbezirke an. Was das Nutzern kosten soll.

Berlin. Der Fahrdienstleister Uber startet in Berlin ein Pilotprojekt zur besseren Anbindung der Außenbezirke. Über die App werden ab sofort Fahrten von allen U-Bahn-Endhaltestellen außerhalb des Berliner S-Bahn-Rings zu einem Festpreis von sechs Euro vermittelt. Der Preis gilt ab den Haltestellen bis zu Zielen im Umkreis von 2,5 Kilometern. Zum Start ist das Angebot an elf U-Bahn-Endhaltestellen außerhalb des S-Bahn-Rings in Berlin verfügbar. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor.

Wie es in der Mitteilung weiter heißt, will Uber damit die sogenannte „letzte Meile”-Anbindung zwischen dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und den Wohnorten der Berlinerinnen und Berliner verbessern sowie Alternativen zum Privatauto anbieten. Lesen Sie auch den Kommentar: Verkehrspolitik für die ganze Stadt

Uber in Berlin: An diesen U-Bahn-Haltestellen gibt es das Angebot

  • Rathaus Spandau
  • Ruhleben
  • Krumme Lanke
  • Rathaus Steglitz
  • Alt-Mariendorf, Rudow
  • Hoenow
  • Wittenau
  • Alt-Tegel
  • Osloer Straße
  • Pankow

Uber: Positive Erfahrungen bei ähnlichem Pilotprojekt in Falkensee

Schon jetzt würden die Hälfte der Fahrten, die Uber an Mietwagenpartner vermittle, außerhalb des S-Bahn-Rings stattfinden. „Dies zeigt, wie wichtig es ist, neue Mobilitätsangebote auch jenseits der Stadtzentren zu stärken“, sagt Uber-Deutschlandchef Christoph Weigler.

Der neue Service basiere auf den Erfahrungen von Pilotprojekten, etwa in Falkensee. Dort hatte Uber im Juni 2020 Zubringer-Fahrten zwischen dem Bahnhof Spandau und Falkensee in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr für einen Festpreis von 15 Euro angeboten. Bei der Auswertung des Pilotprojekts teilte Uber mit, dass die Erwartungen übertroffen worden seien. Innerhalb der ersten drei Monate seien fast 3000 Fahrten gebucht worden. Der neue „Heimbringer”-Service soll nun aber eine breitere Zielgruppe in sämtlichen Berliner Außenbezirken ansprechen.

Uber-Pilotprojekt stößt auf geteiltes Echo

In der Politik gibt es geteilte Meinungen zu dem Pilotprojekt. Der Berliner CDU-Abgeordnete Christian Gräff begrüßt das Projekt. Es gebe nun weitere Möglichkeiten, schneller von den Endpunkten der Berliner U-Bahn in die Kieze und das Umland zu kommen, so Gräff. Er übt aber auch Kritik an der Berliner Politik. Die Erschließung der Außenbezirke sei ausbaufähig. Gerade auf den Wegen von und zur S- oder U-Bahn seien viele Gebiete in Marzahn-Hellersdorf abgehängt, da die Bewohner weite Wege zur nächsten Haltestelle zurücklegen müssten. „Mit Uber setzt nun ein privater Anbieter das um, was der Senat seit vier Jahren nicht geschafft hat.“

Die FDP-Fraktion fordert mehr solcher Angebote vonseiten des Senats und der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Dass ein Dienstleister ein Angebot mache, zeige, dass es eine entsprechende Nachfrage gebe. Um einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen, sollte der Senat aber auch die Einbindung der Taxiwirtschaft andenken, so der verkehrspolitische Sprecher der Berliner FDP-Fraktion, Henner Schmidt.

Auch der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Tino Schopf, begrüßt die Idee. „Aber bitteschön nicht mit Uber“, sagt er der Berliner Morgenpost. Ähnlich wie Schmidt sieht auch er die Überbrückung der „letzten Meile“ in der Verantwortung des Senats und der BVG. „Wir müssen die Jelbi-Stationen außerhalb des S-Bahn-Rings ausweiten“, sagt er. Auch das System der Rufbusse können noch weiter ausgebaut werden, um die Menschen zu einer ÖPNV-Station zu befördern.