Steigende Fallzahlen

Berliner Senat stoppt Modellprojekte für Kultur und Sport

| Lesedauer: 3 Minuten
Besucher im Berliner Ensemble

Besucher im Berliner Ensemble

Opern- und Theaterabende mit Publikum sowie Sportveranstaltungen mit Fans wird es auf absehbare Zeit nicht mehr geben.

Berlin. Die Rückkehr der Fans bei Sportveranstaltungen und der Besucher bei Kulturveranstaltungen in Berlin rückt wegen steigender Corona-Zahlen in weite Ferne. Bereits gestartete Modellprojekte mit Zuschauern in der Hauptstadt werden mit sofortiger Wirkung wieder gestoppt, wie der Regierende Bürgermeister Michael Müller am Samstagabend nach einer Senatssitzung ankündigte.

„Es ist völlig klar, dass die Modellprojekte, die wir uns vorgenommen haben, für Kultur, für Sport, möglicherweise für Gastronomie, so jetzt nicht weiter umgesetzt werden können“, sagte der SPD-Politiker. Sie würden zurückgestellt. Am vergangenen Mittwoch hatten die Berlin Recycling Volleys in der Volleyball-Bundesliga bereits vor 800 Zuschauern gegen Düren gespielt und ein positives Fazit gezogen.

Angedacht war auch, dass das Derby in der Fußball-Bundesliga zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC am kommenden Sonntag womöglich wieder vor Zuschauern stattfinden kann. Bereits vor Müllers Ankündigung waren diese Pläne jedoch verworfen worden. Auch Basketball-Meister Alba Berlin und Ex-Champion Eisbären Berlin hatten sich Hoffnungen gemacht, erstmals seit Monaten wieder Fans begrüßen zu dürfen.

„Ich finde es auch richtig, dass man immer wieder guckt, wie man mit zusätzlichen Möglichkeiten beim Impfen und beim Testen Dinge auch ermöglicht. Aber wir sind im Moment in einer Situation, wo man das nicht nahtlos weiterführen kann“, sagte Müller. Veranstaltungen hätten Kontakte und damit neue Infektionsrisiken zur Folge. Mit den Pilotprojekten waren nach monatelanger Zwangspause große Hoffnungen verbunden - weit über Berlin hinaus. Sie sollten zeigen, dass auch in der Pandemie sichere Veranstaltungen möglich sind.

Kultur in Berlin: Osterruhe vom 1. bis 5. April

Auch das Pilotprojekt in Berliner Kultureinrichtungen mit coronagetestetem Publikum liegt vorläufig auf Eis. „Wir haben zur Osterruhe vom 1. bis 5. April aufgerufen“, hieß es am Sonntag dazu von Seiten der Senatssprecherin. „Und das bedeutet jetzt auch für die Modellprojekte, dass diese erst mal nicht stattfinden können und verschoben werden müssen.“ Danach müsse die Lage neu bewertet werden. „Wann die Modellprojekte dann weitergeführt werden, werden wir uns genau ansehen und von der Entwicklung der Infektionszahlen abhängig machen.“

Das Pilotprojekt „Testing“ umfasst mehrere Veranstaltungen in der Hauptstadt. Nach einem Theaterabend im Berliner Ensemble und Konzerten in der Philharmonie und im Konzerthaus organisierte die Clubcommission am Samstagabend ein Konzert im „Säälchen“.

Die über Ostern geplanten drei Termine waren bereits ausgesetzt und dafür Ersatz gesucht worden. Betroffen war die Volksbühne Berlin, die nicht verschieben konnte und deswegen abgesagt hat, die Staatsoper Unter den Linden mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Le nozze di Figaro“ und die Deutsche Oper Berlin mit „Francesca da Rimini“ von Riccardo Zandonais. Die beiden Opernabende sollten bisher auf die Woche nach Ostern verschoben werden. Je nach Entwicklung könnten sie nun ganz entfallen.

( dpa )