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Corona-Verharmloser arbeitet wieder als Lehrer in Berlin

Von der Maskenpflicht im Unterricht hält der Berliner Lehrer wenig. Er bezeichnet sie als „moderne Hakenkreuze“.

Von der Maskenpflicht im Unterricht hält der Berliner Lehrer wenig. Er bezeichnet sie als „moderne Hakenkreuze“.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Der Berufsschullehrer hatte in Videos Masken als "moderne Hakenkreuze" bezeichnet. Nun kehrt er zurück in den Schuldienst.

Berlin. Ein Berliner Berufsschullehrer, der in seinem privaten Youtube-Kanal Masken als "moderne Hakenkreuze" bezeichnet und Verschwörungsideologien verbreitet, wird nach wochenlanger Freistellung in den Schuldienst zurückgekehren. Das berichtet der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Demnach verhinderte der Personalrat der berufsbildenden Schulen eine Kündigung des Mannes. Unterrichten soll der Mann allerdings vorerst nicht, heißt es weiter. Er solle sich bis auf Weiteres um technische Dinge in der Schule kümmern.

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Zuvor hatte sich Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) für eine Kündigung des Mannes eingesetzt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte seinen Rauswurf gefordert. In einer dienstrechtlichen Prüfung war ihm im Januar attestiert worden, dass er durch seine Videos den "Schulfrieden" gestört und zu "Ordnungswidrigkeiten" aufgerufen habe. Einige seiner Schüler sahen sich durch ihn unzulässig politisch beeinflusst und durch sein Verhalten einem Gesundheitsrisiko ausgesetzt.

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Corona in Berlin - Lehrer: „Die Vorwürfe sind völlig haltlos“

Der Pädagoge lehrt Auszubildende aus Medienbetrieben an einem Oberstufenzentrum (OSZ KIM) in Wedding den Umgang mit dem Internet. „B., Lehrer aus Berlin“, so stellt er sich in seinem Youtube-Kanal vor. Seine Videos wurden bisher im Netz mehrere hundert mal aufgerufen. Eigentlich eine eher geringe Anzahl, allerdings sind die Videos öffentlich zugänglich.

„Die Vorwürfe sind völlig haltlos“, hatte B. im November im Gespräch mit der Berliner Morgenpost gesagt, als der Fall bekannt wurde. „Es sind polemisch überzogene Videos“, sagt er. Mit ihnen wolle er einen öffentlichen Diskurs über die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen anregen. Folgt man seinen Argumenten im Gespräch und in den Videos, gleichen diese den „Querdenkern“.

( BM )